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Schreibaby

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2017

So manches Schreibaby hat junge Eltern wohl schon zur Verzweiflung gebracht. Stundenlanges, intensives Schreien eines Babys kann verschiedene Ursachen haben. Nicht immer sind die sogenannten Dreimonatskoliken für ein abnormes Schreien verantwortlich.

Schreibaby
Weinen beim Baby ist in gewissem Maße normal - wenn es aber bestimmte Zeiten überschreitet, spricht man von einem Schreibaby
(c) Getty Images/iStockphoto

Schreibabys sind eine Belastungsprobe für die Eltern

Die Quote „echter“ Schreibabys liegt bei bis zu zehn Prozent. Viele Eltern fragen sich:“Wie lange dauert das noch an?“ oder „Wann wird es endlich besser?“. Bei den meisten Schreibabys hören die Schreiattacken im vierten Lebensmonat auf. Nur in seltenen Fällen dauern die Schreiphasen bis zum sechsten Monat an.

Schreien als Kommunikation

Ein Baby, das schreit, ist nicht automatisch ein Schreibaby. Da sich Babys noch nicht anders äußern können, dient ihnen das Schreien als Mittel zur Kommunikation. Hunger, Durst, Müdigkeit oder Schmerzen werden den Eltern durch das Schreien des Babys vermittelt. Erhält das Kind nun das Benötigte, hört es meist gleich wieder auf zu schreien. Anders ist es bei Schreikindern. Bei ihnen hilft oft so gut wie keine Maßnahme, um es zu beruhigen.

Definition Schreibaby

Für sogenannte Schreibabys gibt es eine Definition. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. beschreibt Schreibabys, wenn sie

  •  mehr als drei Stunden täglich
  •  an mehr als drei Tagen pro Woche
  •  über mehr als drei Wochen

schreien. Häufig wird bei betroffenen Kindern eine sogenannte Dreimonatskolik diagnostiziert. Tatsächlich ist diese Diagnose jedoch weitaus seltener, als sie gestellt wird. Somit ist die Dreimonatskolik eher zu einem Begriff mutiert, der ein Schreibaby beschreibt, ohne der Ursache tatsächlich gerecht zu werden.

Welche Ursachen gibt es für Schreibabys?

Die Ursachenforschung hat noch nicht wirklich viel herausgefunden. Der einzige anhand von Studien belegte Beweis ist, dass in Raucherhaushalten die Quote der Schreibabys höher liegt als bei Eltern, die nicht rauchen. Ursächlich gibt es Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die zu Bauchschmerzen führen können. Diese sind jedoch eher selten. Auch Sodbrennen durch einen sogenannten Reflux kann beim Baby zu Schmerzen führen. Dies tritt auch eher selten auf.

Die Osteopathie führt die Symptome eines Schreikindes unter anderem auf Gelenkfehlstellungen, insbesondere der Kopfgelenke und der Halswirbelsäule der Babys zurück. Diese Symptomatik ist auch als KiSS-Syndrom bekannt. Betroffene Eltern haben oft schon die Erfahrung gemacht, dass nach einer osteopathischen Behandlung des Säuglings die Schreiattacken schnell verschwinden können. Manche Wissenschaftler sprechen auch von einer Art Reizüberflutung des Babys. Manche Babys können also auch durch zu viele Eindrücke, die von der Außenwelt auf sie einwirken, einfach überfordert sein. Grundsätzlich können die Ursachen bei Schreibabys können also vielfältig sein.

Was können Eltern von Schreibabys tun?

Eine einfache Möglichkeit, die Eltern von Schreibabys versuchen sollten, besteht darin, die Umgebung ihrer Kinder komplett rauchfrei zu halten. Keinesfalls sollten Kinder Medikamente erhalten, die nicht explizit vom Kinderarzt verordnet wurden. Betroffene Eltern sollten auf eine womöglich dauerhafte, asymmetrische Haltung des Kopfes achten. Dies könnte auf einen Schiefhals oder ein KiSS-Syndrom hinweisen. Erbricht das Baby sich öfter als üblich, sollte ebenfalls ein Kinderarzt aufgesucht werden. Genauso wenn das Kind nicht trinkt oder nicht mehr an Gewicht zunimmt. Sehr sinnvoll ist ein Arztbesuch auch, wenn sich die Eltern derart überfordert fühlen, dass sie glauben, die Kontrolle verlieren zu können. Es zeugt von viel Verantwortung der Eltern, sich Hilfe zu suchen, statt dass ein schreiendes Baby im schlimmsten Fall geschüttelt wird!

Schreibaby – Welche Therapie ist die richtige?

Eine erfolgreiche Therapie hängt von der richtigen Diagnose ab. Ein Kinderarzt und ein erfahrener Manualtherapeut oder Osteopath sollten den Säugling untersuchen. Erst wenn die Ursache der Schreiattacken erkannt ist, kann eine Therapie erfolgreich sein.

Schreiambulanz – Was ist das?

In Deutschland gibt es einige sogenannte Schreiambulanzen, an die sich verzweifelte Eltern wenden können. Hier können sogenannte Schreibabytherapeuten helfen. Informationen finden Hilfe suchende Eltern unter http://www.schreibabyambulanz.info/index.htm oder unter www.schreiambulanz.de/ .

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2017
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