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Dienstag, 22. August 2017
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Studie zur Schwangerschaftsdauer

Schwangerschaft dauert kürzer als angenommen

Schwangerschaft dauert kürzer als angenommen
Viele Paare genießen die besondere Zeit der Schwangerschaft - auch wenn diese wohl kürzer ist als bisher angenommen
(c) Getty Images/iStockphoto

Neun Monate, 40 Wochen, 280 Tage: So lange dauert eine Schwangerschaft, war bislang die gängige Meinung. Nun widerlegen Forscher diese Annahme – und stellen die Berechnung des Entbindungstermins und seine Konsequenzen in Frage.

Wie lange dauert eine Schwangerschaft? „Na, neun Monate natürlich!“ mögen darauf viele antworten. Doch das stimmt nicht, wie US-amerikanische Wissenschaftler zeigen konnten. Die Forscher um Anne Marie Jukic vom National Institute of Environmental Health Sciences kümmerten sich zunächst um eine Methode, mit der sie auf den Tag genau den Termin berechnen können, an dem die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter stattfindet.

Dauer der Schwangerschaft in der Studie: 268 Tage

Dazu untersuchten sie täglich die Urinproben von 125 Frauen, die an dem Experiment teilnahmen. Alle Probandinnen waren auf natürlichem Wege schwanger geworden. Bei der Auswertung der Daten erlebten die Forscher eine Überraschung: Die Schwangerschaft der Frauen dauerte im Schnitt nur 268 Tage, also gut 38 Wochen oder achteinhalb Monate. Selbst nachdem die Forscher Frühgeburten herausgerechnet hatten, schwankte die Dauer der Schwangerschaft natürlicherweise um 37 Tage (über fünf Wochen).

Entbindungstermin stimmt nur bei vier Prozent aller Geburten

Zudem stellte sich heraus, dass die gebräuchliche Berechnung des Geburtstermins stärker fehlerbehaftet ist als angenommen: Gerade einmal vier von hundert Frauen brachten ihr Kind tatsächlich an dem zuvor kalkulierten Datum zur Welt. In nur sieben von zehn Fällen hielt sich das Kind an einen Zeitraum von zehn Tagen rund um den Geburtstermin. Der voraussichtliche Geburtstag eines Babys wird üblicherweise errechnet, indem zum Beginn der letzten Periode 280 Tage addiert werden.

Große natürliche Schwankungen bei Schwangerschaftsdauer

Genau diese Berechnung stellen die neuen Ergebnisse in Frage, denn sie übt einen nicht unerheblichen Druck auf Schwangere und Ärzte aus. „Die natürliche Schwankung der Schwangerschaftsdauer ist größer, als wir dachten“, sagt Studienautorin Jukic. „Das sollten Klinikärzte im Hinterkopf haben, wenn sie darüber entscheiden, die Geburt einzuleiten oder das Baby per Kaiserschnitt zu holen.“
 

Je älter die Mutter, desto länger dauert die Schwangerschaft

Denn die Schwangerschaftsdauer beeinflussen viele Faktoren – darunter auch das Alter der Mutter. Jedes Lebensjahr schlägt sich demnach im Schnitt in einem zusätzlichen Schwangerschaftstag nieder. Zudem waren diejenigen Frauen länger schwanger, die bereits bei früheren Kindern über dem Datum waren und die selbst als Baby überdurchschnittlich schwer waren. Der BMI hatte in der neuen Studie hingegen keinen Einfluss auf den Geburtstermin.

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Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2017
Quellen: Length of human pregnancy and contributors to its natural variation. http://humrep.oxfordjournals.org/content/early/2013/08/06/humrep.det297 (Stand: August 2013)

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