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Fahrrad fahren lernen: Sicher auf zwei Rädern unterwegs

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2017

Wie Kinder das Fahrrad fahren am besten lernen und wie Eltern dafür sorgen, dass der Nachwuchs stets sicher unterwegs ist? Wir geben Tipps.

Fahrrad fahren lernen: Sicher auf zwei Rädern unterwegs
Erst der Roller dann das Rad - so kappt das Fahrrad fahren lernen kinderleicht
© iStock.com/Nadezhda1906

Erinnern Sie sich noch an das Gefühl, dass Sie selbst hatten, als Ihre Eltern zum ersten Mal den Sattel des Fahrrads losließen und sie davon fuhren? Das Selbstbewusstsein schnellte in die Höhe und man fühlte sich gleich ein paar Zentimeter größer. Der Hauch von Freiheit wehte um die Nase!

Wer mittlerweile selbst Mama oder Papa geworden ist, möchte seinem Kind das Radfahren natürlich ebenso vermitteln. Doch wie bringt man dem Nachwuchs eigentlich bei, in die Pedale zu treten – und das ohne Stress?

Das richtige Alter: Ab wann können Kinder Fahrrad fahren lernen?

Schon bevor Kinder das erste Mal auf ein richtiges Fahrrad steigen, können die Bewegungsabläufe und die Koordination geschult, der natürliche Bewegungsdrang unterstützt und die motorische Entwicklung gefördert werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V. empfiehlt dafür folgende Reihenfolge:

  • Etwa ab zehn Monaten: Rutscher/Wutsch
  • Etwa ab 24 Monaten: Roller und/oder Laufrad
  • Etwa ab 36 Monaten: Kinderrad

Auch die Deutsche Verkehrswacht rät dazu, dass Kinder ungefähr ab dem dritten Lebensjahr anfangen können, mit dem Laufrad oder dem Kinderrad zu üben.

Durch das Laufrad wird bereits das Gefühl für das Gleichgewicht gestärkt. Wer sicher damit umgehen kann, ist für die ersten Versuche auf dem Fahrrad bereit. Wann genau das soweit ist, hängt von der individuellen Entwicklung des Kindes ab und lässt sich nicht pauschal auf ein genaues Alter festlegen. Wie schnell das Fahrrad fahren beherrscht wird, ist ebenfalls von Kind zu Kind verschieden.

Der Fahrradhelm: Das A und O beim Üben

Wenn Ihr Kind das Fahrrad fahren lernt, sollten Sie als Erwachsener unbedingt auf seine Sicherheit bedacht sein. Steigt der Sprössling auf den Sattel, muss der Kopf stets geschützt werden – ein Helm ist also Pflicht. Bitte halten Sie sich immer und überall an diese Regel! Sie selbst sollten Ihrem Kind ein Vorbild sein und ebenfalls mit Helm fahren.

Achten Sie beim Kauf des Helms auf das TÜV-GS Zeichen, das für geprüfte Sicherheit steht. Kaufen Sie den Fahrradhelm gemeinsam mit Ihrem Kind, damit es den Helm anprobieren kann. Er darf nicht wackeln oder drücken.

Außerdem sollte der Helm Ihrem Kind gut gefallen, damit er gerne getragen wird.

Fahrrad fahren lernen - mit oder ohne Stützräder?

Experten sind sich heute einig, dass auf den Einsatz von Stützrädern zum Fahrrad fahren lernen besser verzichtet werden sollte, da Stützräder den Prozess nur unnötig verzögern und keinerlei Nutzen haben. Denn: Die Stützräder bieten eine trügerische Sicherheit. Kinder lernen nicht, wie sie ihr Gleichgewicht am besten halten. Deshalb gilt: Die Technik des Tretens lieber etwas länger üben, dafür aber ohne Stützräder.

Fahrrad fahren lernen: Die ersten Versuche

Bringen Sie Ihrem Kind das Fahrrad fahren an einem ruhigen Ort ohne Verkehr bei. Wenn es aufsteigt, können Sie das Rad von hinten festhalten. Statt ihr Kind zu schieben, geben Sie beim Anfahren nur einen Schubs, damit das Rad in Schwung kommt. Dann animieren Sie Ihr Kind dazu, in die Pedale zu treten.

Durch die Gleichgewichtsübungen mit dem Laufrad fällt das Fahren oft gar nicht so schwer und geht recht flott. Bis das Anfahren, Absteigen und Bremsen funktioniert, braucht es meist ein bisschen länger.

Fahrrad fahren lernen: Fünf Tipps für Eltern

  1. Beim Rad-Kauf gilt der Grundsatz des "Hineinwachsen" NICHT: Kaufen Sie ein Rad, das auf die Größe des Kindes passt. Ist das Fahrrad zu groß, kann das Kind nicht richtig treten und wird unsicher.
  2. Haben Sie beim Üben viel Geduld.
  3. Schubsen Sie das Rad an und schieben Sie es nicht.
  4. Laufen Sie rückwärts vor dem Rad her oder stellen Sie sich ein paar Meter weiter vorne auf und lassen Sie Ihr Kind auf Sie zufahren, damit es den Blick nach vorne richtet.
  5. Seien Sie Ihrem Nachwuchs im Straßenverkehr immer ein Vorbild.

Anfahren ist besonders schwer – so geht’s leichter

Die meiste Hilfe brauchen Kinder beim Anfahren. Damit das bald alleine klappt und kein Anschwung von Erwachsenen mehr benötigt wird, können Sie Ihrem Kind raten, dass es erst einmal mit den Füßen mitläuft, so wie es das bereits vom Laufrad gewöhnt ist. Hat das Rad genügend Schwung, soll es die Füße auf die Pedale stellen und treten.

Bedenken Sie: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

Die ersten Radfahr-Versuche sind noch sehr unsicher und das Kind fährt erst einmal in kleinen Schlangenlinien. Hier gilt das altbekannte Sprichwort: Übung macht den Meister. Wer regelmäßig aufs Rad steigt, wird schnell besser und sicherer. Loben und motivieren Sie Ihr Kind deshalb weiter zu üben.

Aber beachten Sie: Es sollte immer Spaß machen und kein Zwang entstehen. Gestalten Sie das Lernen spielerisch und ohne Druck. Wenn Ihr Kind schon gut fahren kann, dürfen Sie natürlich auch fortgeschrittene Übungen durchführen, wie zum Beispiel das Slalom-Fahren um kleine Hütchen.

Respektieren Sie, wenn Ihr Nachwuchs keine Lust mehr hat und für heute aufhören möchte. Wenn Kinder erschöpft sind, ist ohnehin immer Schluss: Dann sind sie nicht mehr so achtsam und es können unnötige Stürze entstehen.

Erste Hilfe bei Stürzen

Kleinere Stürze gehören zum Fahrrad fahren lernen dazu und sollten nicht zwanghaft vermieden werden. Schließlich müssen Kinder auch erfahren, wie sie sich bei Stürzen richtig verhalten und selbst erleben, dass so etwas nicht gleich ein "Beinbruch" ist. Trösten Sie Ihr Kind nach einem Sturz und ermuntern Sie es, wieder auf das Rad zu steigen, damit es keine Angst entwickelt.

Verkehrssicherheit beim Fahrrad fahren lernen

Als Eltern ist es Ihre Aufgabe, Ihre Kinder im Blick zu haben. Besonders am Anfang sind die Kleinen noch nicht dazu in der Lage, sich sowohl auf die Technik als auch auf den Verkehr zu konzentrieren. Hier sind Sie gefragt!

  • Vereinbaren Sie feste Regel, z.B. "An jeder Ampel oder Ecke musst du auf mich warten."
  • Schulen Sie Ihre Kinder darin, wie sie Gefahrensituationen erkennen, vermeiden oder sich darin verhalten.
  • Helfen Sie Ihren Kindern dabei zu lernen, wie Geschwindigkeiten und Entfernungen eingeschätzt werden.
  • Bringen Sie Ihren Kindern bei, dass sie immer konzentriert sein müssen und sich nicht ablenken lassen dürfen.
  • Begleiten Sie Ihr Kind so lange, bis Sie sicher sind, dass es auf alle Tücken vorbereitet ist.

Übrigens gilt: Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen auf dem Gehweg fahren, bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen die Kinder den Gehweg noch benutzen.

Fahrrad fahren lernen in der Schule

In der Grundschule findet eine Radfahrausbildung statt, die mit einer Prüfung endet. Hier werden die Fahrfertigkeiten überprüft und die Verkehrsregeln (u.a. Ampeln, Verkehrszeichen, Rechts-vor-Links-Regel) trainiert. Bedenken Sie aber, dass Ihr Kind mit einer bestanden Prüfung nicht automatisch sicher im Straßenverkehr unterwegs ist. Nicht alle realen Situationen können in der Ausbildung abgebildet werden. Als Eltern sind Sie weiterhin in der Verantwortung, Ihr Kind in Sachen Sicherheit zu schulen und darauf zu achten. Fahren Sie zum Beispiel selbst mit Ihrem Kind den Weg zur Schule ab und erklären Sie ihm alle möglichen Gefahren.

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Forum für Großfamilien"
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