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Dienstag, 16. Januar 2018
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Vorgeburtliche Therapie

Vorgeburtliche Therapie
Es gibt Krankheiten des Fötus, die noch im Mutterleib behandelt werden können
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Vorgeburtliche Therapien des Fötus sind im Einzelfall möglich, wenn bei der pränatalen Diagnostik eine Krankheit des Fötus im Mutterleib festgestellt werden konnte. Einige Krankheiten können unmittelbar nach der Geburt kinderärztlich oder kinderchirurgisch behandelt werden.

Butgruppenunverträglichkeit

Zu den noch vor der Geburt therapierbaren Krankheiten gehört die Blutgruppenunverträglichkeit, die mit einer Bluttransfusion über eine Punktion der Nabelschnur behandelt wird.

Flüssigkeitsstau in Nieren oder Gehirn

Auch ein Flüssigkeitsstau in den Nieren oder im Gehirn des Fötus und Fehlbildungen im Magen-Darm-Trakt sind in besonderen perinatalen Zentren schon vor der Geburt behandelbar.

Herzfehler

Die fetale Echokardiographie erlaubt die zuverlässige Diagnose angeborener Herzfehler (Ventrikelseptumdefekt (VSD), Persistierendes Foramen ovale (PFO), TGA, Fallot-Tetralogie, Aortenisthmusstenose (ISTA)) auf nichtinvasive und für Mutter und Kind nicht belastende Weise. Mittels hochauflösender Ultraschallgeräte mit Farbdoppler-Ausstattung ist in den Händen geübter Kinderkardiologinnen oder Pränataldiagnostikerinnen die Darstellung des fetalen Herzens ab der 18. Schwangerschaftswoche möglich. Die Qualität dieser speziellen Diagnostik hängt natürlich von der Erfahrung des Untersuchenden ab. Bei angeborenen Herzfehlern kommt es darauf an, sie möglichst frühzeitig zu entdecken - am besten bereits im Mutterleib.

Angeborene Herzfehler zählen zu den häufigsten kongenitalen Fehlbildungen: In Deutschland kommen rund 8.000 Kinder jährlich mit einer strukturellen Anomalie des Herzens zur Welt. Ungefähr 90% von ihnen bedürfen der Korrektur, etwa 70% davon mit operativen Maßnahmen am offenen Herzen. Für ein optimales Ergebnis der Operation ist es wichtig, die Fehlbildung möglichst frühzeitig zu erkennen, am besten bereits vor der Geburt.

Das Klinikum rechts der Isar der TU München hat sich auf die fetale Echokardiographie spezialisiert. Durchgeführt wird diese Untersuchung am Ungeborenen in der Kinderklinik und Poliklinik der TUM. Kinderkardiologinnen kooperieren mit Pränataldiagnostikerinnen, Perinatalmedizinerinnen und Gynäkologinnen und gewährleisten so eine optimale übergreifende Fachkompetenz. Je nach Art des Herzfehlers kann das Kind, wenn der Herzfehler erst spät erkannt wird, bis dahin unterschiedlichste Schäden erleiden, beispielsweise chronischen Sauerstoffmangel oder einen kardiogenen Schock. Wurde ein angeborener Herzfehler bereits vorgeburtlich diagnostiziert, kann man für die Entbindung ein Zentrum wählen, in dem Neonatologen und Kinderkardiologen das Neugeborene optimal betreuen können.

Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen des Fötus, wie supraventrikuläre Tachykardie, kann eine vorgeburtliche medikamentöse Therapie über die Mutter für das Kind lebensrettend sein: Vor der Ära der fetalen Echokardiographie, Anfang der 80er Jahre, wurden Kinder mit diesen Problemen oft entweder zu früh, tot oder schwer herzinsuffizient geboren.

Das richtige Krankenenhaus

Ist eine Erkrankung des Fötus im Mutterleib diagnostiziert worden, sollte die Schwangere ein Krankenhaus für die Entbindung auswählen, in dem eine Neugeborenenintensivstation vorhanden ist. Hier können die entsprechenden Fachärztinnen das Baby bei der Geburt entgegen nehmen, um es sofort zu behandeln.

Eine frühzeitig erkannte Erkrankung des Kindes kann Einfluss darauf haben, ob die natürliche Geburt abgewartet wird oder ob die Entbindung per Kaiserschnitt geplant wird.

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Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2017

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