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Himbeerblättertee in der Schwangerschaft

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 29. August 2017

Viele Hebammen empfehlen Schwangeren als geburtsvorbereitende Maßnahme das Trinken von Himbeerblättertee. Wir verraten, was es damit auf sich hat.

Himbeerblättertee in der Schwangerschaft
Himbeerblättertee soll den Muttermund weich und Wehen erträglicher machen
(c) iStockphoto/Heike Rau

Abwarten und Tee trinken: Bei Schwangeren scheint genau das kurz vor der Geburt wirklich zu funktionieren. Zumindest, wenn es nach dem Erfahrungsschatz vieler Hebammen geht. Sie raten Frauen, in den letzten Schwangerschaftswochen regelmäßig Himbeerblättertee zu trinken. Dabei handelt es sich um eine Teemischung aus getrockneten, ganzen oder geschnittenen Blättern der Himbeere (Rubus idaeus), die Gerbstoffe und Flavonoide enthalten. Der Fachzeitschrift „Die Hebamme“ zufolge haben Untersuchungen gezeigt, dass ca. 25 Prozent aller Schwangeren auf den Einsatz von Himbeerblättertee setzen. Es heißt, die Anwendung des Tees sei die dritthäufigste Empfehlung von Hebammen zur nicht-medikamentösen Stimulation der Wehentätigkeit.

Himbeerblättertee: Wirkung während Schwangerschaft und Geburt

In den deutschen Arzneibüchern gibt es kein definiertes Anwendungsgebiet für Himbeerblättertee. Er wird unter anderem zum Gurgeln bei Entzündungen der Mundschleimhaut oder bei grippalem Infekt eingesetzt. Außerdem regt der Tee die Darmtätigkeit an und fördert die Verdauung.

In der Geburtshilfe gilt Himbeerblätttertee als alternatives Mittel zur Geburtsvorbereitung. Traditionell ist der Einsatz weit verbreitet und wird als altbewährtes Hausmittel zur sanften Auslösung von Wehen geschätzt. Beckenmuskulatur und Muttermund sollen durch den Verzehr des Tees weicher und die Wehen erträglicher werden, sodass die Geburt insgesamt weniger schmerzhaft verläuft. Das wehenfördernde Mittel wird meist ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche empfohlen. 

Schon in der Frühschwangerschaft soll der Himbeerblättertee positive Effekte haben: Er dient zur Linderung von Übelkeit und Wadenkrämpfen.

Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirkung von Himbeerblättertee allerdings nicht. Zwar soll das Trinken von Himbeerblättertee einen beruhigenden Effekt haben, die Wehendauer aber nicht beeinflussen. Es gibt nur wenige Untersuchungen, die sich mit der Wirkung von Himbeerblättertee befassen. In einer Untersuchung von 490 Schwangeren konnten keine Effekte auf die Notwenigkeit der medikamentösen Wehenunterstützung oder auf die PDA-Rate festgestellt werden.

Himbeerblättertee bei Regelschmerzen und Kinderwunsch

Nicht schwangere Frauen trinken Tee, um krampfartige Regelschmerzen zu lösen. Durch seine zyklusregulierende Wirkung und die Förderung des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut soll der Tee auch bei Kinderwunsch eine gute Wahl sein.

Himbeerblättertee: Nebenwirkungen

Bei der Untersuchung hatten die Teilnehmerinnen keine Nebenwirkungen. Für eine valide Beurteilung reichen die Zahlen dieser Untersuchung aber nicht aus. Daher gilt trotz nicht bekannter Nebenwirkungen: Sollten Sie während der Einnahme von Himbeerblättertee Nebenwirkungen feststellen, kontaktieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.

Himbeerblättertee kaufen

Himbeerblättertee ist in der Apotheke, im Bioladen, Reformhaus oder im Internet erhältlich. Generell sollten Sie davon absehen, vielversprechende Teemischungen in Online-Shops zu erwerben. Lassen Sie sich beim ersten Kauf lieber in Ihrer Apotheke beraten. Außerdem gilt: Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt, bevor Sie mit der Einnahme des Tees - besonders in der Schwangerschaft - beginnen. Auch in den Produktinformationen der Hersteller wird darauf hingewiesen, den Himbeerblättertee nur nach Absprache mit Arzt oder Hebamme einzunehmen.

Himbeerblättertee: Zubereitung

Soweit nicht anders angegeben, übergießen Sie für die Zubereitung des Himbeerblättertees ein bis zwei Teelöffel der Teemischung mit sprudelnd kochendem (!) Wasser und lassen den Tee anschließend fünf bis zehn Minuten ziehen.

Himbeerblättertee: Dosierung beachten

Die Dosierungsempfehlung der Hebammen kann individuell unterschiedlich ausfallen – je nachdem, wie Ihre Schwangerschaft verläuft. Meist wird der Verzehr von etwa ein bis vier Tassen pro Tag empfohlen. Nehmen Sie den Himbeertblättertee nicht ohne den Rat Ihrer Hebamme oder Ihres Arztes ein und erhöhen Sie auch die Dosis nicht eigenständig. Ist Ihr Muttermund beispielsweise schon vorzeitig leicht geöffnet, sehr weich oder die Wehen setzen bereits ein, wird Ihre Hebamme Ihnen von der Anwendung von Himbeerblättertee abraten.

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 29. August 2017
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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