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Kindergesundheit: internationale Referenzwerte veröffentlicht

Ob für Blutdruck, Cholesterin oder Blutzucker: Referenzwerte, die auf Risiken und Krankheiten hinweisen, liegen für Erwachsene umfangreich vor. Für Kinder fehlten bislang jedoch viele solcher Vergleichswerte.

Kindergesundheit: internationale Referenzwerte veröffentlicht
Kinder brauchen spezielle Vergleichswerte, um bestimmte Erkrankungen feststellen zu können
© iStock.com/PeopleImages

Diese Lücke will der neue Sonderband der Fachzeitschrift "International Journal of Obesity" zu medizinischen Referenzwerten bei Kindern schließen. Die Werte leiten sich von Daten des EU-Projekts IDEFICS ab, der bislang größten Studie zur Erforschung von lebensstil- und ernährungsbedingten Erkrankungen bei Kindern, die das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS gemeinsam mit der Universität Bremen koordinierte.

Referenzwerte sind wichtige Orientierungspunkte in der ärztlichen Praxis. Sie werden bei Erwachsenen standardmäßig genutzt, um Untersuchungsergebnisse zu beurteilen und therapeutische Entscheidungen zu treffen. Bei Kindern ist dies eher die Ausnahme: Außer den klassischen anthropometrischen Referenzwerten wie für Kopfumfang, Körpergewicht und -größe sowie Body-Mass-Index (BMI) fehlen Kinderärztinnen und -ärzten bislang insbesondere klinische Vergleichswerte, anhand derer sie beispielsweise das Risiko für spätere Herz-Kreislauferkrankungen beurteilen oder Frühstadien von Diabetes erkennen können. Ohne dieses Wissen ist eine frühzeitige und gezielte Intervention zur Vermeidung von dauerhaften Schäden bei Kindern mit erhöhtem Erkrankungsrisiko nicht möglich.

Eigene Referenzwerte für Kinder notwendig

Referenzwerte für Kinder und Jugendliche zu bestimmen, ist komplexer als für Erwachsene, da entwicklungsbedingte Veränderungen berücksichtigt werden müssen. Ein verlässliches Referenzsystem kann nur entstehen, wenn eine große gesunde Population vorhanden ist, bei der die gesundheitsrelevanten Werte mit standardisierten und qualitätsgesicherten Verfahren für jede Altersgruppe bestimmt werden. Die IDEFICS-Studie, in der gesundheitsrelevante Werte bei mehr als 18.000 zwei- bis elfjährigen Kindern gemessen wurden, hat hierfür die ideale Datengrundlage geboten. Mit der Veröffentlichung stehen die Referenzwerte wichtiger medizinischer Parameter für Kinder nun auch der kinderärztlichen Praxis zur Verfügung.

Besonders zum Aufdecken von Stoffwechselerkrankungen sinnvoll

Im IJO-Supplement sind unter anderem Referenzwerte zu anthropometrischen Größen wie Hautfaltendicke, Nacken- und Hüftumfang, zu Insulin und Glucose, zu Blutlipiden, Cholesterin, Knochensteifigkeit und zum Blutdruck für die Altersstufen von zwei bis elf Jahren aufgeführt. Bei den Referenzwerten für die Knochensteifigkeit und den Blutdruck wird neben dem Alter und dem Geschlecht auch die Größe des Kindes berücksichtigt. Insbesondere für die Identifizierung von Stoffwechselstörungen bieten diese Referenzwerte eine hervorragende Grundlage.

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