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Babyduft wirkt auf Frauen wie eine Droge

Autor: Sarah Baumann
Letzte Aktualisierung: 16. November 2016

Kaum eine Frau kann dem Duft eines Babys widerstehen. Warum das so ist, haben kanadische Forscher entschlüsselt. Demnach ist der Babygeruch eine Form der chemischen Kommunikation zwischen Mutter und Kind und ruft Veränderungen im Gehirn hervor.  

Der Duft von Neugeborenen betört Frauen
Der Duft von Neugeborenen betört Frauen
(c) iStockphoto/ChristinLola

Der Duft eines Neugeborenen wirkt direkt auf das Belohnungszentrum von Frauen – egal, ob es sich um das eigene Kind handelt oder das Baby einer Fremden. Das konnten Wissenschaftler aus dem kanadischen Montreal erstmals zeigen. Die olfaktorischen (geruchlichen) Signale zwischen Mutter und Kind seien sehr intensiv, schreiben sie. „Der Geruch eines Babys aktiviert den neurologischen Belohnungskreislauf“, erklärt Studienleiter Johannes Frasnelli: „Diese Kaskade wird auch angeregt, wenn wir nach einer Hungerperiode etwas essen oder wenn ein Abhängiger seine Droge bekommt.“

Für ihre Studie verglich Frasnellis Team 15 frischgebackene Mütter mit 15 Frauen, die noch kein Kind bekommen hatten. Alle Probandinnen waren Nichtraucher – denn Rauchen beeinträchtigt den Geruchssinn. Die Forscher präsentierten den Frauen den Babyduft auf Pyjamas von Neugeborenen und fertigten zugleich Gehirnscans von den Teilnehmerinnen an.

Glückgefühle und Fürsorgereflex durch Babyduft

Wie sich an den Bildern zeigte, nahmen beide Gruppen der Babygeruch gleich stark wahr. Bei den Frauen, die erst vor wenigen Wochen selbst ein Kind entbunden hatten, wirkte er allerdings noch stärker auf das Dopamin-System im Gehirn. „Dopamin wiederum ist der wichtigste Neurotransmitter im Belohnungskreislauf des Nervensystems“, sagt Frasnelli. Neben gutem Essen und Drogen wie Nikotin könne Sex das Belohnungszentrum stimulieren. „Diese Gehirnsignale bedeuten einfach, dass ein Verlangen erfüllt wurde“, fasst der Neuropsychologe zusammen.

Babyduft wichtig für Mutter-Kind-Bindung

Dass der Duft eines Babys Frauen zufrieden stellt und Fürsorgereflexe auslöst, ist eine uralte Errungenschaft der Evolution: Mütter, die eine stärkere Bindung zu ihren Kinder verspürten und beispielsweise länger stillten, erhöhten damit in früherer Zeit die Überlebenschancen ihres Babys. Der Duft eines Neugeborenen ist daher essentiell für eine starke Mutter-Kind-Bindung.

Autor: Sarah Baumann
Letzte Aktualisierung: 16. November 2016
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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