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Die häufigsten Fragen zu Neugeborenen

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin | Expertenteam
Letzte Aktualisierung: 24. September 2019

Und plötzlich ist alles ganz anders – oder ganz neu! Die erste Zeit mit dem neugeborenen Baby ist aufregend, emotionsgeladen und oft auch von ganz praktischen Fragen geprägt. Wir geben Ihnen hier Antworten auf die häufigsten.

Die häufigsten Fragen zu Neugeborenen
Frisch gebackene Eltern haben oft viele Fragen – wir geben hier Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Neugeborene.
© iStock.com/AleMoraes244

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Die häufigsten Fragen zu Neugeborenen

Von den Fontanellen über Vorsorgeuntersuchungen bis hin zu Hautveränderungen: Nach der Geburt haben frischgebackene Eltern häufig viele Fragen rund um ihre Neugeborenes.

Warum ist der Kopf bei Neugeborenen oft verformt?

Das betrifft in erster Linie Babys, die auf natürlichem Wege auf die Welt gekommen sind: Der Weg durch den Geburtskanal ist ziemlich eng und das Baby muss sich (meist mit dem Kopf voran) dort hindurchschieben. Die Schädelknochen sind bei Neugeborenen noch nicht fest zusammengewachsen und verschieben sich bei der Geburt, damit der Kopf überhaupt durch den Geburtskanal passt. Die Spalten zwischen den Schädelknochen sind noch in den ersten Lebensmonaten als Fonatenellen deutlich zu spüren, bis sie sich spätestens im zweiten Lebensjahr komplett schließen.

Manchmal gerät eine Geburt ins Stocken und das Baby braucht etwas Hilfe für die letzten Zentimeter. Dann können Zange oder Saugglocke zum Einsatz kommen. Durch den Griff der Zange oder das Vakuum der Saugglocke können ebenfalls Kopfverformungen beim Neugeborenen sichtbar sein, die sich aber in der Regel schnell wieder legen.

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Fragen zu Vorsorgeuntersuchungen

  • Wann müssen wir mit unserem Neugeborenen zum Kinderarzt? Die meisten Eltern haben sich bereits vor der Entbindung einen Kinderarzt ausgesucht. Je nachdem, wann Sie mit Ihrem Kind aus der Klinik nach Hause gekommen sind, sollten Sie die dem Alter des Kindes entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Die Termine hierfür finden Sie im gelben Vorsorgeheft oder in unserer Rubrik Vorsorgeuntersuchungen. Die U2 erfolgt zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag Ihres Babys. Haben Sie diese Vorsorgeuntersuchung bereits im Krankenhaus absolviert, sollten Sie spätestens zur U3 in der vierten oder fünften Lebenswoche mit Ihrem Neugeborenen zum Kinderarzt gehen.

  • Was hat es mit der Blutabnahme aus der Ferse auf sich? Dabei handelt es sich um den Guthrie-Test oder Fersenbluttest, eine Routineuntersuchung zur Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen oder hormonellen Störungen. Der Test ist Teil des erweiterten Neugeborenenscreenings und findet frühestens ab der 36. Lebensstunde und spätestens am dritten Lebenstag statt. Dafür werden einige Tropfen Blut aus der Ferse entnommen. Mit dem Stoffwechselscreening können bis zu 40 Erkrankungen frühzeitig erkannt werden.

Was passiert mit dem Rest der Nabelschnur?

Die restliche Nabelschnur fällt ungefähr in der zweiten Lebenswoche, in der Regel zwischen dem fünften und zehnten Lebenstag, von allein ab. Ist der Stumpf abgefallen, zeigt sich in den ersten Tagen danach noch Wundsekret. Lassen Sie sich von der Hebamme zeigen, wie Sie den Nabelschnurstummel zu versorgen haben. Halten Sie ihn nach Möglichkeit trocken, im Idealfall liegt der Nabel außerhalb des nassen Windelbereichs. Fassen Sie den Stummel am besten nicht mit den Fingern an und lassen Sie ihn einfach in Ruhe. Sollte sich der Nabel Ihres Babys entzünden oder nässen, lassen Sie ihn von Ihre Hebamme oder Ihrem Kinderarzt nachschauen.

Warum verlieren Neugeborene oft an Gewicht?

Viele gestillte Neugeborene verlieren in den ersten Tagen etwas an Gewicht. Das ist bei einem reif geborenen Baby zunächst völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Die in den ersten Tagen nach der Geburt produzierte Vormilch ist einfach noch nicht so fett- und laktosehaltig, sodass man sie eher als "leichte Kost" bezeichnen darf. Gleichzeitig enthält die Vormilch aber wichtige Schutz- und Abwehrstoffe und steckt voller Protein. Ihr Baby wird also durchaus satt. Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich etwa nach der ersten Lebenswoche, sodass Ihr Baby dann wieder an Gewicht zulegt.

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Wann und wie oft sollten Neugeborene baden?

Ihr erstes Bad erhalten Neugeborene oft bereits kurz nach der Geburt in der Geburtsklinik. Zu Hause ist es ratsam, mit dem Baden des Babys zu warten, bis die Nabelschnur abgefallen und die Nabelwunde gut verheilt ist. Wenn Sie keinen Säuglingspflegekurs besucht haben, hilft Ihnen die Hebamme.

Die Haut des Babys verfügt über einen körpereigenen Schutzfilm. In der Regel reicht es, das Kind ein- bis zweimal in der Woche zu baden. Für viele Babys ist das Baden sehr angenehm, sofern sie sich im Wasser schwerelos bewegen können und dabei gut gehalten werdent. Einmal am Tag sollte Ihr Baby im Gesicht, Windelbereich und in den Hautfalten mit klarem Wasser gewaschen werden.

Fragen zur Haut

  • Mein Baby hat weiße Pünktchen auf der Nase. Was ist das? Hierbei kann es sich um Milien handeln. Diese kleinen Ansammlungen von Hautfetten sind keine Krankheit und entstehen durch Hormonschwankungen, denen das Neugeborene nach der Entbindung ausgesetzt ist. Milien treten vor allem an der Nase auf. Sie verschwinden in der Regel innerhalb des ersten Lebensmonats von alleine wieder.

  • Mein Baby hat lauter Pickel. Was nun? Als Folge der Hormonschwankungen nach der Entbindung (das Baby ist jetzt vom mütterlichen Blut- bzw. Hormonhaushalt unabhängig) entwickeln Babys häufig eine Neugeborenen-Akne. Spätestens nach einigen Wochen verschwinden die Pickel genauso wieder von alleine, wie sie gekommen sind. Es gibt jedoch im Neugeborenenalter auch Hautveränderungen anderer Ursache. Lassen Sie im Zweifelsfall die Haut Ihres Kindes von Ihren Kinderarzt nachschauen.

  • Wieso wird mein Baby gelb? Beim Abbau von roten Blutkörperchen fällt Bilirubin an. Bilirubin ist ein gelbes Abbauprodukt vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Vor der Geburt können große Mengen an Bilirubin über die Plazenta und somit über den Kreislauf der Mutter entfernt werden. Nach der Geburt muss die noch relativ unreife Leber das Bilirubin ausscheiden und wird so anfangs bei noch nicht ausreichender Enzymaktivität überfordert. Dies führt zu einer leichten Gelbfärbung der Haut. Steigt der Bilirubinwert nicht zu stark an und bleibt nicht zu lang erhöht, ist dies durchaus normal.

  • Warum hat mein Neugeborenes ein rotes Auge? Manchmal kann es aufgrund des hohen Drucks, dem ein Baby während der Geburt ausgesetzt ist, zum Platzen eines oder mehrerer Blutgefäße in der Bindehaut kommen. Dies zeigt sich dann als rote Blutung im Auge und ist völlig harmlos. Nach einigen Tagen verschwindet das wieder von alleine. Auch Mütter haben durch das heftige Pressen während der Geburt manchmal rote Augen. Ursache sind auch hier geplatzte Äderchen.

Hodenhochstellung: Ist eine Spontanverlagerung des Hodens in den Hodensack möglich?

In vielen Fällen verlagern sich bei einer Hodenhochstellung die Hoden spontan in den Hodensack. Zu lange sollte man jedoch nicht auf diese Spontanverlagerung warten, da nur die rechtzeitige Therapie eines Hodenhochstands die möglichen Folgeschäden verhindern kann.

Fragen zu Vitaminen

  • Muss ich meinem Baby Vitamin D verabreichen? Gerade Babys haben oft eine Unterversorgung mit Vitamin D, besonders im Winter. Das sogenannte Knochenvitamin ist essentiell für die Mineralisierung der Knochen und das Wachstum. Eine ausreichende Versorgung kann zudem einer späteren Osteoporose vorbeugen. Säuglingsnahrung und Muttermilch enthält aber oft zu wenig Vitamin D, weshalb das Netzwerk "Gesund ins Leben", eine Iniative des Bundesgesundheitsministeriums zusammen mit diversen Fachgesellschaften, die tägliche zusätzliche Gabe von 400 bis 500 Internationale Einheiten (IE, das entspricht 10-12,5 µg) Vitamin D empfiehlt. Neugeborene sollen sie täglich etwa ab dem siebten Lebenstag (U2) erhalten.

  • Wofür brauchen Neugeborene Vitamin K? Vitamin K ist für die Blutgerinnung wichtig. Da das Neugeborene keine Vitamin K-Reserven hat und die Produktion erst angekurbelt werden muss, wird eine Vitamin K-Prophylaxe zur Vorbeugung von lebensgefährlichen inneren Blutungen empfohlen. In Deutschland erhalten Neugeborene direkt nach der Geburt sowie bei der U2 und U3 jeweils zwei Milligramm Vitamin K.

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Die häufigsten Fragen zum Wickeln

Fragen zu Windeln

  • Wie funktionieren die Trockenvliese in Wegwerfwindeln? Das sogenannte Trockenvlies ist der Teil der Wegwerfwindel, welcher der Haut anliegt. Trockenvliese bestehen aus einer Kunstfaser (Polyester). Sie sind so konzipiert, dass sie selbst keine oder kaum Flüssigkeit aufnehmen, aber Flüssigkeit in den Saugkern durchlassen. Die Flüssigkeit bleibt somit im Saugkern gebunden und die Haut des Babys bleibt relativ trocken.

  • Woraus bestehen die Saugkerne bei den Wegwerfwindeln? Der Saugkern einer Wegwerfwindel ist der Teil, der die Flüssigkeit aufnimmt. Der Saugkern besteht meist aus Zellstoff und Polyakrylat. Dort wird die Flüssigkeit in einer gelartigen Masse gebunden (Hydrogel). Dabei kann die Saugfähigkeit etwa das 20-fache des eigenen Gewichts betragen. Es gibt aber auch Saugkerne aus 100 Prozent Baumwolle. Um die Saugkraft zu maximieren, liegen hier mehrere Lagen Baumwollmaterial übereinander. Die Saugfähigkeit beträgt etwa das siebenfache des Eigengewichts. Diese Windel ist für Eltern entwickelt worden, die ihr Kind in reiner Baumwolle wickeln möchten, aber nicht auf den Komfort einer Höschenwindel verzichten wollen.

  • Ist die Pflege von Stoffwindeln aufwändig? Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit werden Stoffwindeln immer beliebter. Material und Design der Stoffwindeln entsprechen seit einigen Jahren dem neuesten Stand der Technik und machen das Wickeln fast so einfach wie mit Wegwerfwindeln. Stoffwindeln können mit der übrigen weißen Baumwollwäsche in der Maschine gewaschen werden. Sie müssen nicht gesondert behandelt werden.

  • Kann ich bei Stoffwindeln Weichspüler verwenden? Beim Waschen der Stoffwindeln sollten Sie keinen Weichspüler verwenden: Er vermindert die Saugfähigkeit, ist eine unnötige Belastung der Umwelt und kann Hautreaktionen (Allergien) auslösen.

  • Muss ich in die Stoffwindel ein Windelvies einlegen? Um eine grobe Verschmutzung zu vermeiden, ist ein Windelvlies in der Stoffwindel sinnvoll. Lassen Sie verschmutzte Stoffwindeln nicht länger als drei Tage im Eimer liegen, bevor Sie sie waschen.

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Ist der Urin des Babys auf seiner Haut schädlich?

In der Regel schadet der eigene Urin des Babys seiner Haut nicht. Entscheidend ist, dass Sie Ihr Baby regelmäßig "trockenlegen", also seine Windeln wechseln. Zur Vorbeugung von Hautreizungen oder Windeldermatitis können Sie Ihr Baby öfter mal ohne Windel strampeln lassen.

Muss der Babypo immer trocken sein?

Feuchtigkeit reizt die Haut des Babypos und öffnet die Poren, sodass Keime von außen leichter in die Haut eindringen können. Je länger der Po des Babys im Nassen liegt, umso empfindlicher wird die Haut. Darüber hinaus ist das feuchtwarme Klima in der Windel ein guter Nährboden für Bakterien und Pilze.

Wann wird mein Baby trocken?

Wenn Ihr Baby mit Stoffwindeln gewickelt wird, fühlt es den Zusammenhang zwischen Nasssein und Nassmachen schon sehr frühzeitig. Es gilt daher heute als erwiesen, dass mit Stoff gewickelte Babys früher trocken werden.

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Die häufigsten Fragen zu Zwillingen

In Deutschland nimmt die Häufigkeit von Mehrlingen seit Jahren stetig zu. Aktuell kommt auf 85 Geburten eine Zwillingsgeburt. Eineiige Zwillinge dagegen sind seltener: Nur ein Viertel aller Zwillinge ist eineiig, verfügt also über das gleiche Geschlecht und den gleichen Chromosomensatz. Im Folgenden finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Zwillingen.

Was hat einen Einfluss darauf, Zwillinge zu bekommen?

Die steigende Zahl der Zwillingsgeburten wird auf die zunehmende Häufigkeit reproduktionsmedizinischer Maßnahmen und in diesem Zusammenhang auch hormoneller Behandlungen zurückgeführt. Gleichzeitig steigt mit zunehmendem Alter der Frau die grundsätzliche Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege Zwillinge zu empfangen. Zwar sinkt die Fruchtbarkeit, je älter eine Frau ist, doch die Wahrscheinlichkeit auf mehrere Eisprünge innerhalb eines Zyklus' steigt. Auch das erhöht die Chance auf Zwillinge.

Haben eineiige Zwillinge die gleichen Fingerabdrücke?

Nein. Zwar ist der Chromosomensatz bei eineiigen Zwillingen gleich und sie haben auch das gleiche Geschlecht, aber die Fingerabdrücke sind individuell verschieden. Die Fuß- und Handabrücke von eineiigen Zwillingen sind sehr ähnlich, wohingegen sich die Fingerabdrücke deutlich voneinander unterscheiden.

Wo gibt es statistisch am meisten Zwillinge?

In Nigeria (besonders im Stamm der Yoruba) werden statistisch die meisten Zwillinge geboren: pro 1.000 Geburten etwa 45 Zwillingsgeburten. Woran das liegt, konnte bislang noch nicht wissenschaftlich erforscht werden. Vermutungen gibt es viele: Möglicherweise erhöht der häufige Konsum der in dieser Region vorkommenden Yamswurzel mit ihren Phytohormonen die Fruchtbarkeit, es könnten aber auch genetische Veranlagungen eine Rolle spielen.

Stillen und Ernährung: Diese Lebensmittel sind besonders reich an jetzt wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen
Autor: Karin Wunder, Medizinautorin | Expertenteam
Letzte Aktualisierung: 24. September 2019
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