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(K)ein Schaden fürs Baby?

Lakritz in der Schwangerschaft: Erlaubt oder verboten?

Vor dem Verzehr von Lakritz in der Schwangerschaft wird häufig gewarnt. Doch komplett verboten ist die Süßigkeit nicht. Schwangere sollten bei Lakritz trotzdem nur in Maßen zugreifen. Warum das so ist und wie viel Lakritz in der Schwangerschaft als akzeptabel gilt, verraten wir dir hier.

Lakritz in der Schwangerschaft: Erlaubt oder verboten?
© GettyImages/Peppersmint

Kurzübersicht: Lakritz in der Schwangerschaft

Ja oder nein? Bei Lakritz in der Schwangerschaft kommt es auf das richtige Maß an. Von regelmäßigem Verzehr in größeren Mengen wird abgeraten.

Gefährlich? Lakritz kann den Mineralstoffhaushalt verändern, zu erhöhtem Blutdruck und Wassereinlagerungen führen. Schwangere sollten daher besonders vorsichtig sein. Ob ein extremer Verzehr die Entwicklung des Kindes beeinträchtigt und dem Baby schaden kann, wird von Forscher*innen kontrovers diskutiert. Eine aktuelle Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) gibt Entwarnung in Bezug auf eine sehr bekannte finnische Studie über die potenziellen Gefahren von Lakritz für Ungeborene.

Wie viel? Eine spezielle Empfehlung zur Höchstmenge für Schwangere gibt es nicht. Allgemein sollten Erwachsene nicht mehr als 100 Gramm normale Lakritze pro Tag essen und Schwangere ihren Verzehr möglichst gering halten. Wenn du bereits erhöhten Blutdruck oder Wassereinlagerungen hast, empfiehlt deine ärztliche Betreuung möglicherweise einen kompletten Verzicht.

Artikelinhalte im Überblick:

Tabu-Lebensmittel: Das dürfen Schwangere nicht essen

Lakritz in der Schwangerschaft: ja oder nein?

Bei Lakritz in der Schwangerschaft kommt es besonders auf eines an: das richtige Maß. Denn ein Zuviel an dem Inhaltsstoff Glycyrrhizin kann mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden sein. Bei Glyzyrrhizin handelt es sich um ein Glykosid (Süßholzzucker), das aus der Wurzel der Süßholzpflanze gewonnen wird und eine sehr starke Süßkraft besitzt. Beim Stoffwechsel des Glycyrrhizins wird die Glycyrrhetinsäure freigesetzt, die ein Hormon im Mineralstoffwechsel hemmt.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann ein ständiger Verzehr von großen Mengen durch die Hemmung des Enzyms den Mineralstoffhaushalt verändern, es kann zu Natriumanreicherungen und Kaliumverlusten kommen. Hierdurch sind verschiedene Folgen möglich:

Vom ständigen Verzehr größerer Mengen Lakritz in der Schwangerschaft raten Fachleute daher ab. Auch Menschen, die an Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes leiden, sollten ihren Lakritzkonsum gering halten. Wenn du in der Schwangerschaft ohnehin bereits unter einem erhöhten Blutdruck, Wassereinlagerungen oder einem Schwangerschaftsdiabetes leidest, solltest du auf Lakritz in der Schwangerschaft vorsichtshalber komplett verzichten oder nur sehr kleine Mengen essen. Lasse dich hierzu am besten in deiner gynäkologischen Praxis individuell beraten.

Ist Lakritz in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby?

Vor einigen Jahren sorgte eine finnische Studie für Aufsehen. Die Studie von Katri Räikkönen an der Universität Helsinki kam zu dem Ergebnis, dass ein sehr hoher Lakritzkonsum in der Schwangerschaft (mehr als 250 Gramm Lakritze/etwa 500 Milligramm Glycyrrhizinsäure pro Woche) die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern beeinträchtigen könnte.

In der Studie wurde vermutet, dass es durch den Verzehr von Glycyrrhizin zu einer Überversorgung des Ungeborenen mit Stresshormonen der Mutter wie Cortisol kommen könnte und dies Einfluss auf die Hirnaktivität hätte. Später seien dadurch Folgen wie eine geringere Intelligenz oder ADHS möglich.

Eine aktuelle Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) entkräftete kürzlich diesen Verdacht: Die erhobenen Daten der finnischen Beobachtungsstudie eignen sich demnach nicht, um einen Beweis für einen direkten Zusammenhang zwischen Lakritzverzehr in der Schwangerschaft und solchen Entwicklungsstörungen zu erbringen.

Wie viel Lakritz in der Schwangerschaft ist erlaubt?

Das Problem bei Lakritz in der Schwangerschaft: Auf den Verpackungen von Lakritzprodukten ist der Glycyrrhizinsäuregehalt nicht ersichtlich. Du weißt also nicht, wie viel enthalten ist. Auch gesetzliche Höchstmengen zur Herstellung solcher Produkte gibt es in der EU bisher nicht. Daher lautet die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung: Verzichte, solange du schwanger bist, auf den regelmäßigen Verzehr größerer Mengen Lakritz.

Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keine allgemeine Empfehlung für eine tägliche Maximalmenge in der Schwangerschaft. Allgemein gilt für Erwachsene die Empfehlung: nicht mehr als 100 Milligramm Glycyrrhizin pro Tag. Das würde einer Menge von 100 Gramm normaler Lakritze entsprechen.

Tipps für den Lakritzkonsum: Darauf sollten Schwangere achten

Wenn du ab und zu Lakritz naschen möchtest, solltest du unbedingt auf die Kennzeichnung der Produkte achten. Bei folgenden Hinweisen solltest du achtsam sein:

  • „Starklakritz“: Diese Lakritzvariante enthält mehr Glycyrrhizin. Ab einem Gehalt von mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm muss in Deutschland daher ein entsprechender Hinweis auf dem Produkt stehen – zum Beispiel „Starklakritz“, „Erwachsenenlakritz“, „kein Kinderlakritz“ oder „extra stark“.

  • „Süßholz“: Ab einer Konzentration von mindestens 100 Milligramm Glycyrr­hizin pro Kilogramm muss das Produkt den Hinweis "enthält Süßholz" enthalten oder Süßholz in der Zutatenliste stehen.

  • „enthält Süßholz — bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Erzeugnisses vermieden werden“: Ab einer Konzentration von vier Gramm Glycyrr­hizin pro Kilogramm findest du diesen Hinweis auf der Packung.

Lakritz – was ist das überhaupt?

Ob Bonbons und Pastillen aus der Apotheke oder Schnecken aus dem Süßigkeitenregal – Lakritz zeichnet sich durch einen einzigartigen süß-herben Geschmack aus. Für dieses intensive Aroma sorgt der enthaltene Süßholzsaft, der aus den getrockneten Wurzeln der Süßholzpflanze gewonnen wird. Die Pflanze aus dem Mittelmeerraum wird schon seit Jahren als Arzneimittel verwendet.

Süßigkeiten dürfen als Lakritz bezeichnet werden, wenn sie mindestens drei Prozent Süßholzsaft oder Süßholzextrakt enthalten. Im Handel ist, neben Süßlakritz, das so genannte Salzlakritz zu finden – es enthält zusätzlich Salmiak.

Der Süßholzpflanze sagt man eine heilende Wirkung nach: Sie wird zur Linderung von Magenbeschwerden oder zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Die Süßholzwurzel soll entzündungshemmend und schleimlösend wirken. Außerdem gilt Lakritz als äußerst kalorienarme Süßigkeit.

Süßholz ist übrigens nicht nur in Lakritz enthalten. Auch in Tees kann sich diese Zutat verbergen. Sollte dies bei einem Tee der Fall sein, wird empfohlen, ihn in der Schwangerschaft nicht kannenweise zu trinken – besser nur gelegentlich ein Tässchen.

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