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Schwindelgefühle

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft: Warum und was tun?

Wenn du aufstehst, wird dir schwindelig? Das Karussell im Kopf ist typisch für Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft. Ob sie harmlos sind oder auf ernste Komplikationen hinweisen? Wir erklären, was du dazu wissen musst.

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft: Frau ist schwindelig
© Getty Images/Stephanie Verhart

Kurzübersicht: Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft

Symptome: Kreislaufbeschwerden machen sich durch Schwindelgefühle bemerkbar. Es ist auch möglich, dass dir schwarz vor Augen wird oder du ein Flimmern wahrnimmst. Typisch ist, dass solche Anzeichen auftreten, wenn du zu schnell aufstehst, es sehr heiß ist, du zu wenig getrunken hast oder deinem Körper Energie fehlt.

Ursachen: In der Schwangerschaft treten Kreislaufprobleme häufig auf. Das erhöhte Blutvolumen und die Veränderungen in den Blutgefäßen durch die Hormonumstellung sind meist dafür verantwortlich. Sie führen dazu, dass das Herz mehr arbeiten muss und der Blutdruck sinkt. Symptome wie Schwindel können aber auch auf andere Ursachen hinweisen, zum Beispiel gemeinsam mit weiteren Anzeichen wie Kopfschmerzen auf Bluthochdruck.

Hilfe: Im akuten Fall am besten sofort hinsetzen, damit du nicht stürzt. Im Anschluss hilft ein Glas Wasser oder ein Snack, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Wenn Beschwerden öfter oder anhaltend auftreten, solltest du ärztlichen Rat einholen. Auch eine Ohnmacht ist immer ärztlich abzuklären. Zur Vorbeugung von Schwindel kannst du zum Beispiel Folgendes tun: Stehe nur langsam auf, trinke über den Tag verteilt ausreichend, vermeide langes Stehen und bewege dich an der frischen Luft.

Artikelinhalte im Überblick:

Alarmsignale in der Schwangerschaft: 13 riskante Symptome

Was sind Kreislaufprobleme?

Von Beschwerden mit dem Kreislauf wird gesprochen, wenn dein Blutdruck zu stark vom Optimum abweicht und dadurch Symptome wie Schwindel auftreten. Vereinfacht ausgedrückt ist der Blutdruck die Kraft, mit der dein Herz das Blut durch den Körper pumpt. Dieser Druck ist wichtig, weil dadurch alle Organe im Körper mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.

Der Blutdruck wird in der Druckeinheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Bei einer Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt. Der systolische Wert ist der obere. Er beschreibt den Druck in den Gefäßen, wenn dein Herzmuskel maximal angespannt ist und mit voller Kraft das Blut durch die Gefäße pumpt. Der diastolische Wert ist der untere Wert. Er erfasst den Zustand, wenn dein Herzmuskel entspannt ist. Als optimal gilt ein systolischer Wert von 120 mmHg und ein diastolischer Wert von 80 mmHg (120/80 mmHg).

Ist der Druck zu niedrig, wird das Gehirn für eine ganz kurze Zeit nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Deshalb machen sich dann Kreislaufprobleme bemerkbar. Ein dauerhaft niedriger Blutdruck wird in der Fachsprache als Hypotonie bezeichnet. Symptome wie Schwindel können aber auch bei Bluthochdruck (Hypertonie) auftreten. Hier liest du alles zum Thema Bluthochdruck in der Schwangerschaft.

Symptome: Wie äußern sich Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft?

Kreislaufbeschwerden können sich auf verschiedene Arten bemerkbar machen. Häufige Symptome sind:

  • Schwindel
  • Schwarzwerden des Sichtfelds
  • Flimmern vor den Augen

Bei kurzzeitigen Kreislaufproblemen verschwinden diese Symptome rasch wieder von selbst.

Ursachen von Kreislaufproblemen in der Schwangerschaft

Dass es zu Kreislaufproblemen in der Schwangerschaft kommt, kann auf diverse Ursachen zurückzuführen sein. Die Ursachen können auch mit dem Trimester zusammenhängen, in dem du dich gerade befindest. Außerdem können bestimmte schwangerschaftsunabhängige Risikofaktoren die Beschwerden begünstigen.

Allgemeine Risikofaktoren für Kreislaufprobleme sind unter anderem:

  • starke Hitze
  • langes Stehen
  • zu schnelles Aufstehen
  • zu wenig Trinken
  • Stress
  • Schlafmangel
  • starkes Pressen beim Stuhlgang
  • Temperaturwechsel

Ursachen für Kreislaufprobleme im ersten Trimester

Besonders in der Frühschwangerschaft kommen Kreislaufprobleme sehr häufig vor. Sie sind sogar eines der ersten Schwangerschaftsanzeichen, die sich bei werdenden Müttern bemerkbar machen. Folgende Faktoren können dabei eine Rolle spielen:

  • Zunahme der Blutmenge: Zu Beginn der Schwangerschaft verändert sich der ganze Körper, auch deine Blutmenge nimmt nun zu. Laut Bundesverband Deutscher Internistinnen und Internisten haben schwangere Frauen ein um 40 Prozent erhöhtes Blutvolumen. Dein Herz muss ab jetzt also auch mehr Blut durch deinen gesamten Körper pumpen. Diese Mehrarbeit macht sich durch Kreislaufprobleme bemerkbar.

  • Hormonumstellung: Das Hormon Progesteron wird in der Frühschwangerschaft vermehrt produziert, da es unter anderem dem Erhalt der Schwangerschaft dient. Durch das Hormon werden die Venenwände elastischer und weiten sich – das führt zu einem langsameren Blutfluss.

  • Anhaltendes Erbrechen: Solltest du in der Frühschwangerschaft von starkem Erbrechen geplagt sein, kann auch das ein Grund für die Kreislaufinstabilität sein.

Kreislaufprobleme im zweiten und dritten Trimester

Schwindel im zweiten oder dritten Trimester kann zudem weitere Ursachen haben:

  • Bluthochdruck: Auch wer unter Bluthochdruck leidet, verspürt möglicherweise Schwindelgefühle. Dazu treten gegebenenfalls Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Herzklopfen oder Atemnot auf. Da Bluthochdruck während der Schwangerschaft im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen wie einer Präeklampsie steht, sollten solche Beschwerden ernstgenommen werden.

  • Blutarmut (Anämie): Infolge eines Eisenmangels kann es bei schwangeren Frauen zu Blutarmut kommen. Diese macht sich unter anderem durch Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine verminderte Leistungsfähigkeit bemerkbar.

  • Vena-cava-inferior-Syndrom (Kompressionssyndrom): Drückt das Gewicht des Babys im dritten Trimester der Schwangerschaft auf die untere Hohlvene, kann das Blut aus Beinen und Becken nicht ungehindert zurück zum Herzen fließen. Das verursacht Kreislaufprobleme, Schwindel und in schweren Fällen eine Bewusstlosigkeit. Zum Abklemmen der Hohlvene kann es zum Beispiel kommen, wenn sich eine werdende Mutter längere Zeit in Rückenlage befindet.

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft: Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Der Blutdruck von schwangeren Frauen wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen. Auffälligkeiten sollen auf diese Weise frühzeitig erkannt werden. Oft liegen für gelegentliche und vorübergehende Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft harmlose Ursachen vor. In folgenden Fällen solltest du jedoch medizinischen Rat oder gar sofortige Hilfe holen:

  • Häufige/andauernde Beschwerden: Treten Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft dauerhaft oder häufig auf, informiere stets deine gynäkologische Praxis. Nur eine ärztliche Beratung kann dir eine Einschätzung dazu geben, ob die Kreislaufbeschwerden harmlos sind oder eine Erkrankung als Ursache vorliegen könnte.

  • Abklärung bei Ohnmacht: Bei einem akutem Kreislaufkollaps muss der Notruf unter der Rufnummer 112 verständigt werden. Auch wenn es sich um eine kurze vorübergehende Ohnmacht (Synkope) handelt, muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Mediziner*innen können dir eine fachliche Einschätzung dazu geben, ob die Ohnmacht durch äußere Umstände wie extreme Hitze aufgetreten ist oder der Verdacht auf eine krankhafte Ursache besteht. Da bei einer Ohnmacht auch durch den Sturz ein Risiko für dich und dein Baby besteht, ist eine ärztliche Untersuchung unbedingt ratsam.

  • Zusätzliche Symptome: Wenn du weitere Beschwerden wie Atemnot oder Herzrasen verspürst, muss das umgehend abgeklärt werden. Möglicherweise können Ursachen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen dafür verantwortlich sein, die unabhängig von deiner Schwangerschaft bestehen.

  • Weitere Risikofaktoren: Liegen bei dir bereits Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes vor, solltest du neu auftretende Beschwerden ebenfalls unbedingt deiner behandelnden Fachperson mitteilen.

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft: Was hilft?

Hängen deine Kreislaufbeschwerden lediglich mit den typischen Umstellungen in der Schwangerschaft zusammen und treten nur gelegentlich auf, kannst du dir mit folgenden Mitteln selbst helfen.

Hilfe bei Kreislaufproblemen im akuten Fall

  • Hinsetzen: Wenn dir schwindelig wird, setz dich sofort hin. Denn Stürze in der Schwangerschaft sollten unbedingt vermieden werden..

  • Beine hoch: Um deinen Kreislauf bei einem Schwindelanfall zu stabilisieren, solltest du dich hinlegen. Am besten legst du Beine und Füße dabei hoch. Wenn sich deine Beine höher befinden als dein Herz, erleichterst du den Blutrückfluss und damit auch den Sauerstofftransport.

  • Mit Energie versorgen: Greife bei Kreislaufproblemen zu einem Snack wie einem Apfel oder einer Banane. Auch ein Stück Schokolade oder ein Traubenzucker können im Notfall helfen. All das regt den Kreislauf wieder an.

  • Wasser trinken: Durch das Trinken von einem Glas Wasser steigt der Blutdruck leicht an.

Solltest du Vorboten eines Kreislaufzusammenbruchs verspüren oder dir ernsthaft Sorgen um deinen Gesundheitszustand machen, zögere nicht und rufe den Rettungsdienst.

Hilfe zur Vorbeugung von Kreislaufproblemen in der Schwangerschaft

  • Nicht zu lange stehen: Langes Stehen begünstigt Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft, denn das Blut sackt in die Beine und muss wieder nach oben gepumpt werden. Versuche dich zwischendurch zu bewegen und gönne dir immer mal wieder Pausen im Sitzen oder Liegen.

  • Langsam aufstehen: Schwindel tritt besonders häufig bei einem Positionswechsel auf. Das liegt daran, dass der Körper seinen Blutfluss immer erst an die neue Lage anpassen muss. Stehe daher in jeder Situation langsam auf. Morgens im Bett kannst du dich erst einmal an die Bettkante setzen und im Sitzen die sogenannte Venenpumpe in deinen Beinen aktivieren: Hebe dazu einfach die Fersen ein paar Mal vom Boden ab. Das hilft dabei, das Blut nach oben zu befördern.

  • Besser und mehr schlafen: Achte auf ausreichend Schlaf, denn auch Schlafmangel und Müdigkeit begünstigen Schwindel. Um besser schlafen zu können, solltest du eine Routine etablieren. Gehe immer zur gleichen Zeit ins Bett und stehe jeden Tag zur gleichen Zeit auf. Nimm keine Ablenkungen wie das Smartphone mit ins Bett, sondern meditiere lieber vor dem Einschlafen oder schreibe dir die Erlebnisse und Sorgen von heute in einem Tagebuch von der Seele.

  • Regelmäßiger Sport: Bewegung hält fit und regt die Durchblutung an. Daher fördert es auch einen stabilen Kreislauf. Besonders gut eignet sich Sport an der frischen Luft, denn hier bekommst du direkt noch eine Sauerstoffdusche. Aber Achtung: Übertreibe es beim Sport nicht, trainiere mit einer moderaten Herzfrequenz und vermeide Übungen, bei denen du den Kopf lange nach unten halten musst. Welcher Sport in der Schwangerschaft ideal geeignet ist, erfährst du hier.

  • Wechselduschen: Kreislauf und Durchblutung können durch Wechselduschen angeregt werden. Du wechselst dabei für jeweils 30 Sekunden zwischen warmem und kühlem Wasser ab. Wenn du bereits unter Kreislaufproblemen leidest und dir oft schwindelig ist, solltest du besser keine Wechselduschen machen. Außerdem empfiehlt es sich, nicht zu heiß zu baden – das kann Kreislaufbeschwerden auslösen.

  • Hitze meiden: Heiße Temperaturen fördern Kreislaufbeschwerden. Halte dich im Schatten auf und achte auf eine ausreichende Trinkmenge. Bei Hitze erhöht sich dein Flüssigkeitsbedarf.

  • Rosmarinöl: Bei instabilem Kreislauf könnte auch Rosmarinöl als Aromatherapie helfen. Bevor du dazu greifst, solltest du aber in deiner gynäkologischen Praxis oder bei deiner Hebamme nachfragen. Halte Rücksprache, ob bei dir Faktoren vorliegen, die gegen den Einsatz sprechen. Bei Bluthochdruck sollte das Öl zum Beispiel nicht eingesetzt werden.

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