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Sternengucker (hintere Hinterhauptslage)

Sternengucker (hintere Hinterhauptslage)
Um die Lage des Kindes positiv zu beeinflussen und zu verhindern, dass es sich in die Sternengucker-Position begibt, sollten Sie auf einen geraden Sitz achten
(c) iStockphoto/momcilog

Als Sternengucker werden Babys bezeichnet, die im Mutterleib eine veränderte, nicht ganz optimale Lage im Becken der Frau eingenommen haben, was während der Geburt zu Komplikationen führen kann.

Die optimale Geburtsposition ist die vordere Hinterhauptslage. Mit einer Häufigkeit von 94 Prozent kommen die meisten Babys so, also mit dem Kopf voran auf die Welt. Sternengucker in der hinteren Hinterhauptslage hingegen sind so im Becken der Mutter positioniert, dass sie bei der Geburt in Richtung „Sterne“, also zur Decke blicken, wenn die Mutter in der Rückenlage entbindet. Bei der vorderen Hinterhauptslage zeigt der Rücken des Ungeborenen in Richtung Bauch der Mutter, bei der hinteren Hinterhauptslage zeigt der Rücken des Babys in Richtung Rücken der Mutter.

Vorderhauptslage

Eine weitere veränderte Einstellung des Kindes ist die sogenannte Vorderhauptslage, die eine Form der Schädellage ist. Hierbei ist der Kopf des Ungeborenen führend, wobei der Kopf nicht ausreichend gebeugt ist und die große Fontanelle in Führung geht. In dieser Position kann nur vaginal entbunden werden, wenn der kindliche Rücken in Richtung Rücken der Mutter zeigt. Andernfalls kann es unter anderem durch verengte Platzverhältnisse zu einem Geburtsstillstand kommen, der einen Kaiserschnitt notwendig machen könnte.

Geburt von Sternenguckern

Während einer Geburt eines Sternenguckers aus hinterer Hinterhauptslage kommt der Kopf des Babys derart durch das Becken, dass ein deutlich vergrößerter Umfang benötigt wird. Dadurch wird die Austreibungsphase verlängert und geht mit ungenügendem Tiefertreten des Kopfes in der Pressphase einher. Der Kopf des Sterneguckers ist in Streckposition, dies erfordert mehr Platz im Geburtskanal. Da der Kopf des Babys noch weich ist, weil die Schädelnähte noch nicht verwachsen sind, muss er sich vorübergehend verformen, um aufgrund der veränderten Lage im Becken schließlich doch durch den Geburtskanal zu gelangen. Auf die weitere Entwicklung des Babys hat die Position des Sternenguckers aber keinen Einfluss. Dies kann sich bei der Gebärenden mit starken Rückenschmerzen bemerkbar machen und die Geburt verzögern. Häufig ist bei der Geburt von Sternenguckern ein Wehen förderndes Mittel notwendig, um den Geburtsvorgang zu unterstützen.

Was Schwangere für eine optimale Geburtslage ihres Babys tun können

Werdende Mütter können im Verlauf der Schwangerschaft positiven Einfluss auf die Lage des Kindes im Mutterleib nehmen. Bis zur 36. SSW drehen sich Ungeborene ständig in neue Positionen. Danach sollten sie in eine optimale Beckenendlage gelangen, um eine möglichst komplikationsarme Geburt zu ermöglichen. Somit ist es für Schwangere empfehlenswert, im Sitzen eine möglichst gerade Haltung einzunehmen, auch im Auto. Darüber hinaus ist es empfehlenswert bei einer Lageanomalie wie dem Sternengucker, täglich einige Zeit im Vierfüßlerstand zu verbringen. Auch verkehrt herum auf einem Stuhl zu sitzen und sich nach vorne über die Stuhllehne zu beugen, kann sich positiv auf die Lage des Babys im Mutterleib auswirken und Sternengucker dazu bringen, doch noch in die optimale Geburtslage zu drehen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017
Quellen: Steck, T., Hertel, E., Morgenstern, C., Pachmann, H.: Kompendium der Geburtshilfe für Hebammen. Springer Verlag, Wien 2008

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