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Schwanger mit Übergewicht

Sie haben Übergewicht und sind schwanger? Müssen Sie sich jetzt Gedanken darüber machen, ob bei Ihnen eine Risikoschwangerschaft besteht und was das für Sie und Ihr Baby bedeutet? Wir verraten Ihnen alles, was Sie bei einer Schwangerschaft mit Übergewicht wissen müssen.

Schwanger mit Übergewicht
Schwanger mit Übergewicht: Natürlich bekommen kräftige Frauen auch einen Babybauch - er wird meist nur etwas später sichtbar
8c) iStock

Wer lediglich ein bisschen Hüftgold hat, muss sich aufgrund dessen natürlich keine Sorgen machen. Die paar Pölsterchen stören Ihr Baby nicht. Selbst wenn der Babybauch erst später sichtbar wird und Sie die Kindsbewegungen nicht so schnell spüren sollten, kann Ihre Schwangerschaft ganz normal verlaufen und es müssen weder bei Ihnen noch bei Ihrem Baby Komplikationen auftreten. Bei Frauen, die an Adipositas leiden – das heißt, einen Body-Mass-Index (BMI = Körpergewicht in Kilogramm / Körpergröße in Metern x Körpergröße in Metern) von über 30 haben – sieht das allerdings anders aus. Starkes Übergewicht kann nicht nur die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen, sondern auch den Verlauf der Schwangerschaft erschweren. Schwanger mit Übergewicht - das könnte also tatsächlich zu Problemen führen. Wenn bei Ihnen Kinderwunsch besteht, sollten Sie daher zuvor unbedingt Normalgewicht anstreben.

Schwanger mit Übergewicht: Gewichtszunahme während der Schwangerschaft

Zur wünschenswerten Gewichtszunahme während der Schwangerschaft gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt beispielsweise an, dass eine durchschnittliche Gewichtszunahme von zehn bis 14 Kilogramm normal ist. Laut dem US-amerikanischen Institute of Medicine (IOM) liegt die Gewichtszunahme bei normalgewichtigen Schwangeren zwischen 11,5 und 16 Kilogramm.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) richtet sich bei der Empfehlung nach der Berechnung des Body-Mass-Index. Demnach wird folgende Gewichtszunahme während der Schwangerschaft empfohlen:

  • BMI unter 18,5 (Untergewicht): Zunahme von 12 bis 18 kg
  • BMI 18,5 bis 25 (Normalgewicht): Zunahme von 11 bis 16 kg
  • BMI 25 bis 30 (Übergewicht): Zunahme von 7 bis 11 kg

Diese Werte dienen zur Orientierung: Die Empfehlungen lassen sich nicht pauschal auf alle Schwangeren gleichermaßen übertragen. Der Frauenarzt kann das Gewicht bei den Vorsorgeuntersuchungen kontrollieren. Frauen, die vor der Schwangerschaft stark übergewichtig/adipös sind – also einen BMI von über 30 haben – nehmen in der Schwangerschaft häufig noch weniger zu als Frauen mit einem BMI zwischen 25 und 30. Sprechen Sie als Betroffene mit Ihrem Arzt oder mit einer Beratungsstelle über die richtige Ernährung in der Schwangerschaft.

Ultraschalluntersuchungen bei übergewichtigen Schwangeren

Nach Informationen des Deutschen Ärzteblatts weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) darauf hin, dass Ultraschalluntersuchungen bei adipösen Schwangeren weniger aussagekräftige Bilder liefern. Der Grund: Die Ultraschallsignale können nicht tief genug in den Bauch eindringen. Bei einer Schwangerschaft mit Übergewicht steigt das Risiko, dass Fehlbildungen des Kindes, die normalerweise beim Ultraschall sichtbar werden, so unerkannt bleiben. Ihr Frauenarzt kann den Ultraschall im Sitzen oder in der Seitenlage durchführen, um eine kürzere Distanz zum Fötus zu ermöglichen und einen besseren Blick auf das Baby zu bekommen.

Übergewicht und schwanger: Den Babybauch sehen und die Kindsbewegungen spüren

Wer Übergewicht hat und schwanger ist, muss sich häufig in Geduld üben. Schlanke Frauen haben einen kompakten Bauch: Er ist klein, tief und vorstehend. Da Babys von übergewichtigen Schwangeren ohnehin genügend Platz haben sich in dem großen Bauch zu entwickeln, entsteht oft gar kein vorstehender Bauch und die Schwangerschaft ist erst wesentlich später von außen sichtbar. Auch in puncto Kindsbewegungen müssen übergewichtige Frauen sich gedulden. Gerade die ersten zaghaften Bewegungen zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche werden nicht wahrgenommen. Erst wenn das Kind später energischer tritt und boxt (um die 24. Schwangerschaftswoche herum), sind die Bewegungen bei einer Schwangerschaft mit Übergewicht spürbar.

Ernährung bei Übergewicht in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sind Diäten tabu. Die Reduktion der Nährstoffzufuhr kann Ihrem Baby schaden und sollte daher unbedingt vermieden werden. Allerdings ist auch das Sprichwort, Schwangere müssten für zwei essen, nicht wahr. Achten Sie lieber darauf, sich gesund und ausgewogen zu Ernährung in der Schwangerschaft. Statt die Nahrungsaufnahme zu steigern, sollten Sie nun viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe zu sich nehmen. Auch Bewegung ist sehr wichtig. Damit Ihre Schwangerschaft ohne Probleme verläuft und es Ihrem Baby gut geht, gibt es geeignete Sportarten. Gehen Sie Schwimmen oder Spazieren und halten Sie sich fit - gerade, wenn Sie unter Übergewicht leiden und schwanger sind.

Risiken bei einer Schwangerschaft mit starkem Übergewicht

Adipöse Frauen sind einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt und sollten sich in der Schwangerschaft strengen Kontrollen unterziehen. Da die Insulinempfindlichkeit schon vor der Schwangerschaft eingeschränkt ist, besteht die Möglichkeit an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Zur Überprüfung wird um die 24. Schwangerschaftswoche herum ein sogenannter Zuckerbelastungstest durchgeführt. Nicht nur der Blutzuckerspiegel sollte bei einer Schwangerschaft mit Übergwicht regelmäßig kontrolliert werden, sondern auch die kindliche Entwicklung und der Blutdruck. Übergewichte Schwangere leiden oft an zu hohem Blutdruck, es besteht die Gefahr einer Präeklampsie und es kommt häufiger zu Frühgeburten oder Aborten. Es kann auch passieren, dass Ihr Kind länger als 40 Wochen in Ihrer Gebärmutter verbleibt, die Geburt eingeleitet werden muss oder ein Kaiserschnitt notwendig wird. Kinder von adipösen Frauen erblicken häufig bereits mit Übergewicht das Licht der Welt und sind dem Risiko ausgesetzt, später ebenfalls adipös zu werden und an Diabetes zu erkranken.

Ernährung in der Schwangerschaft: Was tut dem Baby gut, was ist verboten?

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. April 2017
Quellen: Mazel, S., Murkoff, H.: Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen. MVG Verlag, München 2012; Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e. V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: September 2014); Online-Informationen der Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung: www.aerzteblatt.de (Stand: 27.11.2013); Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de (Stand: Oktober 2014) Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de (Stand: September 2014); Online-Informationen der Universitätsmedizin Leipzig – IFB Adipositas Erkrankungen: www.ifb-adipositas.de (Stand: September 2014)

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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