Asthma in der Schwangerschaft
Ein an Asthma erkrankter Mensch leidet anfallsweise unter Atemnot. Diese kann sich in der Form von Hustenanfällen sowie Engegefühl in den Bronchien, im Brustkorb oder im Hals äußern. Atemnot während der Ausatmung mit Auswurf von glasig zähem Schleim bei pfeifenden Geräuschen ist ein deutliches Erkennungsmerkmal von Asthma. Schwierigkeiten beim Einatmen werden von einem Teil der Patienten ebenfalls beschrieben. Zum Teil wird in der Literatur eine beschleunigte Atmung als charakteristisch für Asthma benannt, obwohl diese selbst bei schwersten Anfällen nicht unbedingt auftreten muss.
Asthmatiker können heute dank der Medikamente ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen. Therapien verfolgen immer zwei Ziele: Sie sollen weitere Anfälle verhindern und die Lungentätigkeit wieder normalisieren. Um das zu erreichen, gibt es zwei Medikamentengruppen:
Die "Reliever" bekämpfen die Atemnot während eines Anfalls, indem sie die Bronchien sofort erweitern.
Die "Controller" hingegen stoppen langfristig Entzündungen.
Deshalb müssen beide Medikamente regelmäßig eingenommen werden. Häufig handelt es sich dabei um kortisonhaltige Arzneimittel.
Nebenwirkungen von Kortison
Doch gerade mit den "Controller"-Medikamenten tun sich Patienten häufig schwer, nicht nur, weil Kortison einen schlechten Ruf hat. Die Angst vor schweren Nebenwirkungen wie Knochenschwund, Zuckerkrankheit, starker Gewichtszunahme, grauem oder grünem Star führt dazu, dass viele die Finger von "Controllern" lassen. Diese Bedenken stammen aber noch aus einer Zeit, als sich Ärzte bei der Dosierung von Kortison schwer taten.
Asthma während der Schwangerschaft ![]()
Besonders Frauen neigen dazu, ihre Asthma-Medikamente abzusetzen, wenn sie schwanger werden. Sie befürchten, dass das Ungeborene geschädigt werden könnte. Jedoch gilt es besonnen abzuwägen: "Der Sauerstoffmangel bei Asthma-Anfällen kann beim Kind weit größeren Schäden anrichten", schreibt «Test».
"Die Behandlung mit Kortisontabletten oder -spritzen in hoher Dosierung über lange Zeit bringt in der Tat zahlreiche ernste Nebenwirkungen mit sich", schreibt der Arzt Kaspar Trachsel in einer Informationsbroschüre des Pharmakonzerns GlaxoWellcome. "In den meisten Fällen beherrscht man Asthma heute aber mit inhalierbarem Kortison." Da Asthmatiker kortisonhaltige Medikamente oft jahrelang einnehmen müssen, sind die Dosierungen heute so niedrig, dass es oft nur zu leichten Nebenwirkungen wie Pilzinfektionen im Mund oder Heiserkeit kommt. Solch niedrige Dosierungen schaden einer Schwangerschaft nicht.
Klären Sie in jedem Fall mit Ihrer behandelnden Ärztin, ob und welche Medikamente gegen Asthma Sie in der Schwangerschaft einnehmen können. Während der Schwangerschaft geht es Asthmatikerinnen oft besser, sie haben weniger Anfälle und bekommen besser Luft. 4-6 Wochen nach der Entbindung, wenn sich der Hormonhaushalt der Frau wieder umstellt, ist jedoch mit erhöhtem Auftreten von Asthmaanfällen zu rechnen. Deswegen sollte die Frau sich in der Zeit selbst gut beobachten, um die Therapie rechtzeitig wieder zu intensivieren und so weiteren Anfällen vorzubeugen.
Übrigens haben Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchen, ein um 30% erhöhtes Risiko, im Jugendalter an Asthma zu erkranken.
Autor: Qualimedic.com AG
Letzte Änderung am: 17.09.2007
