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Drehung im Bauch

Indische Brücke: Übung zur Wendung deines Babys

Dein Baby liegt noch nicht in der Startposition für die Geburt? Mit der indischen Brücke soll dein Nachwuchs sanft zur Wendung animiert werden. Doch funktioniert diese Übung wirklich oder könnte sie gar gefährlich werden?

Schwangere führt indische Brücke aus
© shutterstock/Prostock-studio

Hat es sich dein Kind in Beckenendlage (BEL) gemütlich gemacht? Keine Sorge: Bis dein Baby endgültig keinen Platz mehr in deiner Gebärmutter hat und fest im Becken sitzt, kann es sich immer noch spontan drehen. In einigen Fällen wird in den letzten Schwangerschaftswochen dazu geraten, nun den sanften Versuch einer Wendung zu starten. Wir verraten dir, was es mit der indischen Brücke als Selbstwendungstechnik auf sich hat.

Artikelinhalte im Überblick:

Schwangerschaftsyoga: Die besten Übungen

Was ist die indische Brücke?

Als indische Brücke wird eine Übung aus dem Yoga bezeichnet. Dabei wird das Becken – meist durch den Einsatz von Hilfsmitteln – hochgelagert, sodass eine Hohlkreuzhaltung entsteht und die Körperposition an eine Brücke erinnert. Während der Schwangerschaft soll die Übung dem Baby die Drehbewegung erleichtern. Denn in dieser Lagerungsposition verändert sich die Haltung des mütterlichen Beckens: Das Kind hat mehr Platz, es kann sich neu orientieren und dreht dadurch gegebenenfalls den Kopf nach unten.

Diesen Effekt soll auch der tiefe Vierfüßlerstand haben – eine „umgekehrte“ Brücke. Statt der indischen Brücke wird heute häufig diese Übung zur Hochlagerung des mütterlichen Beckens empfohlen.

In welchen Fällen wird die indische Brücke angewendet?

Die indische Brücke kann als Wendungsversuch zum Einsatz kommen, wenn ein Baby sich in den letzten Schwangerschaftswochen noch in der Steiß- oder Querlage befindet. Bei der Steißlage liegt der Kopf des Babys unter den Rippen der Mutter und der Po zeigt in Richtung Becken. Sie ist auch als Beckenendlage (BEL) bekannt. Bei der Querlage liegt das Baby quer zur Längsachse der Mutter in der Gebärmutter. Mit der indischen Brücke kann dann versucht werden, das Baby sanft zu einer Drehung in die Schädellage (auch als Kopflage bekannt) zu bewegen. Die Übung ist in einem solchen Fall aber kein Muss!

Hintergrund des Wendungsversuchs ist, dass die Schädellage, bei der das Köpfchen des Kindes nach unten in Richtung Becken zeigt, als optimale Geburtsposition gilt. Ein Baby, das sich zum Zeitpunkt der Geburt noch in Beckenendlage befindet, wurde früher sehr häufig per Kaiserschnitt auf die Welt geholt.

Doch das ist heute nicht mehr zwingend erforderlich. Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, kann ein Baby in Beckenendlage auch bei einer vaginalen Geburt zur Welt kommen. Empfohlen wird dann eine Entbindung in einer darauf spezialisierten Klinik. Zuvor sollte in einem solchen Fall aber erst einmal eine individuelle Beratung zu den Vor- und Nachteilen und den persönlichen Gegebenheiten erfolgen.

Indische Brücke: In welcher Schwangerschaftswoche?

In der Regel kann etwa um die 32. Schwangerschaftswoche (32. SSW) mit dem Wendungsversuch durch die indische Brücke begonnen werden. Grund zur Eile besteht aber nicht: Dein Baby hat jetzt immer noch Zeit, sich in seine finale Geburtsposition zu begeben. Die meisten Babys befinden sich etwa in der 36. Schwangerschaftswoche (36. SSW) in ihrer Startposition. In einigen Fällen kann es auch danach noch zu einer spontanen Wendung kommen.

Anleitung: Wie funktioniert die indische Brücke?

Wer die indische Brücke als Übung zum Drehen ausprobieren möchte, sollte dies vorab mit der*dem Frauenärztin*Frauenarzt oder der Hebamme besprechen und sich fachgerecht anleiten lassen. Möglicherweise wird dir statt zur klassischen indischen Brücke auch zu der umgekehrten Brücke geraten oder es sprechen in deinem individuellen Fall Gründe gegen einen Wendungsversuch.

Solltest du von deiner geburtshilflichen Betreuung das Einverständnis bekommen, kannst du in der Regel folgendermaßen vorgehen:

  • Welche Haltung wird bei der indischen Brücke eingenommen? Lege dich auf den Rücken und platziere ein bis zwei dicke Kissen unter deinem Becken. Die Unterschenkel legst du auf der Sitzfläche eines Stuhls, Sessels oder Sofas ab. Du befindest dich jetzt in einer Hohlkreuzhaltung. Entspann dich! Auch dein*e Partner*in kann als Stütze dienen. Er*sie kniet sich dafür auf den Boden, du legst dein Becken auf seine*ihre Oberschenkel ab und schiebst den Po so weit wie möglich an den Bauch deines Gegenübers heran. Deine Unterschenkel lässt du über seine*ihre Schultern hängen. Im Fitnessbereich ist die Übung auch als „Hüftbrücke“ bekannt, sie ist auf unserem Artikelbild zu sehen. Der Unterschied ist aber, dass du in der Schwangerschaft dein Becken sowie deine Unterschenkel dabei gemütlich ablegen darfst. Es geht jetzt nur darum, dein Becken hochzulagern und nicht darum, deine Po-Muskeln zu trainieren.

  • Wie oft und wie lange die indische Brücke ausführen? In der Regel wird empfohlen, die indische Brücke ein- bis zweimal täglich für zehn bis 15 Minuten auszuführen. Es gibt keine Empfehlung, die indische Brücke öfter zu praktizieren, um dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Drehung zu erhöhen.

  • Wie funktioniert die umgekehrte Brücke? Bei der umgekehrten Brücke (auch als tiefer Vierfüßlerstand, Tönnchenstellung, Knie-Kopf- oder Knie-Brustlage bekannt) kniest du auf dem Boden, legst Ellenbogen, Kopf und/oder Brust auf einem Kissen ab und streckst das Becken nach oben. Das Gesicht zeigt zu einer Seite, dein Rücken darf in einem angenehmen Hohlkreuz durchhängen.

Erfolgschancen der indischen Brücke: Klappt die Drehung wirklich?

Die Wirkung der indischen Brücke basiert auf Erfahrungen. Wendungen nach der Übung konnten in der Praxis beobachtet werden, daher ist die Methode weit verbreitet. Allerdings ist nicht immer eindeutig zu sagen, ob die Wendung tatsächlich aufgrund der indischen Brücke stattgefunden hat oder sich die Babys ohnehin noch spontan gedreht hätten.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine eindeutigen Beweise für eine Wirksamkeit. Studien existieren nur wenige und wenn dann zeigen sie eher keine nennenswerte Wirkung.

Ist die indische Brücke gefährlich?

Die indische Brücke gilt generell als ungefährlich. Daher wird sie trotz fehlender wissenschaftlicher Beweise in der Praxis ab und zu weiterhin empfohlen. Nach dem Motto: Einen Versuch ist es wert. Dies gilt aber nicht in allen Fällen, daher solltest du dich vor dem Ausprobieren beraten lassen. Setzen zum Beispiel bereits Wehen ein, ist dein Muttermund schon geöffnet oder besteht ein Risiko für Komplikationen, können Fachleute dir von solchen Übungen abraten.

Die Rückenlage könnte in den letzten Schwangerschaftswochen außerdem das Vena-cava-Syndrom auslösen. Hierbei wird die Hohlvene durch das Gewicht des Babys eingeengt, wodurch es zu Kreislaufschwierigkeiten oder Atemnot kommen kann.

Ob du die indische Brücke ausführen möchtest, hängt auch von deinem eigenen Fitnesslevel ab. Wenn du ohnehin von Kreislaufproblemen geplagt bist oder dich die Übung sehr anstrengt, solltest du davon absehen. Generell gilt: Fühlst du dich in der indischen Brücke unwohl, wird dir übel oder schwindelig, beende die Übung sofort. Wenn die Körperhaltung nichts für dich ist, dann verzichte darauf. Zwinge dich nie, in der indischen Brücke zu verweilen, nur weil du dir dadurch eine Wendung deines Babys in die Schädellage erhoffst.

Welche Alternativen zur indischen Brücke gibt es?

Neben der indischen Brücke gibt es weitere Möglichkeiten, um das Baby aus der Beckenendlage zu einer Drehung anzuregen. Zu den alternativen Wendungsmethoden gehören zum Beispiel:

  • Entspannungsübungen – vor allem im Wasser
  • Moxibustion (Erwärmung von bestimmten Körperpunkten)
  • Akupunktur (Setzen von feinen Nadeln als Reiztherapie)
  • Massagen
  • Lichttherapie (Kind folgt der äußeren Lichtquelle einer Taschenlampe nach unten)

Es besteht aber keine Notwendigkeit, diese Methoden auszuprobieren. Richte dich hierbei nach dem Rat deiner*deines Ärztin*Arztes oder deiner Hebamme. Wenn sich dein Baby trotz indischer Brücke und Co. nicht dreht, hat es dafür möglicherweise sogar Gründe – zum Beispiel eine verkürzte Nabelschnur. Manchmal wird man diese Gründe erst nach der Geburt erfahren.

Die sogenannte „äußere Wendung“ ist eine Möglichkeit der Drehung, die ausschließlich von qualifiziertem Fachpersonal ausgeführt werden darf. Es handelt sich dabei um eine bestimmte Grifftechnik, durch die das Baby einen halben Purzelbaum in deinem Bauch machen soll – von der Beckenendlage in die Schädellage. Ob diese Methode in deinem Fall infrage kommt, solltest du ärztlich abklären.

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