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Vorgeburtliche Untersuchung

Triple-Test: Blutuntersuchung auf Chromosomen- und Neuralrohrdefekte

Der Triple-Test ist eine Blutuntersuchung im Rahmen der Pränataldiagnostik. Das Blut der Schwangeren wird dabei auf drei Stoffe untersucht, aus deren Konzentration sich Wahrscheinlichkeiten auf Chromosomenstörungen oder eines Neuralrohrdefekts beim Baby ableiten lassen.

Triple-Test: Blutuntersuchung auf Chromosomen- und Neuralrohrdefekte
Da für den Triple-Test lediglich Blut aus der Armvene entnommen wird, gehört die Untersuchung zu den risikofreien, nichtinvasiven Methoden der Pränataldiagnostik.
© GettyImages/fotografixx

In diesem Artikel lesen Sie:

Pränataldiagnostik: Übersicht der Methoden

Triple-Test: Risikoberechnung, aber keine Diagnose

Beim Triple-Test werden die Konzentrationen verschiedener Stoffe im mütterlichen Blut bestimmt:

  • Alpha-Fetoprotein (AFP): Das Alpha-Fetoprotein wird unter anderem in der Leber des Babys gebildet und über seine Nieren ins Fruchtwasser ausgeschieden. Wenn sein Körper nicht ganz von Haut umschlossen ist, wie das bei einem Neuralrohrdefekt oft der Fall ist, enthalten Blut und Fruchtwasser mehr Alpha-Fetoprotein als gewöhnlich. Bei einer Chromosomenstörung (Trisomie 21) liegt der Eiweißwert in beiden Flüssigkeiten unterhalb der Norm.
  • Östriol: Die Vorstufen des Hormons Östriol werden von den Nebennieren und der Leber des Babys gebildet und in der Plazenta in Östriol umgewandelt. Das Hormon reichert sich im Verlauf der Schwangerschaft im mütterlichen Blut immer weiter an. Bei einer Chromosomenstörung ist die Konzentration des Hormons im Blut der Mutter verringert.
  • Humanes Chorion-Gonadotropin (hCG): Das Hormon hCG wird bereits wenige Tage nach Befruchtung der Eizelle im Körper der Frau gebildet. Ein erhöhter hCG-Wert im mütterlichen Blut lässt auf Trisomie 21 schließen. Liegt der Wert unterhalb der Norm, kann dies ein Anzeichen für das Edwards-Syndrom (Trisomie 18) sein.

Diese drei (triple = dreifach) Werte lassen sich zum Alter der Frau und ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte in Beziehung setzen, um computergestützt das Risiko für bestimmte Störungen zu ermitteln.

Für jede Frau wird ein individuelles Risiko für eine mögliche Erkrankung ihres Kindes ermittelt. In die Berechnung fließen außerdem das Alter und Gewicht der Frau und die Dauer der Schwangerschaft mit ein. Zur Risikoabschätzung gehört auch, ob es in einer vorherigen Schwangerschaft bereits eine Chromosomenstörung gab.

Was sagt das Ergebnis des Triple-Tests aus?

Das Ergebnis gibt an, ob ein höheres oder geringeres Risiko als bei einer durchschnittlichen Schwangeren im gleichen Alter besteht, ein Kind mit einer Chromosomenstörung, insbesondere Trisomie 21, oder einem Neuralrohrdefekt, vor allem Spina bifida, zu bekommen.

Wie andere Blutuntersuchungen der Pränataldiagnostik liefert auch der Triple-Test eine Risikoabschätzung. Das Ergebnis kann dabei als Entscheidungsgrundlage dienen, ob eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) oder eine weitere Untersuchung im Rahmen der Pränataldiagnostik durchgeführt werden soll.

Um die Zuverlässigkeit des Ergebnisses zu erhöhen, kann noch ein weiterer Blutwert gemessen werden: das Pregnancy Associated Plasma Protein-A (PAPP-A). Ein niedriger Wert dieses Eiweißmoleküls im mütterlichen Blut kann auf Trisomie 21 hinweisen. Man spricht dann nicht mehr vom Triple-, sondern vom Quadruple-Test oder vom kombinierten Triple-Test.

Wann und wie wird der Triple-Test durchgeführt?

Der Triple-Test wird zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche, manchmal auch bis zur 20. Schwangerschaftswoche, durchgeführt. Das aus der Armvene entnommene Blut wird im Labor untersucht. Die Werte lassen sich mit speziellen Computerprogrammen ins Verhältnis setzen, um so das individuelle Risiko zu ermitteln. Mit den Testergebnissen kann bereits nach wenigen Tagen gerechnet werden.

Aufgrund seiner späteren Durchführbarkeit im zweiten Trimester der Schwangerschaft wird der Triple-Test manchmal auch als Zweittrimesterscreening bezeichnet.

Triple-Test: Kosten

Der Triple-Test ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGel) und nicht Teil der regulären Schwangerschaftsvorsorge. Zudem liefert das Screening keine Diagnose, sondern eine Risikoabschätzung. Daher müssen die Kosten meist selbst getragen werden. Sie liegen je nach durchführendem Labor zwischen 25 und 50 Euro zuzüglich der Kosten für die genetische Beratung in der ärztlichen Praxis.

Einige Krankenkassen übernehmen aber auf Antrag die Kosten, häufig auch im Rahmen speziell abzuschließender individueller Vorsorgepakete. Kontaktieren Sie am besten frühzeitig Ihre Krankenkasse.

Risiken und Störeinflüsse: Viele Faktoren verfälschen die Prognose

Es gibt verschiedene Faktoren, welche die Konzentration der Hormone oder des Eiweißes im Blut beeinflussen und das Ergebnis des Triple-Tests verfälschen können. So sind beispielsweise die Werte aller drei Stoffe bei einer Mehrlingsschwangerschaft erhöht. Daneben kann die Konzentration des hCG erhöht sein, wenn die Schwangere Raucherin oder Vegetarierin ist. Weitere Störeinflüsse sind:

  • falsche Berechnung des Schwangerschaftsalters
  • gestörtes Wachstum des Babys
  • Gestose
  • Nierenerkrankung der Schwangeren
  • Diabeteserkrankung, die mit Insulin behandelt wird
  • Übergewicht
  • Funktionsstörung der Plazenta

Die Treffsicherheit des Triple-Tests wird als "mittel" eingestuft. Es lassen sich etwa 70 von 100 erkrankten Kindern ausfindig machen. Unter 100 gesunden Kindern wird bei fünf bis sechs fälschlicherweise Trisomie 21 errechnet.

Da der Test keine Diagnose liefert, kann nur eine weiterführende Untersuchung, beispielsweise eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese), Klarheit über das Vorliegen einer Störung liefern.

Alternativen zum Triple-Test

Da es heute mit den Blutuntersuchungen der Pränataldiagnostik genauere Blutuntersuchungen auf Chromosomenstörungen gibt, wird der Triple-Test nur noch selten durchgeführt. In den vergangenen Jahren hat zudem das Ersttrimesterscreening den Triple-Test verdrängt.

Neben der höheren Genauigkeit ist ein weiterer Vorteil des Ersttrimesterscreenings seine Durchführbarkeit zu einem früheren Zeitpunkt (12. bis 14. Schwangerschaftswoche).

Als Suchtest auf einen Spina bifida wird die Messung des Alpha-Fetoproteins jedoch nach wie vor empfohlen. Dieser Blutwert kann aber auch unabhängig vom Triple-Test bestimmt werden.

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