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Sonntag, 24. September 2017
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Hebamme - Geburtsvorbereitung, Geburt und die Zeit danach

Hebamme - Geburtsvorbereitung, Geburt und die Zeit danach
(c) Monkey Business Images

Hebammen und Frauenärzte begleiten und betreuen Frauen medizinisch während der Schwangerschaft und der Geburt. Die fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen dieser beiden Berufsgruppen ergänzen sich ideal und können sich nicht gegenseitig ersetzen.

Hebammen arbeiten in Kliniken, Geburtshäusern, ärztlichen Praxen in Zusammenarbeit mit Frauenärzten oder selbstständig.

Zu den Aufgaben von Hebammen gehören:

  • Schwangerschaftsvorsorge und Hausbesuche bei Beschwerden während der Schwangerschaft,
  • Leitung von Kursen wie Schwangerschaftsgymnastik, Geburtsvorbereitung, Babypflege und Rückbildungsgymnastik,
  • Geburtshilfe je nach Anstellung bei Hausgeburten, im ambulant im Geburtshaus oder in der Klinik,
  • klinische und häusliche Wochenbettbetreuung,
  • Kontrolle der Säuglingsentwicklung,
  • Stillberatung und Beratung bei Stillbeschwerden sowie
  • je nach Zusatzausbildung eventuell Angebot von zusätzlichen Maßnahmen wie Akupunktur, Homöopathie oder Shiatsu

Die richtige Hebamme finden

Das Verhältnis zwischen der Schwangeren und der Hebamme ist während und nach der Schwangerschaft häufig sehr intensiv, daher sollte Sympathie untereinander bestehen. Eine Hebamme muss abhängig vom geplanten Geburtsort und der Geburtsmethode gesucht werden. Geburtshäuser und Krankenhäuser, welche Belegbetten zur Verfügung stellen, arbeiten mit vielen Hebammen zusammen und können bei der Suche nach einer Hebamme helfen. Auch der behandelnde Frauenarzt kann in der Regel eine Hebamme vermitteln. Zudem gibt es Hebammenverbände und -netzwerke, die eine Liste mit Hebammen zur Verfügung stellen.

Es ist ratsam, die richtige Hebamme und den Geburtsort möglichst früh zu suchen und zu kontaktieren. Denn sowohl Kliniken, welche Belegbetten zur Verfügung stellen, als auch Geburtshäuser und Hebammen haben nur beschränkte Kapazitäten.

Schwangerschaftsvorsorge durch die Hebamme

Während der Schwangerschaft ist die Hebamme die wichtigste Kontaktperson bei Fragen und Beschwerden. Zudem führt sie auch Vorsorgeuntersuchungen durch, die im Mutterpass dokumentiert werden. Dazu gehören Fragen nach der Befindlichkeit, Gewichts- und Blutdruckmessungen, Urin- und Blutuntersuchungen, Feststellen und Kontrolle der Lage und Größe des Kindes sowie die Kontrolle der Herztöne des Kindes.

Zudem berät und hilft die Hebamme bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit oder Rückenschmerzen und der Wahl des Geburtsorts. Auch bei Ernährungsfragen, bei Problemen am Arbeitsplatz oder bei Fragen zum Thema Sex in der Schwangerschaft kann die Hebamme Auskunft geben. Zudem kann die Hebamme Eltern über die Möglichkeiten und auch Risiken der pränatalen Diagnostik informieren.

Beobachtet die Hebamme bei ihren Untersuchungen Auffälligkeiten oder Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf - wie vorzeitige Wehen oder spezifischen Erkrankungen -, zieht die Hebamme einen Frauenarzt hinzu.

Geburtsvorbereitung bei der Hebamme

Hebammen bieten Geburtsvorbereitungskurse an, in denen Schwangere oder Paare verschiedene Übungen, Massage- und Atemtechniken zur Geburtserleichterung kennenlernen und sachliche Informationen rund um die Geburt, Geburtsmethoden und die Risiken erhalten. In den Kursen können Schwangere untereinander über ihre Wünsche und Sorgen sprechen. Es ist ratsam, sich frühzeitig über mögliche Kurse zu informieren und in der 20. Schwangerschaftswoche mit dem Kurs zu beginnen.

Während der Geburt

Jede Geburt wird von einer Hebamme begleitet. In Krankenhäusern sind häufig Beleghebammen tätig. Sie überwachen den Geburtsverlauf, die Vitalität des Ungeborenen und helfen der Schwangeren sich durch verschiedene Liegepositionen und Atemtechnik zu entspannen. Bei einer Hausgeburt oder Entbindung im Geburtshaus kann die Hebamme - falls erforderlich - einen Dammschnitt durchführen. In Kliniken werden Dammschnitte - wenn nötig - in der Regel von Ärzten durchgeführt, die in der Endphase der Geburt hinzukommen.

Betreuung im Wochenbett

Die Nachsorgehebamme kann die Mutter und das Neugeborene in den ersten zehn Tagen nach der Geburt im Wochenbett täglich betreuen, in den weiteren sechs Wochen kommt sie bei Bedarf bis zu 16 Mal. Anschließend kann sie bei Stillproblemen noch auf ärztliche Anordnung kontaktiert werden.

Die Hebamme erklärt den Eltern die Pflege des Babys (wie Wickeln, Baden und Nabelpflege) und worauf sie achten müssen, um beispielsweise dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen. Zudem erkundigt sie sich nach dem Wohlbefinden der Eltern und kontrolliert die körperliche Kindsentwicklung. Sind Mutter und Kind am dritten Tag nach der Geburt nicht mehr im Krankenhaus, kann die Hebamme die empfohlene Blutentnahme beim Kind, das Neugeborenenscreening, durchführen. Bei Auffälligkeiten oder Komplikationen zieht sie einen Frauenarzt und/oder Kinderarzt hinzu.

Ein wesentlicher Bestandteil der Betreuung im Wochenbett ist die Stillberatung. Die Hebamme zeigt der Frau verschiedene Stillpositionen und hilft bei Problemen wie Milchstau. Entscheidet sich eine Mutter gegen das Stillen, informiert die Hebamme über die Säuglingsersatznahrung und deren Zubereitung.

Ratgeber "Hebamme"

Was genau macht eigentlich die Nachsorgehebamme und welche Tipps geben erfahrene Hebammen rund um Geburt und Kreißsaal? Weiter unten finden Sie noch mehr Themen aus unserem großen "Ratgeber Hebamme".

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2017
Quellen: Höfer, S. und Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer, München 2007, Online-Informationen des Deutschen Hebammenverbands e.V.: www.bdh.de (Stand: Dezember 2008)

Beiträge im Forum "Geburtstermin September/Oktober 2017"
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