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Dopplersonographie in der Schwangerschaft

Die Dopplersonographie ist eine besondere Form der Ultraschall-Untersuchung. Sie wird in der Schwangerschaft vor allem zur Kontrolle der Blutflussgeschwindigkeit in der Nabelschnur eingesetzt.

Dopplersonographie in der Schwangerschaft
Die Dopplersonographie kann Aufschluss über eine mögliche Unterversorgung des ungeborenen Kindes geben
© iStock.com/sx70

Ohne körperlichen Eingriff können so Strömungsrichtung und -geschwindigkeit in den Blutgefäßen gemessen werden.

Allgemeines zur Dopplersonographie

Die Dopplersonographie kommt in erster Line dann zum Einsatz, wenn eine Unterversorgung des ungeborenen Kindes, beispielsweise aufgrund einer Plazentainsuffizienz, ausgeschlossen werden soll. Sie wird dafür in der Regel ab der 20. Schwangerschaftswoche (20. SSW) durchgeführt. In Ausnahmenfällen, wenn der begründete Verdacht auf eine kindliche Fehlbildung besteht, kann die Untersuchung auch früher zur Anwendung kommen. Allerdings ist in der Frühschwangerschaft die Aussagekraft des Verfahrens stark eingeschränkt.

Die Methode gehört nicht zu den Routineuntersuchungen in der Schwangerschaft. Daher werden die Kosten von der Krankenkasse nur übernommen, wenn der Arzt Auffälligkeiten feststellt, die eine Dopplersonographie notwendig machen.

Wie wird die Dopplersonographie vorbereitet und durchgeführt?

Da anregende Mittel wie Tee, Kaffee oder Cola sowie einige Medikamente zur Verhinderung einer frühzeitigen Geburt (Tokolytika) das Ergebnis der Dopplersonografie störend beeinflussen können, sollte vor der Untersuchung nach Möglichkeit auf den Konsum beziehungsweise die Einnahme solcher Stoffe verzichtet werden.

Für die Untersuchung muss sich die Frau in Halbseitenlage legen und ruhig liegen bleiben. Heftiges Atmen sollte vermieden werden. Der Bauch der Schwangeren wird mit einem Gel bestrichen, das die Übertragung der Schallwellen ins Körperinnere verbessert. Der Arzt führt nun den Schallkopf über die Bauchdecke und erhält so ein zweidimensionales Bild, sowie ein Blutströmungsmuster aus dem Bauchinneren.

Wozu dient der Dopplerultraschall?

Die Dopplersonographie dient der Untersuchung folgender Verdachtsmomente, Befunde und Auffälligkeiten:

  • Verdacht auf eine Wachstumsstörung des Kindes zum Beispiel aufgrund von Plazentainsuffizienz
  • Plazentainsuffizienz wie Präeklampsie, Eklampsie oder HELLP-Syndrom
  • Überprüfung des Zustands nach Präeklampsie oder Eklampsie in einer vorausgegangenen Schwangerschaft
  • Überprüfung des Zustands nach einer Mangel- oder Fehlgeburt
  • Auffälligkeiten der kindlichen Herzfrequenz
  • Verdacht auf Fehlbildungen des Kindes
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Verdacht auf Herzfehler oder Herzerkrankungen
     

Zusätzlich kann mithilfe der Dopplersonographie das Befinden des Kindes während der Entbindung überprüft werden. Dabei wird die Herzfrequenz des Kindes gemessen.

Gibt es Risiken bei der Dopplersonographie?

Da die Dopplersonographie nicht-invasiv ist, also nicht in den Körper eingreift, ist sie eine schonende Untersuchungsmethode, bei der es keine Risiken wie bei einem Eingriff gibt. Die gesundheitlichen Risiken von Ultraschall-Untersuchungen werden generell als "gering" eingestuft. Bei der Dopplersonographie kommt allerdings eine erhöhte Schallintensität im Vergleich zur herkömmlichen Ultraschall-Untersuchung zum Einsatz, was eine stärkere Wärmeentwicklung in den durchschallten Geweben zur Folge hat. Schädigende Wirkungen konnten bis heute jedoch nicht nachgewiesen werden. Da aber aussagekräftige Studien bislang fehlen, wird das Risiko hierbei als "nicht abschätzbar" eingestuft.

Gibt es Alternativen zur Dopplersonographie?

Für die üblichen Anwendungsgebiete der Dopplersonographie in der Schwangerschaft gibt es keine Alternativen. Methoden wie die Angiographie, mit der prinzipiell ähnliche Untersuchungen möglich sind, können durch Röntgenstrahlung schwere Schäden beim Ungeborenen verursachen und stellen daher keine geeignete Alternative dar.

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