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Gravitas suppressalis

Unbemerkte Schwangerschaft

Autor: Sarah Baumann
Letzte Aktualisierung: 23. Februar 2018

Eine Schwangerschaft geht mit starken körperlichen Veränderungen einher. Dennoch bemerken manche Frauen nichts davon, dass sie ein Kind erwarten. Manche sogar so lange, bis die Wehen einsetzen. Unbemerkte Schwangerschaften kommen häufiger vor, als viele glauben.

Unbemerkte Schwangerschaft
Eine unbemerkte Schwangerschaft deckt oft erst der Arzt oder die Ärztin auf
(c) Getty Images/iStockphoto

17 Jahre alt war Birgit, als ihr der Arzt in der 20. Woche zur Schwangerschaft gratulierte. Für die Internatsschülerin kam die Nachricht aus heiterem Himmel: Ihre Monatsblutung war ohnehin unregelmäßig, ein erster Schwangerschaftstest nach dem Kondom-Unfall zeigte ein falsch-negatives Ergebnis an. Die morgendliche Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft schob sie auf das Essen in der Schulkantine.

„Ich hatte damals wirklich andere Sachen im Kopf, als schwanger zu sein oder zu werden“, begründet die heute 27-Jährige, wie die Schwangerschaft mit ihrer Tochter fünf Monaten lang unbemerkt bleiben konnte. Mittlerweile ist Birgits Älteste zehn und hat ein wenige Monate altes Geschwisterchen.

16 typische Anzeichen für eine Schwangerschaft

 

Periode und Gewichtsabnahme trotz Schwangerschaft

Einen extremen Fall von unbemerkter beziehungsweise verdrängter Schwangerschaft, fachsprachlich Gravitas suppressalis, hat Lea zu berichten: Als sie mit 15 Jahren ihr erstes Kind erwartete, erwartete sie es eben nicht: Erst im Laufe des 7. Monats stellte ihre Frauenärztin die Schwangerschaft fest – als sich Lea gerade die Antibabypille verschreiben lassen wollte. „Die Kindsbewegungen habe ich bestimmt verdrängt“, sagt die heute dreifache Mutter rückblickend. Auch Birgt erzählt, dass sie ihr Kind erst spürte, als sie von ihm wusste.

Genau wie sie bekam Lea trotz Schwangerschaft noch ihre Menstruation. Dass ihr Bauch wuchs, bemerkte sie nicht, weil sie „ziemlich schlank war damals“. Das andere Extrem erlebte Mareike. Ihr unbemerktes Baby war eigentlich ein Wunschkind. Die lange Zeit stark übergewichtige Frau nahm, um schwanger zu werden, von 180 auf 100 Kilo ab. Als der Versuch dann glückte, bemerkte sie – oder besser gesagt ihr Arzt – die Schwangerschaft erst in der 36.Schwangerschaftswoche. Schließlich hatte sie ohnehin nie einen regelmäßigen Zyklus. Zudem nahm sie während der Schwangerschaft weiter ab statt zu.

Angst als Grund für unbemerkte Schwangerschaft

Die Fallbeispiele der 9monate-Nutzerinnen Lea, Birgit und Mareike stehen exemplarisch für geschätzt zwischen 1.500 und 2.000 Frauen, die in Deutschland jährlich nicht merken, dass sie schwanger sind. Bei einer von 500 Geburten handelt es sich also um eine unbemerkte Schwangerschaft - was bedeutet, dass die Schwangerschaft erst nach der 20. Schwangerschaftswoche festgestellt wurde. Zum Vergleich sind Drillinge deutlich seltener: auf 7.200 Geburten kommt eine Drillingsgeburt. Eine unbemerkte Schwangerschaft betrifft Frauen in allen Altersgruppen und aus allen Schichten. Was Unbeteiligte sich kaum vorstellen können, erklären Experten oft mit einer zugrunde liegenden Angststörung. Die Schwangere fürchtet Konsequenzen wie die Verachtung durch Verwandte oder gar, zu einem Schwangerschaftsabbruch gedrängt zu werden, sobald sie die Schwangerschaft – auch vor sich selbst – zugibt.

Unbemerkte Schwangerschaft kann dem Kind schaden

Frauen, die eine Schwangerschaft unter keinen Umständen wahrhaben wollen, ignorieren die körperlichen Veränderungen oder erklären sie mit anderen Unpässlichkeiten, genau wie Birgit es mit der Übelkeit getan hat. Oft ist auch fehlendes Körpergefühl bei jungen Frauen mitverantwortlich und sie wissen nicht, wie sich Kindsbewegungen anfühlen. Andere Frauen erklären sich Erbrechen oder Kindsbewegungen mit einem Magen-Darm-Virus, die Gewichtszunahme durch die Ernährung. Eine verdrängte beziehungsweise unbemerkte Schwangerschaft bringt jedoch das Problem mit sich, dass die Ernährung nicht entsprechend umgestellt wird oder werdende Mütter weiter rauchen und Alkohol trinken.

Autor: Sarah Baumann
Letzte Aktualisierung: 23. Februar 2018
Quellen

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