Dienstag, 21. Mai 2013

Drogen in der Schwangerschaft (Nikotin/Alkohol)

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Neben Alkohol gehören Zigaretten zu den Drogen, denen Ungeborene in der Schwangerschaft am häufigsten ausgesetzt sind
DAK/Wigger

In der Schwangerschaft sollten Frauen komplett auf Alkohol, Nikotin und sonstige Drogen und Genussmitteln verzichten. Denn in diesen neun Monaten übernehmen Frauen nicht nur Verantwortung für sich selbst. Sie beeinflussen durch den Konsum von Alkohol, Zigaretten oder illegalen Drogen auch die Entwicklung ihres ungeborenen Kindes.
 

Alkohol - kein Genuss während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft reduzieren die meisten Frauen ihren Alkoholkonsum oder stellen ihn ganz ein. Trotz der gesundheitlichen Risiken für das Kind verzichten jedoch nicht alle Schwangeren auf das Genussmittel. Zwar gibt es keinen wissenschaftlich abgesicherten Grenzwert, unter dem Alkohol nicht zu Schädigungen führt. Dennoch ist es ratsam, während der Schwangerschaft generell nichts Alkoholisches zu trinken.

Nimmt eine schwangere Frau Alkohol zu sich, gelangt er durch die Nabelschnur in den Blutkreislauf des Kindes. Innerhalb weniger Minuten haben sowohl die werdende Mutter als auch das Ungeborene den gleichen Alkoholspiegel. Der Organismus der Mutter kann den Alkohol jedoch schneller abbauen. Daher ist der Blutalkoholspiegel des Ungeborenen sogar einige Zeit lang höher als der der Schwangeren.

In Deutschland leiden etwa 2.000 bis 10.000 Kinder pro Jahr an den gesundheitlichen Folgen, die durch den Alkoholkonsum ihrer Mütter während der Schwangerschaft verursacht wurden. Diese sind bei der Geburt zum Teil nicht zu erkennen und machen sich erst im Laufe der Kindheit bemerkbar. Die schwerste Form der Schädigung ist das Fetale Alkoholsyndrom. Kinder, die davon betroffen sind, sind in ihrem Verhalten auffällig und weisen körperliche Entwicklungsstörungen auf. Dazu gehören:

  • ein geringes Geburtsgewicht
  • Schäden an den Organen, wie beispielsweise Herzfehler
  • Körperliche Missbildungen, wie beispielsweise Verformungen im Gesicht
  • Verhaltensauffälligkeiten, wie Ruhelosigkeit, leichte Reizbarkeit oder ein geringer Saugreflex
  • Defizite in der geistigen Entwicklung wie Konzentrationsschwierigkeiten, Lernschwäche und eine verminderte Intelligenz

Für Kinder mit dem Fetalen Alkoholsyndrom besteht kaum eine Chance auf Heilung. Viele sind ihr gesamtes Leben lang auf Hilfe und Fürsorge angewiesen.

Für Schwangere sollte deshalb gelten: Selbst zu besonderen Anlässen wie an Geburtstagen oder zur Silvester-Feier ist das Anstoßen mit alkoholischen Getränken tabu.

Nikotin - das Ungeborene raucht mit

Durch das Rauchen von Zigaretten und somit Nikotin setzt sich nicht nur die Schwangere dem Risiko aus, Herz- und Gefäßleiden, Krebs oder andere Erkrankungen zu bekommen. Auch das Ungeborene wird durch das Rauchen geschädigt. Die im Tabak enthaltenen Stoffe Nikotin und Kohlenmonoxid gelangen über die Plazenta in den Kreislauf des Kindes. Dort verengen sie die Blutgefäße und reduzieren den Sauerstoffgehalt in seinem Blut. Raucht die Mutter regelmäßig, wird das Ungeborene nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nahrung versorgt und bleibt in seinem Wachstum zurück. Darüber hinaus setzen rauchende Mütter ihre Kinder verschiedenen Risiken aus. Mögliche Komplikationen sind:

  • Ein niedriges Geburtsgewicht: Kinder von Raucherinnen wiegen im Durchschnitt etwa 200 bis 300 Gramm weniger als Kinder von Nichtraucherinnen.
  • Die Lungen des Kindes sind bis zur Geburt nicht vollständig entwickelt.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Fehlgeburt und Totgeburt kommt, ist erhöht.
  • Das Risiko eines plötzlichen Kindstodes (SIDS) nimmt zu.
  • Die Möglichkeit einer Frühgeburt nimmt zu.
  • Erkrankungen wie Allergien und Asthma treten in späteren Jahren häufiger auf.

Jedes Jahr werden etwa 170.000 Ungeborene durch ihre Mutter den schädlichen Stoffen des Tabakrauchs ausgesetzt. Auch wenn viele Raucherinnen im Verlauf ihrer Schwangerschaft das Rauchen aufgeben, rauchen zum Zeitpunkt der Geburt noch 18 bis 25 Prozent von ihnen. Ein Rauchstopp lohnt sich jedoch für Mutter und Kind. Die Bedingungen für das Baby können entscheidend verbessert werden, wenn Frauen bereits mit bestehendem Kinderwunsch und vor der Geburt aufhören zu rauchen. Auch ein Rauchstopp innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate kann das Risiko für Komplikationen verringern. Daneben verbessert sich auch der Gesundheitszustand der werdenden Mutter.

 

Illegale Drogen - Komplikationen für das Baby

Illegale Drogen jeglicher Art wie Marihuana, Kokain, Amphetamine, Aufputschmittel oder Narkotika sind während der Schwangerschaft tabu. Sie können eine Reihe von Komplikationen beim Ungeborenen hervorrufen und es in seiner späteren Entwicklung beeinträchtigen. Schwangere haben je nach Art der konsumierten Droge unter anderem mit diesen Folgen zu rechnen:

  • Der Fötus wird in seinem Wachstum beeinträchtigt oder stirbt ab.
  • Das Baby kann untergewichtig oder zu früh auf die Welt kommen.
  • Das Baby kann mit Geburtsfehlern zur Welt kommen oder neurologische Störungen haben.
  • Das Kind leidet möglicherweise an Anfallskrankheiten oder Entwicklungsstörungen.
  • Das Risiko eines plötzlichen Kindstods nimmt zu.
  • Das ungeborene Kind wird durch die Sucht der Mutter ebenfalls süchtig und muss nach der Geburt einen Entzug durchmachen.

Alkohol, Nikotin und Suchtmittel jeglicher Art sollten zugunsten des Kindes und der Mutter in der Schwangerschaft vermieden werden, um dem Kind einen bestmöglichen Start ins Leben ohne Entzug zu bieten.

Autor: Jessica Schmid/Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 26. April 2013
Quellen: Deans, Dr. A.: Die Schwangerschafts Bibel. Südwest, München 2007; Online-Informationen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.: www.dhs.de (Stand: April 2008); Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.drugcom.de (Stand: Oktober 2010) und www.rauchfrei-info.de (Stand: Oktober 2010); Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit: www.bmg.bund.de (Stand: Oktober 2010)

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