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Geschlechtsbestimmung beim Baby: Wann kann der Arzt es erkennen?

Geschlechtsbestimmung beim Baby: Wann kann der Arzt es erkennen?
Mädchen oder Junge? Die Geschlechtsbestimmung beim Baby erfolgt mittels Ultraschall
(c) iStockphoto/DragonImages

Wussten Sie, dass schon im Augenblick der Befruchtung das Geschlecht Ihres Babys festgelegt wird? Bis das Geschlecht bestimmt werden kann, brauchen Sie aber trotzdem etwas Geduld.

Noch bevor Sie den positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten, sind die Würfel in Sachen Geschlecht bereits gefallen. Schon bei der Befruchtung wird nämlich mit der Verschmelzung von Eizelle und Spermium festgelegt, ob ein Mädchen oder ein Junge in Ihnen heranwächst. Ausschlaggebend dafür sind die Chromosomen des Mannes – er bestimmt also das Geschlecht des Kindes. Während die Eizellen einer Frau immer zwei X-Chromosomen enthalten, kann das Spermium des Mannes entweder ein Y- oder ein X-Chromosom tragen. Die Kombination XX wird immer ein Mädchen, bei XY kommt ein Junge zur Welt.

Mädchen oder Junge: Ab wann ist das Geschlecht überhaupt erkennbar?

Mit der Neuigkeit der Schwangerschaft wächst auch die Vorfreude auf die Nachricht über das Geschlecht. Der Geschlechtsbestimmung durch den Arzt (oft umgangssprachlich „Outing“ genannnt) fiebern viele Eltern in den ersten Schwangerschaftswochen entgegen. Jetzt müssen Sie allerdings noch geduldig sein. Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung werden Sie das Geschlecht nicht erfahren.

Bis zur 7. Schwangerschaftswoche (SSW) entwickeln sich Mädchen und Jungen identisch. Erst danach bilden sich die unterschiedlichen Geschlechtsorgane aus. Beim Jungen entwickeln sich die HodenTestosteron und das sogenannte Anti-Müller-Hormon werden produziert. Letzteres verhindert, dass sich weibliche Geschlechtsanlagen ausbilden. Bei Mädchen beginnt die Entwicklung der Eierstöcke etwas später – ab der 10. Schwangerschaftswoche.

Im Genitalbereich des Kindes ist etwa ab der 11. Schwangerschaftswoche eine Art Knospe (Protuberanz) zu erkennen. Aus dieser entwickeln sich die Geschlechtsorgane. Der Winkel – also wie weit sich diese Wölbung vom Körper abhebt – gibt den Hinweis auf das Geschlecht. Der Arzt kann so per Ultraschall schon erahnen, um welches Geschlecht es sich bei Ihrem Baby handelt. Für eine seriöse Geschlechtsbestimmung sind diese Indizien aber noch nicht präzise genug.

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Geschlecht erkennen in der Frühschwangerschaft: So aussagekräftig sind die Ultraschallbilder in den ersten Wochen

Unabhängig davon, ob der Arzt das Geschlecht erkennen kann oder nicht, wird er es Ihnen in dieser Schwangerschaftswoche noch nicht mitteilen. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass selbst Ultraschallexperten in der 12. Schwangerschaftswoche nur zu 46 Prozent das Geschlecht korrekt bestimmen können, in der 13. Schwangerschaftswoche steigt die Wahrscheinlichkeit hingegen auf 80 Prozent. Die Zuverlässigkeit der Geschlechtsbestimmung mittels Ultraschalls nimmt mit dem Alter der Schwangerschaft also zu. Per Gesetzt (§ 15 Gendiagnostikgesetz) sind Ärzte in Deutschland dazu verpflichtet, das Geschlecht bis zum Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche geheim zu halten, außer es gibt eine medizinische Notwendigkeit es der Mutter schon vorzeitig mitzuteilen. So soll ein Missbrauch dieser Information (etwa eine Abtreibung aufgrund eines Wunschgeschlechts, da diese bis zu dem Zeitpunkt straffrei möglich wäre) verhindert werden.

Geschlechtsbestimmung: Wie wird es eindeutig festgestellt und Ihnen mitgeteilt?

Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung, die in der Regel zwischen der 19 und 22. Schwangerschaftswoche stattfindet, ist es dann endlich soweit: Sie werden wahrscheinlich das Geschlecht Ihres Kindes erfahren. Vorausgesetzt Ihr Baby lässt einen Blick zu. Manche Kinder drehen sich während des Ultraschalls konsequent weg, halten die Finger zwischen die Beine oder haben einen Fuß so nah an ihren Körper gepresst, dass der Arzt nichts erkennen kann. In solchen Fällen könnte es hilfreich sein, ein wenig auf und ab zu laufen, um die Lage des Kindes zu verändern. Wenn das nicht hilft, brauchen Sie noch etwas mehr Geduld. Der Arzt wird das Geschlecht bei der nächsten routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung feststellen. Ihr Arzt wird Sie auch darauf hinweisen, dass immer noch eine gewisse Irrtumswahrscheinlichkeit besteht.

Auch, wenn Sie sich für eine pränatale Diagnostik entscheiden, kann das Geschlecht des Kindes dabei bestimmt werden. Bei Untersuchungen, die zur Ermittlung von Chromosomenanomalien dienen, wird das Geschlecht zum Beispiel eindeutig bestimmt. Diese Untersuchungen dürfen nur aufgrund einer medizinischen Notwenigkeit erfolgen und keineswegs zur reinen Geschlechtsbestimmung in Anspruch genommen werden.

Interessant: Amerikanische Studien haben übrigens herausgefunden, dass weibliche Föten während der Wehen einen schnelleren Herzschlag haben als männliche. In der Schwangerschaft selbst kann das aber keinen Hinweis auf das Geschlecht geben.

Geschlecht erkennen oder sich überraschen lassen?

Ob blau oder rosa – manche Eltern möchten das Geschlecht ihres Kindes während der Schwangerschaft noch gar nicht wissen. Wichtig ist: Wer überrascht werden möchte, sollte diese Entscheidung unbedingt seiner Frauenärztin mitteilen, damit sie Ihnen das Geschlecht bei den Untersuchungen nicht versehentlich verrät.

Tests zur Geschlechtsbestimmung

Im Jahr 2007 sorgte eine Entwicklung in der Forschung für Aufsehen. Der Grund: Es wurde ein Weg gefunden, das Geschlecht des Babys durch einen einfachen Bluttest schon in den frühen Schwangerschaftswochen zu bestimmen. Dabei wird das Blut der Mutter auf die DNS des Kindes untersucht. Befinden sich darin Y-Chromosomen, ist das Ergebnis eindeutig – es wird ein Junge. Da ein solcher Test erhebliche Missbrauchsgefahr birgt, wird das Vorgehen von der Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH) abgelehnt. Die frühe Information über das Geschlecht könnte dazu verwendet werden, aufgrund dessen einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen.

Auch wenn im Internet diverse Tests zur Geschlechtsbestimmung angeboten werden: Andere kommerziell angebotene Tests können das Geschlecht des Babys nicht in Erfahrung bringen. Trotz Vorfreude sollten sich Eltern daher bis zum Ultraschalltermin oder gar bis zur Geburt gedulden und sich nach wie vor unabhängig vom Geschlecht vor allem an den altbekannten Spruch „Hauptsache gesund“ halten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. Januar 2017
Quellen: Holzgreve, W., Sohn, C.: Ultraschall in Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2012; Höfer, S., Scholz, A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2014; Huch, R., Ochsenbein-Kölble, N., Largo, R.: Ich bin schwanger: Woche für Woche rundum gut beraten. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2015; Maiwald, S.: Wir sind Papa! Gräfe und Unzer Verlag, München 2014; Miller, K., Jocham, D.: Praxis der Urologie, Band 1. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2007; Online Informationen des Bundesminsteriums der Justiz und für Verbraucherschutz: www.gesetze-im-internet.de, Abruf: 03.12.2015

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