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Es muss nicht bei blauen Augen bleiben

So entwickelt sich die Augenfarbe bei Babys

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 18. November 2019

Babys haben am Anfang blaue Augen, oder? Die endgültige Augenfarbe beim Baby steht tatsächlich erst später fest. Sie ist manchmal sogar überraschend, denn Babys können eine völlig andere Augenfarbe haben als ihre Eltern.

So entwickelt sich die Augenfarbe bei Babys
Die Augenfarbe bei Babys entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten.
© iStock.com/zdenkam

Einige Tage oder manchmal auch wenige Stunden nach der Geburt öffnen Babys zum ersten Mal so richtig die Augen. Babys sehen zwar anfangs noch nicht scharf, ihre Augen leuchten dafür umso mehr, und zwar bei hellhäutigen Babys meistens blau. Dunkelhäutige Babys haben anfangs häufig hellbraune oder dunkelgraue Augen.

Augenfarbe beim Baby vorhersagen

Ab wann entwickelt sich die Augenfarbe bei Babys?

Die eigentliche Augenfarbe bei Babys entwickelt sich erst ab dem vierten Lebensmonat. Erst im Alter von ein bis zwei Jahren steht die eigentliche Augenfarbe fest.

Für die blauen beziehungsweise hellen Augen bei Babys ist der Farbstoff Melanin verantwortlich, genauer: der nicht vorhandene Farbstoff Melanin. Denn dieser ist bei Neugeborenen in nur sehr geringen Mengen vorhanden, die Iris erscheint blau oder bei dunkelhäutigen Babys hellbraun oder dunkelgrau. Melanin bestimmt die spätere Augenfarbe bei Babys, weil es für die Pigmentierung der Iris (Regenbogenhaut) verantwortlich ist. Je mehr Melanin in den ersten ein bis zwei Lebensjahren des Babys gebildet wird, desto dunkler wird die Augenfarbe.

Bei einigen Babys – besonders bei denen, die später auch braune Augen haben – sind die Augen von Anfang an schon braun.

Helle Augen sind lichtempfindlicher

Je heller die Augen sind, desto lichtempfindlicher sind sie. Die Pigmentierung der Iris absorbiert nämlich Sonnenstrahlen und schützt das Auge somit vor zu viel Licht. Menschen in Gegenden mit wenig Sonnenlicht haben meist helle Augen, in Gegenden mit viel Sonnenlicht (Afrika, Asien, Südamerika) meist dunkle Augen. Man vermutet deshalb einen evolutionsbiologischen Zusammenhang.

Wie Ihr Baby die Welt im ersten Jahr sieht

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Was beeinflusst die Augenfarbe bei Babys?

Welche Augenfarbe Babys später bekommen, ist genetisch festgelegt. Es kommt also auf die Augenfarben der Eltern oder auch der Großeltern an. Grundsätzlich gilt, dass dunkle Augen "dominanter" sind: Hat ein Elternteil braune und eines grüne Augen, bekommt das Baby wahrscheinlich auch eher braune Augen. Haben beide Elternteile helle Augen, kann das Baby trotzdem braune Augen bekommen, wenn zum Beispiel ein Großelternteil braune Augen hat.

Grundsätzlich gilt: Braun ist am dominantesten, Blau ist am wenigsten dominant, steht also in der Reihenfolge ganz unten. Deshalb gibt es auf der Welt auch immer seltener blauäugige Menschen. Grün (bzw. Grau) steht dazwischen. Es ist dominanter als Blau, aber schwächer als Braun. Trotzdem kann es sein, dass sich Grün oder Blau gegen Braun durchsetzen. Blauäugige Eltern können also durchaus ein Kind mit braunen Augen haben. Doch wie funktioniert das?

Mehrere Gene sind an der Festlegung der Augenfarbe beteiligt. Wieviele genau es sind und was sie beeinflusst, wird bislang noch erforscht. Man geht davon aus, dass jedes die Augenfarbe bestimmende Gen diploid, also mit einem doppelten Chromosomensatz, vorliegt. Die sichtbare Augenfarbe ist dabei der "Phänotyp", die Augenfarbe, die sich nicht durchgesetzt hat, für die aber eine Veranlagung besteht, ist der "Genotyp".

Jeder Mensch erbt von seinen Eltern je eine Erbinformation für die Augenfarbe. Dabei muss es sich aber nicht automatisch um den Phänotypen handeln. Ein Elternteil mit blauen Augen kann seinem Kind genausogut eine braune oder grüne Augenfarbe vererben.

Kann man die Augenfarbe beim Baby vorhersagen?

Welche Augenfarbe ein Baby später bekommt, lässt sich nicht hundertprozentig genau vorhersagen. Je mehr man über seinen Familienstammbaum weiß, desto genauer kann man vorhersagen, welche Augenfarbe das Baby später bekommt.

Anhand der Augenfarben von Eltern und Großeltern lassen sich schon gut bestimmte Wahrscheinlichkeiten errechnen. Die gängigsten Rechner arbeiten allerdings nur mit den Augenfarben der Eltern. In die Ergebnisse fließt immer auch mit ein, ob eine Augenfarbe dominant oder rezessiv ist. Es kann auch sein, dass ein Baby braune Augen bekommt, obwohl beide Eltern blaue Augen haben.

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 18. November 2019
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