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Offenes Foramen ovale (PFO)

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017

Das persistierende (offene) Foramen ovale (PFO) ist ein angeborener Herzfehler. Etwa 15 Prozent aller Babys, die mit einem angeborenem Herzfehler zur Welt kommen, weisen diese Form der Fehlbildung am Herzen auf.

Persistierendes Foramen ovale (PFO)
Das offene Foramen ovale muss nicht immer behandelt werden - die Ärzte warten in einigen Fällen ab, ob es sich verkleinert oder von selbst verschließt
© iStock.com/Squaredpixels

Mädchen sind doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Beim persistierenden Foramen ovale bleibt eine Öffnung zwischen beiden Herzvorhöfen bestehen, die sich normalerweise im Laufe der Entwicklung schließen sollte. Ein offenes Foramen ovale muss nicht immer behandelt werden.

Foramen ovale im vorgeburtlichen Blutkreislauf notwendig

Das Foramen ovale ist eine Öffnung, die die beiden Herzvorhöfe miteinander verbindet. Beim Neugeborenen ist es noch vorhanden, mit der Zeit jedoch verkleben die beiden Ränder (Septum primum und Septum secundum) und bewirken so eine Abgrenzung zwischen linkem und rechtem Vorhof. Im vorgeburtlichen Blutkreislauf ermöglicht das Foramen ovale einen sogenannten Links-Rechts-Shunt, der einen Blutfluss zwischen den beiden Herzvorhöfen gewährleistet. Da das Ungeborene noch nicht eigenständig atmet, muss das Herz das sauerstoffreiche Blut aus dem Blutkreislauf der Mutter aufnehmen. Durch das offene Foramen ovale kann es nun vom rechten in den linken Vorhof gelangen. Später ist das Foramen ovale nicht mehr notwendig und es schließt sich normalerweise nach der Geburt, da das Baby durch selbständige Atmung sauerstoffreiches Blut aus der Lunge zum Herz transportiert. Dies kann einige Tage oder Wochen dauern.

Folgen eines persistierenden Foramen ovale

Wenn bei einem Säugling ein persistierendes Foramen ovale ohne einen weiteren angeborenen Herzfehler (Ventrikelseptumdefekt (VSD), TGA, Fallot-Tetralogie) besteht, ist eine Behandlung meist nicht notwendig. Manchmal kann dies später zu einer sogenannten paradoxen Embolie führen, wenn ein Blutgerinnsel durch das Foramen ovale „wandert“. Dies wiederum kann unter Umständen einen Schlaganfall auslösen, was jedoch nur sehr selten passiert.

Diagnose eines persistierenden Foramen ovale

Mittels speziellen Ultraschall erspart Kindern mit angeborenen Herzfehlern belastende Eingriffe, kann ein persistierendes Foramen ovale diagnostiziert werden. Ist die Öffnung nur sehr klein, kann es auch sein, dass ein Befund bei routinemäßigen Untersuchungen ausbleibt.

Therapie bei persistierendem Foramen ovale

Besteht als Befund ausschließlich ein offenes Foramen ovale, muss dies nicht zwingend behandelt werden. Zuerst warten die behandelten Ärzte ab, ob es sich verkleinert oder gar von selbst verschließt. Operativ verschlossen wird es bei zusätzlichen, anderen angeborenen Herzfehlern oder wenn sich aufgrund der Öffnung die rechte Herzhälfte pathologisch vergrößert hat. Ein eventueller operativer Eingriff geschieht oft erst im dritten oder vierten Lebensjahr des betroffenen Kindes.

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Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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