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Dienstag, 16. Januar 2018
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HypnoBirthing gegen Schmerzen bei der Geburt

Hypnobirthing
Statt eines Pendels nehmen Hebammen beim Hypnobirthing ihre Hand. Frauen sollen dabei lernen, loszulassen und sich bei der Geburt zu entspannen
(c) Katholisches Klinikum Ruhrgebiet/Günter Schmidt

Bei Hypnose denken viele an Kommandos und Fremdbestimmtheit. Aber HypnoBirthing ist eine natürliche Art der Selbsthypnose für eine sanfte Geburt. Hebammen und Frauenärzte haben die Methode für die Geburtsvorbereitung entdeckt und immer mehr Frauen profitieren davon.

HypnoBirthing wurde 1989 von Marie Mongan in den USA entwickelt. Mithilfe von HypnoBirthing kann sich eine Schwangere auf die Geburt vorbereiten, um ihr angstfrei, selbstsicher und vertrauensvoll entgegenzublicken. Es geht darum, sich eine Technik anzueignen, mit deren Hilfe man die Schmerzen bei der Geburt im Griff hat und nicht umgekehrt. HypnoBirthing soll den Schwangeren die Angst nehmen und ihre Schmerzen lindern. Viele Frauen berichten auch, dass sie mit HypnoBirthing als Vorbereitung auf die Geburt eine nahezu  schmerzfreie Geburt erleben durften.

Tiefenentspannt durch die Geburt

"Es ist ein Zustand der Tiefenentspannung, der sich zwischen Wach-Sein und Schlaf befindet", sagt sie. Die Frauen könnten sich hinterher an alles erinnern. Helga Hüsken-Janßen, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH) beschreibt es so: "Viele Schwangere vergleichen das Erleben einer Trance mit dem angenehmen Zustand kurz vor dem Einschlafen."

Längst ist die Hypnose in Krankenhäusern angekommen. "Die Selbsthypnose kann eine wirkungsvolle Maßnahme sein, um Verspannungen und Angst während der Geburt zu reduzieren", erklärt Ulrich Freitag, Vorstandsmitglied beim Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Entscheidend dafür sei eine sehr gute Anleitung vor der Geburt. Der BVF verweist darauf, dass die therapeutische Hypnose nur von qualifizierten Psychotherapeuten und Ärzten durchgeführt werden sollte. Denn auch dann, wenn eine Frau nur einen Hypnosekurs zur Geburtsvorbereitung belege und hoffe, ihre Stärken zu aktivieren, könne es sein, "dass starke unerfreuliche oder unangenehme Gefühle und Erlebnisse aufbrechen", erklärt Freitag.

Vorteile von HypnoBirthing

  • Vermeidung des Angst-Spannung-Schmerz-Syndroms
  • positives Erleben der Geburt und somit entspannteres Gebären, auch für das Baby
  • niedrigere Gefahr von Geburtsverletzungen
  • weniger Interventionen bei der Geburt, weniger Kaiserschnitte

Hypnobirthing ungeeignet bei psychischen Erkrankungen

Eine psychische Erkrankung ist für HypnoBirthing ein Ausschlusskriterium, da negative Erfahrungen so hochkommen können und das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte, passiert.

Studien zum Thema gibt es in Deutschland noch nicht viele. Erste Ergebnisse deuteten darauf hin, dass mit Hypnose Ängste genommen werden können und weniger Schmerzmittel notwendig sind, sagt der Frauenarzt Joscha Reinhard vom St. Marienkrankenhaus in Frankfurt am Main.

Aber klappt diese Technik auch, wenn das Klinikpersonal selbst nicht mit der Technik vertraut ist? Die Hebamme Jana Friedrich hat ihre Zweifel. Sie arbeitet festangestellt in einer Klinik in Berlin und hat dort Schwangere erlebt, die sich in HypnoBirthing-Kursen vorbereitet hatten. "Ich hatte das Gefühl, die Frauen haben eine Liste im Kopf, wie die Geburt zu verlaufen hat", sagt sie. Es scheint also wichtig zu sein, die vertraute Hebamme, mit der man die Techniken des HypnoBirthing erlernt hat, an seiner Seite zu haben.

Tipp: Buch zum Hypnobirthing

Eine Rezension des Buchs "HypnoBirthing - Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt" können Sie HypnoBirthing - Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt lesen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2017
Quellen: Online Informationen der HypnoBirthing GmbH: http://hypnobirthing.ch (Abruf: Mai 2016); Marie F. Mongan: HypnoBirthing - Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt. Mankau-Verlag

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