CTG (Kardiotokographie)

Ungeborenes im Mutterleib

Mit einem CTG kann der Arzt die Herzfrequenz des Ungeborenen prüfen und seine Vitalität beurteilen
(Grafik: LifeArt)

Ein CTG (Kardiotokographie, auch Wehenschreiber oder Herzton-Wehenschreiber) zeichnet die Herztöne des Ungeborenen und die mütterlichen Wehen auf. Das Untersuchungsgerät, der Kardiotokograph, stellt die Ergebnisse in Kurven dar. Die Untersuchung ist einfach und schmerzlos, da sie nicht in den Körper eingreift (nicht-invasiv). Mit einem CTG lassen sich Notfall- oder Gefahrenzustände des Ungeborenen feststellen und kontrollieren. Ist das Wohlbefinden des Babys gefährdet, kann der Arzt sofort eingreifen.


Allgemeines zum CTG
Wie wird ein CTG vorbereitet und durchgeführt?
Warum wird ein CTG durchgeführt?
Risiken und Grenzen eines CTG
Gibt es Alternativen zum CTG?

Allgemeines zum CTG

Zu Beginn jeder Geburt – wenn regelmäßige, starke und anhaltende Wehen auftreten – wird routinemäßig ein CTG durchgeführt. Die Aufzeichnung der kindlichen Herztöne (fetale Herzfrequenz) erfolgt in der Regel mindestens 30 Minuten lang und wird bis zur Entbindung in regelmäßigen Abständen wiederholt. Bei einer Risikoschwangerschaft oder Problemen während der Schwangerschaft kann das CTG bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden.

Es gibt zwei Methoden des CTGs: Eine Kardiotokographie über die Bauchdecke der Schwangeren (externe CTG) oder eine direkte Messung in der Gebärmutter (interne CTG).


Wie wird ein CTG vorbereitet und durchgeführt?

In der Regel führt der Arzt ein externes CTG durch. Die Schwangere liegt währenddessen auf der linken Seite. Um ihren Bauch wird ein Gurt mit zwei Messfühlern gelegt, um die kindlichen Herztöne und die Wehen aufzuzeichnen.

Ein CTG dauert in der Regel mindestens 30 Minuten, maximal eine Stunde. Je nachdem, ob ein Risiko für das Ungeborene besteht, wiederholt der Arzt das CTG regelmäßig nach 30 Minuten bis zwei Stunden. Während der späten Eröffnungs- und Austreibungsphase erfolgt ein kontinuierliches CTG. Bei einer Risikoschwangerschaft wird während der gesamten Eröffnungs- und Austreibungsphase ein CTG geschrieben.

Registrierung der kindlichen Herztöne

Einer der Messfühler, die auf dem Bauch befestigt werden, ist der so genannte Doppler-Ultraschall-Transducer. Dieser sendet gepulste Ultraschallsignale an das Herz des Ungeborenen. Das kindliche Herz reflektiert diese und die Ultraschallsonde empfängt sie. Die empfangenen Signale zeichnet das Untersuchungsgerät automatisch als Kurve auf. Das Kardiogramm spiegelt die Herzschläge meist nicht eins zu eins wider, da bestimmte Einflussfaktoren die Signale stören können. Etwa fünf Herzzkylen in Folge sind notwendig, um den tatsächlichen Verlauf der Herzfrequenz des Ungeborenen rekonstruieren zu können.

Besteht während der Schwangerschaft der Verdacht, dass das Ungeborene gefährdet sein könnte, kann der Arzt bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche eine Kardiotokographie anordnen. Wie häufig ein CTG geschrieben wird, hängt stark von der individuellen Situation ab. Eine einmalige ambulant – das heißt ohne Krankenhausaufenthalt – durchgeführtes CTG kann bereits ausreichend sein. Bei einem stark erhöhten Risiko kann eine Dauerüberwachung der kindlichen Herztöne nötig sein.

Registrierung der Wehen

Der zweite auf dem Bauch der Schwangeren befestigte Messfühler ist der so genannte Wehenaufnehmer. Dieser nimmt das Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmuttermuskulatur wahr und sendet es als elektrisches Signal an den Papierschreiber, der dies als Wehenkurve aufzeichnet.

Interne Kardiotokographie

Ein internes CTG kann nur durchgeführt werden, wenn die Fruchtblase gesprungen ist oder der Arzt diese gesprengt hat. Er führt eine Elektrode durch die Scheide der Schwangeren ein und befestigt sie am Kopf oder Steiß des Ungeborenen. Dadurch können die Herztöne aufgezeichnet werden.

Die Wehen werden bei dem internen CTG direkt in der Gebärmutter registriert. Der Arzt führt einen flüssigkeitsgefüllten Ballonkatheter über die Scheide in die Gebärmutter ein. Der Ballon wird während einer Wehe zusammengedrückt, diese Druckänderung misst das CTG.

Die interne Kardiotokographie ist zuverlässiger und exakter als die externe. Besonders bei unruhigen Frauen oder häufigen Lageveränderungen kann sie sinnvoll sein. Nur ein internes CTG ermöglicht eine Aussage über den absoluten Druck in der Gebärmutter. Die interne Kardiotokographie ist jedoch aufwendiger als die externe und wird aufgrund des Verletzungsrisikos nur bei speziellen Indikationen, wie vorangegangenem Kaiserschnitt, durchgeführt.


Warum wird ein CTG durchgeführt?

Ein CTG wird durchgeführt, um Gefahrenzustände des Ungeborenen während der Geburt zu erkennen und einzugreifen, bevor es zu Schädigungen kommt. Durch eine normale Herzfrequenz des Ungeborenen kann der Arzt darauf schließen, dass es dem Baby gut geht.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Kardiotokographie bereits vor Beginn der Geburt sinnvoll. Das ist beispielsweise der Fall bei


Risiken und Grenzen eines CTG

Bei einem internen CTG kann das Ungeborene oder der Mutterkuchen (Plazenta) verletzt werden, wenn die Elektrode befestigt wird. Zudem können Infektionen auftreten.

Ein internes CTG wird nicht bei einer HIV-, Herpes- oder anderen Infektion der Schwangeren sowie bei einer Gesichtslage des Babys durchgeführt.

Das Ergebnis eines CTGs kann von zahlreichen Stör- und Einflussfaktoren wie der körperlichen Aktivität der Schwangeren oder Verhaltenszuständen des Ungeborenen beeinflusst werden. Ist das CTG auffällig, führt der Arzt zusätzliche Untersuchungen durch, um das Wohlbefinden des Ungeborenen zu überprüfen. Dabei können beispielsweise folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Dopplerultraschall: Er dient dazu, den Blutfluss in den Gefäßen und die Entwicklung des Herzens darzustellen.
  • fetale Stimulation: Der Arzt stimuliert das Ungeborene mit manuellen, akustischen und/oder lichtoptischen Impulsen und prüft erneut die Herzfrequenz.
  • Kineto-Kardiotokogramm (K-CTG): Mit einem dritten Messfühler wird während des CTGs die Bewegungsintensität und -dauer des Ungeborenen geprüft.

Gibt es Alternativen zum CTG?

Eine Alternative zur einfachen und schmerzfreien Kardiotokographie steht nicht zur Verfügung. Jedoch kann mithilfe einer Telemetrie-Kardiotokographie (Telemetrie-CTG) auf die Verkabelung der Schwangeren verzichtet werden. Die CTG-Signale werden dabei über Funk an das Untersuchungsgerät übermittelt. Besonders bei Langzeitüberwachungen ist ein Telemetrie-CTG sinnvoll, damit die Schwangere sich möglichst frei bewegen kann. Zudem wird ein Telemetrie-CTG bei einer Wassergeburt angewendet.



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Quellen:
AWMF: Leitlinien der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: Anwendung des CTG während Schwangerschaft und Geburt. AMWF-Leitlinien-Register Nr. 015/036, (Stand: Nov. 2007)
Baltzer, J. et al: Praxis der Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2006
Breckwoldt. M. et al: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008
Goerke, K.: TaschenAtlas der Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2006
Kirschbaum, M.; Münstedt, K.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

 

Autor: Theresa Nikley 
Letzte Änderung am: 25.05.2009