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Montag, 28. Mai 2018
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Chorionzottenbiopsie

Die Chorionzottenbiopsie ist eine Untersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik. Bei diesem Verfahren wird eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Zottenhaut (Chorion) entnommen.

Chorionzottenbiopsie
Die Chorionzottenbiopsie kann Auskünfte über erblich bedingte Störungen des ungeborenen Kindes geben
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Bei der Zottenhaut handelt es sich um den Bereich zwischen Fruchtblase und Gebärmutterwand, aus dem sich später der kindliche Teil der Plazenta entwickelt. Die Zotten enthalten Erbmerkmale des Kindes, daher kann eine Untersuchung Auskunft über erblich bedingte Störungen liefern. Die Zellen des ungeborenen Kindes lassen sich mit diesem Verfahren auch auf Chromosomenunregelmäßigkeiten hin untersuchen. Die Chorionzottenbiopsie wird zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt. 

Wie wird die Untersuchung vorbereitet?

Vor der Chorionzottenbiopsie wird mittels Ultraschall eine geeignete Stelle zur Entnahme der Gewebeprobe gesucht. Der Arzt wird den Bereich meiden, in dem sich das Kind zum Zeitpunkt des Eingriffs befindet und stattdessen die Plazenta ansteuern.
Die Gewebeprobe wird in der Regel über einen Katheter durch die Scheide (transzervikal) entnommen. Selten erfolgt der Eingriff mit einer Punktionsnadel über die Bauchdecke (transabdominal). Dann liegt die Frau auf dem Rücken oder halb auf der Seite. Die Stelle am Bauch, die punktiert werden soll, wird zunächst desinfiziert und meistens zusätzlich örtlich betäubt.

Wie läuft die Entnahme der Gewebeprobe ab?

Die Chorionzottenbiopsie kann in einer Frauenarztpraxis oder Klinik durchgeführt werden. Die Chorionzottenbiopsie kann über die Scheide oder die Bauchdecke erfolgen.

Erfolgt die Chorionzottenbiopsie über die Scheide, führt der Arzt zunächst einen kleinen Katheter aus Kunststoff in die Scheide ein. Diesen schiebt er durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter, bis er das zottige Gewebe erreicht. Über den Schlauch saugt der Arzt anschließend etwa 15 Milligramm des Gewebes ab. Der Weg des Katheters wird dabei über ein Ultraschallbild sorgfältig überwacht.

Wird die Chorionzottenbiopsie über einen Zugang am Bauch durchgeführt, wird zunächst die Bauchhaut mit einem feinen Schnitt durchtrennt. An diesem Einschnitt setzt der Arzt die Punktionsnadel an und sticht durch alle Gewebe hindurch bis er die Fruchtblase erreicht. Durch die Nadel wird anschließend ein Teil des Choriongewebes angesaugt. Der gesamte Vorgang wird ebenfalls im Ultraschallbild überwacht.

Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor auf Chromosomenabweichungen hin untersucht. Eine DNA-Analyse kann außerdem Hinweise auf Erbkrankheiten beim ungeborenen Baby geben. 

Wann wird eine Chorionzottenbiopsie durchgeführt?

Eine Chorionzottenbiopsie wird dann empfohlen, wenn eine vorangehende Ultraschalluntersuchung auffällige Ergebnisse geliefert hat oder wenn der Verdacht besteht, dass das Kind an einer erblich bedingten Krankheit leiden könnte. Das Verfahren kann einen bestehenden Verdacht bestätigen oder entkräftigen.

Kosten für die Chorionzottenbiopsie

Die Kosten für die Chorionzottenbiopsie werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, da diese auch nur nach Anordnung des Frauenarztes aufgrund einer vorliegenden Indikation durchgeführt wird. Auch die privaten Krankenversicherer übernehmen die Kosten für die Chorionzottenbiopsie, außer diese Untersuchung ist ausdrücklich im Vertrag ausgenommen.

Komplikationen und Risiken der Untersuchung

Bei der Chorionzottenbiopsie gelingt es gelegentlich nicht, eine ausreichende Menge an Gewebe anzusaugen. Manchmal wird anstatt Gewebe des Kindes nur Gewebe der Mutter gewonnen. In beiden Fällen muss der Eingriff wiederholt werden.
Nach dem Eingriff kann es bei der Schwangeren zu Schmerzen und Blutungen kommen. Zudem erhöht eine Chorionzottenbiopsie das Risiko einer Fehlgeburt. Insgesamt wird das Risiko des Verfahrens als "erhöht" eingestuft.

Alternativen zur Chorionzotten-Biopsie

Weitere Verfahren zur Feststellung von Chromosomenabweichungen sind neben der Chorionzottenbiopsie die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), bei der Zellen aus dem Fruchtwasser entnommen werden, oder die Nabelschnurpunktion. Hierbei werden Zellen des Kindes aus der Nabelschnur gewonnen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. Juli 2017
Durch: Miriam Funk
Quellen: Online-Informationen des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.schwanger-info.de (Stand: März 2016); F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006; Herbst, V.: Untersuchungen zur Früherkennung. Für Schwangere. Stiftung Warentest Berlin (Hrsg.), Berlin 2007

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