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Dienstag, 26. September 2017
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Kaisergeburt

Kaisergeburt
Bei der Kaisergeburt ist es der Mutter möglich, das Kind trotz Kaiserschnitt direkt nach der Geburt zu sehen
Getty Images/iStockphoto

Die Kaisergeburt ist eine neue Variante des Kaiserschnitte. Dabei wird es der Mutter ermöglicht, während des Kaiserschnittes die Vorgänge unter der Geburt mitzuerleben. Die Kaisergeburt kann eine Alternative zum herkömmlichen Kaiserschnitt sein.

Die Kaisergeburt ist eine in Deutschland neue Art des Kaiserschnitts und wurde vor kurzem in der Berliner Charité vom Geburtsmediziner Wolfgang Henrich eingeführt. Zweck der Kaisergeburt ist, trotz Kaiserschnitt direkt eine stärkere Bindung zwischen Mutter und Kind zu erreichen und das Geburtserlebnis zu intensivieren.

Kaisergeburt – Kaiserschnitt zum Mitmachen

Die Kaiserschnittrate liegt in Deutschland inzwischen bei etwa 30 Prozent, Tendenz steigend. Obwohl die Folgen für Mutter und Kind nicht zu vernachlässigen sind und oft unerwähnt bleiben, steigt die Zahl der Kaiserschnitte an. Normalerweise läuft eine Sectio caesarea, wie der Kaiserschnitt in der Fachsprache genannt wird, für die Schwangere ohne Sicht hinter einem Tuch ab. Erst wenn das Baby gewaschen und in ein Tuch gewickelt ist, darf die Mutter ihr Kind sehen.

Die Methode der Kaisergeburt sieht dagegen vor, nach operativer Öffnung des Bauches das Sichtschutztuch zu entfernen, um der Mutter freie Sicht auf den Vorgang zu ermöglichen und sie sogar bei der Geburt mithelfen zu lassen. Dann bekommt die Mutter, anders als beim Kaiserschnitt, ihr Baby sofort auf die Haut gelegt. Auch der Partner darf an der Kaisergeburt teilnehmen und wenn er möchte, wie bei einer spontanen Geburt die Nabelschnur durchschneiden.

Natürliche Geburt – Kaiserschnitt – Kaisergeburt

Gegenüber Kaisergeburt und Kaiserschnitt hat die natürliche Geburt den Vorteil, dass das Baby durch den engen Geburtskanal muss. Der Druck, den das Becken hierbei auf den Säugling ausübt, drückt den Brustkorb und somit die Lunge des Kindes zusammen und fördert so das Herausdrücken von Fruchtwasser aus der Babylunge. Hat das Kind nun den Geburtskanal passiert, braucht das Kind nun deutlich weniger Impuls von außen, um selbständig zu atmen. Bei Kaiserschnittkindern kann dies etwas länger dauern und muss mitunter von den Geburtshelfern unterstützt werden.

Kaisergeburt – Intensiveres Geburtserlebnis und mehr Nähe zum Baby

Wenn medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt sprechen, ist er oft unumgänglich. Leider passiert es auch manchmal, dass Mütter auch viele Jahre nach der Geburt darunter leiden, ihr Baby nicht sofort bei der Geburt gesehen zu haben. Manche Frauen zweifeln sogar nach der Geburt, ob sie nun das richtige Baby bekommen haben. Dies kann bei der Mutter womöglich ein Trauma hinterlassen. Insofern ist die Kaisergeburt für die Mutter ein intensiveres Erlebnis und in Sachen Mutter-Kind-Bindung besser als ein üblicher Kaiserschnitt.

Kaisergeburt als Alternative bei geplantem Kaiserschnitt

Sollte bei Schwangeren ein Kaiserschnitt notwendig sein, ist die Kaisergeburt womöglich eine Alternative. Seit kurzem wird die Kaisergeburt auch in anderen Kliniken neben der Charité durchgeführt. In anderen Ländern wird die Kaisergeburt ohnehin schon länger durchgeführt. Die natürliche Geburt ist der operativen aber grundsätzlich vorzuziehen, es sei denn, medizinische Gründe sprechen dagegen.

Video mit Informationen zur Kaisergeburt

Autor:
Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2017
Quellen: Online-Informationen der Klinik für Geburtsmedizin der Charité, Berlin http://geburtsmedizin.charite.de Stand Dezember 2013

Beiträge im Forum "Geburtstermin September/Oktober 2017"
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