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Kinderwagen Vergleich

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2019

Sicher vor die Tür: So findet man den richtigen Kinderwagen

Vor der Geburt gibt es bereits einiges zu beachten; wenn der Nachwuchs dann mal da ist, kann man schon mal verzweifeln. Nicht nur wegen des Geschreis – wenn auch unter anderem –, sondern auch, weil das Zubehör rund um die Kinderbetreuung schon mal an Science-Fiction-Technologie heranreicht: Wer sich zwischen raumschiffartigen Windelspendern und Beißringen mit verschiedenen Härtegraden richtig auskennen will, bekommt schnell das vernichtende Gefühl, als ob dafür eine zusätzliche Ausbildung nötig wäre. Auch die Wahl des richtigen Kinderwagens wird angesichts des übervollen Angebots oft zur Qual. Damit man auch ohne Zweitstudium den Überblick behält, fasst dieser Guide die wichtigsten Punkte zusammen. 

Vom Standard zum Buggy – die verschiedenen Modelle

Ein paar Räder und eine Sitz- oder Liegewanne für das Kind: Diese Elemente hat wohl jeder Kinderwagen. Doch da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Je nach Anwendung und Bedarf gibt es die unterschiedlichsten Systeme, um den Nachwuchs bequem und sicher zu transportieren. Die wichtigsten Modelle sind dabei folgende:

Standardkinderwagen

Der Standardkinderwagen zeichnet sich durch die vollständig liegende Position der Wanne aus und ist deshalb gewissermaßen das fahrbare Modell des Stubenwagens für Säuglinge, deren Muskulatur noch kein aufrechtes Sitzen ermöglicht – dieser Kinderwagen wird deshalb auch oft Erstlingswagen genannt. Um dem neugeborenen Nachwuchs optimalen Schutz und Komfort für einen ruhigen Schlaf zu bieten, sollte man auf Faktoren wie dämpfende Räder und einen windgeschützten Korb achten, beim Preis jedoch auch bedenken, dass dieses Modell zwangsläufig ein Ablaufdatum besitzt – nämlich dann, wenn das Baby schon in etwas aufrechterer Position im Kinderwagen herumspaziert werden kann.

Buggy

Wenn das Baby nicht mehr liegen muss, kann man auf einen Buggy umsteigen: Im Gegensatz zum klassischen Kinderwagen kann das Kind im Buggy nur sitzen. Er hat keinen stabilen Korb oder eine Liegewanne, sondern ist dafür kompakt zusammenfaltbar und wird deshalb auch als Sportwagen bezeichnet. Wer sein Kind etwa beim Ausflug an die frische Luft mitnehmen will, greift auf einen Buggy zurück: Denn der ist nicht nur leicht und handlich, sondern durch die lenkbaren Vorderräder auch extrem wendig. Zum schnellen Einpacken und Ausklappen zum Beispiel für Autofahrten enorm praktisch, für anspruchsvolleres Gelände oder längere Strecken eignet sich der Buggy wegen der kleinen Größe der Räder allerdings weniger.

Kombikinderwagen

Der Kombikinderwagen ist für alle, die die Qualitäten des Standardmodells mit den Vorzügen des Buggys verbinden möchten. Das Gestell ist mit verschiedenen Aufsätzen wie Liegewannen oder Sitzschalen kombinierbar und bietet somit je nach sprichwörtlicher Lebenslage die richtige Haltung – in den ersten Monaten liegend für einen gesunden Schlaf des Neugeborenen, später sitzend mit Buggy- oder Sportwagen Aufsatz oder sogar dank abnehmbarer Liegeschale im Auto. Der Kombikinderwagen ist ein echtes Allroundtalent! Das spart nicht nur Platz bei der Aufbewahrung, sondern auch Geld; schließlich hat man hier drei Modelle in einem vereint – und hat somit einen Kinderwagen, der mit den Kleinen mitwächst.

Zwillings- und Geschwisterkinderwagen  

Wer gleich zwei Kinder im Gepäck hat, wird sich über die speziellen Zwillings- und Geschwisterkinderwagen mit Tandem- oder Zweiersitzen freuen, also mit zwei hinter- oder nebeneinander angeordneten Sitzschalen. Während ein Kinderwagen mit hintereinander liegenden Sitzen einfacher zu steuern ist, ermöglicht die Variante mit nebeneinander liegenden Sitzen eine bessere Kommunikation zwischen den Kindern.

Reisesystem

Beim Reisesystem ist Praktikabilität das A und O: Ein Reisekinderwagen besteht üblicherweise aus einem Set aus Fahrgestell, herausnehmbarer Sitzschale und einer Tragetasche. Je nach Bedarf können die verschiedenen Elemente dabei kombiniert und das Kind entweder in liegender oder in sitzender Position transportiert werden. Die einzelnen Teile machen ein Reiseset zu einem sehr leicht verstaubaren Kinderwagen, einige Sitzschalen können auch zum Autositz umfunktioniert werden.

 

Checkliste: Worauf gilt es beim Kauf zu achten? 

Reifen: Luftreifen federn besser und sind leicht, leise sowie geländetauglich. Reifen aus Plastik oder Gummi sind nicht so gut gedämpft, dafür aber weniger wartungsintensiv. Erstere eignen sich also für aktive Eltern, die viel und in der Natur unterwegs sind, letztere besser für Asphalt und Gehwege in der Stadt.

Liegefläche: Die Liegefläche sollte natürlich unbedingt groß genug sein, damit das Baby genug Platz zum Schlafen hat – mindestens 80 x 35 cm sind hier angebracht. Ob ein Kinderwagen mit liegender oder mit sitzender Schale besser zu einem passt, hängt natürlich vom Alter des Kindes und von der Art der Benutzung ab.

Wendigkeit: Auch hier gibt es keine ultimative Antwort, sondern Lösungen je nach Anforderungen: Während schwenkbare Vorderräder wendiger sind, sind feste Räder stabiler. Ähnliches gilt bei der Anzahl: Drei Räder wie bei Sportwagen oder Buggys sorgen für ein leichtes Drehen und Wenden, vier dafür für den besseren Halt.

Transportationsmöglichkeit: Ein wichtiger Punkt ist natürlich, ob und wie leicht sich der Kinderwagen zusammenklappen lässt – auch hier gilt, Praktikabilität gegen Stabilität, und muss je nach Bedarf abgewogen werden.

Material: Auch die Materialien beeinflussen Handhabung oder Lebensdauer des Kinderwagens: Zu empfehlen ist beispielsweise ein festes Gestell aus Metall oder Aluminium in Kombination mit einem hautfreundlichen und gleichzeitig belastbaren Bezug aus Baumwolle, Polyester oder Nylon.

 

Welcher ist nun der beste Kinderwagen für mein Kind: Eine kleine Entscheidungshilfe

Alter Für... Kriterien der Kandidat
0 bis 6 Monate jeden Tag stabil, dämpfend, gut gefedert Standardkinderwagen
1 bis 4 Jahre Stadtschwärmer leicht, faltbar, wendig Buggy
0 bis 4 Jahre Naturfreunde flexibel, vielseitig Kombikinderwagen

 

 

Und nach dem Kauf? Die besten Tipps zum Kinderwagen reinigen und pflegen

Als täglicher Begleiter über Stock und Stein muss so ein Kinderwagen einiges aushalten. Damit sich das ausgesuchte Modell auch lange hält, kann man bei der Pflege ein paar Dinge beachten: Steinchen, Staub und Schmutz kommen jeden Tag unter die Räder, gerade im Winter, wo nicht nur nasskaltes Wetter, sondern auch Streusalz die Mechanik beansprucht, sollte man die Reifen und das Gestell des Wagens deshalb wöchentlich mit einem feuchten Tuch reinigen und auch die feinen Achsen nicht vergessen. Der Bezug des Kinderwagens ist meist abnehm- und bei milden Temperaturen bis 30°C waschbar; vorab sollte man jedoch beim Herstellernachweis überprüfen, welche Behandlung für das jeweilige Modell empfohlen wird. Vor Feuchtigkeit und Kälte schützt ein Imprägnierspray, das am besten drei Stunden auf dem Bezug des Kinderwagens einwirkt, bevor es wieder in Kontakt mit sensibler Kinderhaut kommt.