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Sonntag, 18. Februar 2018
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Schweinegrippe und Schwangerschaft

Die Schweinegrippe wirft als neu aufgetretene Grippeerkrankung für viele Schwangere Fragen auf. Denn obwohl sich Symptome und Verlauf der Krankheit nur gering von der normalen saisonalen Grippe unterscheiden, ist über den neuen Erreger sowie die Medikamente zu seiner Bekämpfung in Bezug auf die Schwangerschaft wenig bekannt.

Schweinegrippe und Schwangerschaft
Hygienisches Husten ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen die Schweinegrippe (Quelle: BananaStock)

Sind Schwangere besonders durch die Schweinegrippe gefährdet?

Für Schwangere sind Infektionen generell mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen verbunden, besonders wenn gleichzeitig bakterielle Infektionskrankheiten, wie beispielsweise eine Lungenentzündung, auftreten. Zudem sind schwangere Frauen infektanfälliger, da ihr Immunsystem belasteter ist. Daher sollten sie generell noch stärker darauf achten, Ansteckungen zu vermeiden. Auch im Fall der Schweinegrippe ist das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft erhöht. Ob das Risiko höher oder niedriger ist, als bei einer normalen Grippe, lässt sich aufgrund fehlender Studien jedoch noch nicht sicher sagen. Schwangere sollten bei Verdacht auf eine Infektion in jedem Fall so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Denn eine frühzeitige Behandlung kann entscheidend sein, um Komplikationen zu vermeiden.

Sind die Medikamente gegen die Schweinegrippe in der Schwangerschaft unbedenklich?

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt bei Schwangeren eine rasche Behandlung mit den Wirkstoffen Oseltamivir und Zanamivir. Zanamivir wird vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel empfohlen, im zweiten Trimester ist der Wirkstoff bei bestehenden Atembeschwerden weniger geeignet, da er mittels Inhalation verabreicht wird. Im letzten Schwangerschaftsdrittel gilt Oseltamivir als das Mittel der Wahl. Zwar gibt es bislang keine gesicherten Studien zu möglichen Auswirkungen der Medikamente auf den Verlauf der Schwangerschaft, allerdings wird das Risiko infektionsbedingter Komplikationen höher eingeschätzt, als das Risiko einer medikamentösen Behandlung. Von einer Selbstmedikation ohne ärztliche Absprache wird dringend abgeraten.

Sind die Impfstoffe gegen die Schweinegrippe für Schwangere geeignet?

Das Robert Koch Instituts (RKI) empfiehlt für Schwangere Impfstoffe ohne verstärkende Hilfsmittel (Adjuvantien) ab dem zweiten Trimester. Aussagen der Ständigen Impfkomission (STIKO) zufolge sind generell bei einer Grippeimpfung nach dem ersten Trimester der Schwangerschaft zwar keine Komplikationen für Schwangere und Ungeborene zu erwarten, doch gibt es dazu bislang keine gesicherten Daten. Nutzen und Risiken einer Impfung gegenüber den möglichen Risiken einer Infektion sollten immer sorgfältig durch einen Arzt abgewogen werden.

Können die Erreger der Schweinegrippe beim Stillen übertragen werden?

Ob die Erreger der Schweinegrippe beim Stillen übertragen werden können, ist noch nicht klar. Generell ist eine Grippeviren-Übertragung beim Stillen möglich, das Risiko wird aber als gering eingeschätzt. Gesichert ist dagegen, dass das Risiko von Infektionen der Atemwege bei Stillkindern geringer ist, als bei Kindern die keine Muttermilch erhalten. Bei einer bestehenden Schweinegrippe-Infektion wird von einem engen Kontakt der Mutter zum Säugling oder Kleinkind abgeraten. Falls möglich, sollte sich in dieser Zeit eine andere Person um die Pflege des Kindes kümmern und das Baby mit abgepumpter Muttermilch füttern.

Gibt es gesonderte Schutzmaßnahmen für Schwangere?

Für Schwangere werden in Deutschland derzeit keine gesonderten Schutzmaßnahmen empfohlen.

Interaktives Lernprogramm zum Thema Schweinegrippe

Mit diesem interaktivem Lernprogramm können Sie Ihre Kenntnisse zum Thema Schweinegrippe auf Vordermann bringen. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen rund um das neue Virus verständlich erklärt und können Ihr Wissen anschließend in einem Quiz überprüfen.

Hier finden Sie aktuelle Meldungen zum Thema Schweinegrippe:

Robert Koch Institut (RKI)
Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Juli 2017
Quellen: Online-Informationen der Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Atlanta, Georgia: www.cdc.gov (Stand 28. Juli 2009); Online-Informationen des Robert Koch Insituts, Berlin: www.rki.de (Stand: 16. Oktober 2009); Presseinformationen der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Berlin: http://www.dggg.de (Stand: 23. Oktober 2009)

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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