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Samstag, 27. August 2016
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Triple-Test

Triple-Test
Für den Triple-Test nimmt der Frauenarzt Blut ab, welches auf bestimmte Faktoren untersucht wird
Getty Images/iStockphoto

Beim Triple-Test handelt es sich um eine Blutuntersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik. Der Arzt bestimmt dabei die Konzentrationen des Alpha-Fetoproteins (AFP) und der Hormone Östriol und Humanes Chorion-Gonadotropin (hCG) im Blut der Schwangeren. Diese drei (triple=dreifach) Werte setzt er zum Alter der Frau und ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte in Beziehung.

Allgemeines zum Triple-Test

Diese Berechnung gibt an, ob für sie ein höheres oder geringeres Risiko als bei einer durchschnittlichen Schwangeren im gleichen Alter besteht, ein Kind mit einer Chromosomenstörung, insbesondere Trisomie 21, oder einem offenen Rücken (Spina bifida, Neuralrohrdefekt) zu bekommen.

Der Triple-Test liefert eine erste Risikoabschätzung und kann Schwangeren dabei behilflich sein, zu entscheiden, ob eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) oder eine weitere Untersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik durchgeführt werden soll. Da der Test häufig falsche Prognosen liefert und als unzuverlässig gilt, wird er heute nur noch selten angewendet.

Wann und wie wird der Triple-Test durchgeführt?

Der Triple-Test wird zwischen der 14. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Der Arzt nimmt der Schwangeren hierfür Blut ab. Zur Auswertung werden die Proben anschließend in ein Labor weiter gegeben. Das Risiko wird für jede Frau individuell unter Berücksichtigung persönlicher Faktoren ermittelt. Mit den Testergebnissen kann nach wenigen Tagen gerechnet werden.

Was wird untersucht und was sagen die Werte aus?

Beim Triple-Test wird die Konzentration eines Eiweiß (Protein) und zweier Hormone im Blut der Schwangeren ermittelt.

  • Das Alpha-Fetoprotein wird unter anderem in der Leber des Ungeborenen gebildet und über seine Nieren ins Fruchtwasser ausgeschieden. Es ist auch im Blut der Schwangeren nachweisbar. Wenn der Körper des Ungeborenen nicht ganz von Haut umschlossen ist, wie das bei einem Neuralrohrdefekt oft der Fall ist, enthalten Blut und Fruchtwasser mehr Alpha-Fetoprotein als gewöhnlich. Bei einer Chromosomenstörung (Trisomie 21) liegt der Eiweißwert in beiden Flüssigkeiten unterhalb der Norm.
  • Die Vorstufen des Hormons Östriol werden von den Nebennieren und der Leber des Ungeborenen gebildet. Sie werden in der Plazenta in Östriol umgewandelt. Das Hormon ist auch im Blut der Mutter nachweisbar und reichert sich im Verlauf der Schwangerschaft dort immer weiter an. Wenn das Kind an einer Chromosomenstörung leidet, ist die Konzentration des Hormons im Blut der Mutter verringert.
  • Das Hormon hCG (Humanes Chorion-Gonadotropin) wird bereits wenige Tage nach Befruchtung der Eizelle im Körper der Frau gebildet. Ein erhöhter hCG-Wert im Blut der Frau lässt auf das Down-Syndrom (Trisomie 21) schließen. Liegt der Wert unterhalb der Norm, kann dies ein Anzeichen für das Edwards-Syndrom (Trisomie 18) sein.

Das Testergebnis ergibt sich nicht direkt aus den gemessenen Werten. Stattdessen wird für jede Frau ein individuelles Risiko für eine mögliche Erkrankung ihres Kindes ermittelt. In die Berechnung fließen außerdem das Alter und Gewicht der Frau und die Dauer der Schwangerschaft mit ein. Zur Risikoabschätzung muss der Arzt auch wissen, ob die Schwangere bereits ein Kind mit Down-Syndrom geboren hat.

Risiken und Störfeinflüsse: Viele Faktoren verfälschen die Prognose

Es gibt verschiedene Faktoren, welche die Konzentration der Hormone oder des Eiweißes im Blut beeinflussen und das Ergebnis des Triple-Tests verfälschen können. So sind beispielsweise die Werte aller drei Stoffe bei einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Daneben kann die Konzentration des hCG erhöht sein, wenn die Frau Raucherin oder Vegetarierin ist. Weitere Störeinflüsse sind:

  • eine falsche Berechnung der Schwangerschaftsdauer
  • ein gestörtes Wachstum des Ungeborenen
  • eine Gestose
  • eine Nierenerkrankung der Schwangeren
  • eine Diabeteserkrankung der Schwangeren, die mit Insulin behandelt wird
  • Übergewicht der werdenden Mutter
  • eine Funktionsstörung der Plazenta

Die Treffsicherheit des Triple-Tests wird als "mittel" eingestuft. Es lassen sich etwa 70 von 100 erkrankten Kindern ausfindig machen. Unter 100 gesunden Kindern werden fünf bis sechs fälschlicherweise für Down-Kinder gehalten. Wird der Test bei Frauen durchgeführt, die älter als 35 Jahre sind, findet der Test mehr betroffene Kinder als bei jüngeren Frauen.

Durch das Ergebnis des Triple-Tests kommt es bei werdenden Eltern möglicherweise unnötig zu starken Verunsicherungen. Da der Test keine Diagnose liefert, kann nur eine weiterführende Untersuchung, beispielsweise eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese), Klarheit über die Gesundheit des Ungeborenen liefern.


Alternativen zum Triple-Test

Neben dem Triple-Test gibt es zur Risikobewertung noch zwei weitere Bluttests im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Je nachdem wie viele Faktoren zur Berechnung herangezogen werden, spricht man vom Double-Test (zweifach) oder Quadruple-Test (vierfach).

Der Triple-Test wird heute nur noch selten angewendet. Er wurde vom Erst-Trimester-Screening verdrängt, da diese Untersuchung zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt werden kann und besser dazu geeignet ist, Chromosomenanomalien zu entdecken. Im Screening werden knapp 90 Prozent der Trisomien erkannt.

Als Suchtest auf einen offenen Rücken (Spina bifida) wird die Messung des Alpha-Fetoproteins jedoch nach wie vor empfohlen. Der Blutspiegel des Eiweiß kann aber auch unabhängig vom Triple-Test bestimmt werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 05. Juli 2016
Quellen: Herbst, V.: Untersuchungen zur Früherkennung. Für Schwangere. Stiftung Warentest Berlin (Hrsg.), Berlin 2007

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