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Mittwoch, 21. Februar 2018
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Die sanfte Geburt

Bei der sanften Geburt geht es nicht um eine leichte, schmerzarme Entbindung, sondern um den behutsamen Umgang mit dem Baby, nachdem es auf die Welt gekommen ist.

Sanfte Geburt
Eine sanfte Geburt bedeutet einen behutsamen Umgang mit dem Neugeborenen
(c) iStockphoto/kieferpix

Was ist die sanfte Geburt?

Der französische Frauenarzt und Geburtshelfer Frédéric Leboyer hat den Begriff der sanften Geburt in den 70er-Jahren geprägt. Leboyer wollte vermeiden, dass der Geburtsstress durch unnötige medizinische Maßnahmen verlängert wird. Er stellte die Forderung auf, dass Neugeborene nach der Geburt liebevoll in Empfang genommen werden und sie sich langsam und ungestört an ihr neues Umfeld gewöhnen dürfen. Dies stand im Gegensatz zur früher gängigen Praxis, Neugeborene sofort nach der Entbindung an den Füßen in die Luft zu heben und ihnen für den ersten Schrei einen Klaps auf den Po zu geben.

Damals galt die Idee der sanften Geburt als revolutionär. Heute sind Entbindungskliniken längst keine sterilen Orte mehr – der sanfte Umgang mit dem Baby ist zur Selbstverständlichkeit geworden.

Was bedeutet sanfte Geburt?

Um eine sanfte Geburt zu ermöglichen, werden nach der Entbindung bestimmte Maßnahmen durchgeführt. Dazu gehören folgende:

  • Das Neugeborene wird der Mutter auf den Bauch gelegt (Bonding), es spürt die Wärme, hört die Herztöne und kann sich erst einmal von den Strapazen der Geburt erholen.
  • Die Nabelschnur wird nicht unmittelbar nach der Geburt durchtrennt, dadurch fällt dem Kind die Umstellung auf die selbständige Atmung leichter.
  • Kind und Mutter wird Zeit gegeben, sich erst einmal kennen zu lernen.
  • Für das Baby wird eine angenehme Umgebung geschaffen: Die Entbindungszimmer sind besonders warm gestaltet, das Licht ist gedämpft.

Warum ist die sanfte Geburt wichtig?

Während der Schwangerschaft hat das Baby seine Zeit geborgen im geschützten Mutterleib verbracht – abgedunkelt und bei einer Temperatur von etwa 37 Grad. Die Umstellung auf die Bedingungen der Außenwelt bedeutet eine enorme körperliche Veränderung für das Neugeborene. Auf einmal ist es heller, kühler, lauter und viel hektischer als ja zuvor.

Bei einer sanften Geburt soll dem Baby der „Schrecken“ dieser radikalen Veränderung genommen werden. Durch Zuneigung wird ihm in den ersten Momenten nach dem einschneidenden Geburtserlebnis ein Gefühl der Geborgenheit geschenkt und es wird auf diese Weise sanft in der Welt willkommen geheißen. Ein solcher Start ins Leben soll sich positiv auf die Entwicklung der Persönlichkeit auswirken.

Sanfte Geburt und Hypnobirthing

Der Begriff der sanften Geburt, wie ihn Leboyer in den 1970er Jahren einführte, ist nicht zu verwechseln mit dem Hypnobirthing-Konzept von Marie F. Mongan. Hierbei geht es darum, dass Frauen durch Entspannungstechniken lernen sollen, mit dem Geburtsschmerz besser umzugehen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. November 2017
Quellen: Gebauer-Sesterhenn B.; Villinger, T.: Schwangerschaft und Geburt. Gräfe und Unzer Verlag, München 2012; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de (Abruf: 03.11.17)

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