Suchen Menü

Chorionzottenbiopsie

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin | Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018

Die Chorionzottenbiopsie ist eine Untersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik. Bei diesem Verfahren wird eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Zottenhaut (Chorion) entnommen.

Chorionzottenbiopsie
Die Chorionzottenbiopsie kann Auskünfte über erblich bedingte Störungen des ungeborenen Kindes geben
© iStock.com/evgenyatamanenko

Bei der Zottenhaut handelt es sich um den Bereich zwischen Fruchtblase und Gebärmutterwand, aus dem sich später der kindliche Teil der Plazenta entwickelt. Die Zotten enthalten Erbmerkmale des Kindes, daher kann eine Untersuchung Auskunft über erblich bedingte Störungen liefern. Die Zellen des ungeborenen Kindes lassen sich mit diesem Verfahren auch auf Chromosomenunregelmäßigkeiten hin untersuchen. Die Chorionzottenbiopsie wird zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt. 

Wie wird die Untersuchung vorbereitet?

Vor der Chorionzottenbiopsie wird mittels Ultraschall eine geeignete Stelle zur Entnahme der Gewebeprobe gesucht. Der Arzt wird den Bereich meiden, in dem sich das Kind zum Zeitpunkt des Eingriffs befindet und stattdessen die Plazenta ansteuern.



Die Gewebeprobe wird in der Regel über einen Katheter durch die Scheide (transzervikal) entnommen. Selten erfolgt der Eingriff mit einer Punktionsnadel über die Bauchdecke (transabdominal). Dann liegt die Frau auf dem Rücken oder halb auf der Seite. Die Stelle am Bauch, die punktiert werden soll, wird zunächst desinfiziert und meistens zusätzlich örtlich betäubt.

Wie läuft die Entnahme der Gewebeprobe ab?

Die Chorionzottenbiopsie kann in einer Frauenarztpraxis oder Klinik durchgeführt werden. Die Chorionzottenbiopsie kann über die Scheide oder die Bauchdecke erfolgen.

Erfolgt die Chorionzottenbiopsie über die Scheide, führt der Arzt zunächst einen kleinen Katheter aus Kunststoff in die Scheide ein. Diesen schiebt er durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter, bis er das zottige Gewebe erreicht. Über den Schlauch saugt der Arzt anschließend etwa 15 Milligramm des Gewebes ab. Der Weg des Katheters wird dabei über ein Ultraschallbild sorgfältig überwacht.

Wird die Chorionzottenbiopsie über einen Zugang am Bauch durchgeführt, wird zunächst die Bauchhaut mit einem feinen Schnitt durchtrennt. An diesem Einschnitt setzt der Arzt die Punktionsnadel an und sticht durch alle Gewebe hindurch bis er die Fruchtblase erreicht. Durch die Nadel wird anschließend ein Teil des Choriongewebes angesaugt. Der gesamte Vorgang wird ebenfalls im Ultraschallbild überwacht.

Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor auf Chromosomenabweichungen hin untersucht. Eine DNA-Analyse kann außerdem Hinweise auf Erbkrankheiten beim ungeborenen Baby geben. 

Wann wird eine Chorionzottenbiopsie durchgeführt?

Eine Chorionzottenbiopsie wird dann empfohlen, wenn eine vorangehende Ultraschalluntersuchung auffällige Ergebnisse geliefert hat oder wenn der Verdacht besteht, dass das Kind an einer erblich bedingten Krankheit leiden könnte. Das Verfahren kann einen bestehenden Verdacht bestätigen oder entkräftigen.

Kosten für die Chorionzottenbiopsie

Die Kosten für die Chorionzottenbiopsie werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, da diese auch nur nach Anordnung des Frauenarztes aufgrund einer vorliegenden Indikation durchgeführt wird. Auch die privaten Krankenversicherer übernehmen die Kosten für die Chorionzottenbiopsie, außer diese Untersuchung ist ausdrücklich im Vertrag ausgenommen.

Komplikationen und Risiken der Untersuchung

Bei der Chorionzottenbiopsie gelingt es gelegentlich nicht, eine ausreichende Menge an Gewebe anzusaugen. Manchmal wird anstatt Gewebe des Kindes nur Gewebe der Mutter gewonnen. In beiden Fällen muss der Eingriff wiederholt werden.

Nach dem Eingriff kann es bei der Schwangeren zu Schmerzen und Blutungen kommen. Zudem erhöht eine Chorionzottenbiopsie das Risiko einer Fehlgeburt. Insgesamt wird das Risiko des Verfahrens als "erhöht" eingestuft.

Alternativen zur Chorionzotten-Biopsie

Weitere Verfahren zur Feststellung von Chromosomenabweichungen sind neben der Chorionzottenbiopsie die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), bei der Zellen aus dem Fruchtwasser entnommen werden, oder die Nabelschnurpunktion. Hierbei werden Zellen des Kindes aus der Nabelschnur gewonnen.

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin | Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Untersuchungen

So verblasst das Ultraschallbild nicht und wird zu einer bleibenden Erinnerung. Mehr...

Schwangerschaft

Wissen Sie schon, wo die Geburt stattfinden soll? In der 33. Schwangerschaftswoche wird es Zeit, dass Sie sich über den Geburtsort Gedanken machen. Mehr...

Wichtiger Teil der Schwangerschafts-Vorsorge

In Deutschland gehört der Ultraschall in der Schwangerschaft zur regulären Schwangerschaftsvorsorge. Doch welche Aussagen lassen sich damit eigentlich treffen? Mehr...

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen

Wann kommt mein Baby? Mit dem Geburtsterminrechner können Sie das schnell und einfach herausfinden

mehr lesen...
Weitere interessante Themen
  • Fetoskopie

    Die Fetoskopie ist eine Untersuchungsmethode im Rahmen der Pränataldiagnostik, die inzwischen weitgehend durch Ultraschalluntersuchungen mit dreidimensionaler Darstellung abgelöst... Mehr...

  • Mutterschaftsrichtlinien

    Mutterschaftsrichtlinien sind Richtlinien, die vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen herausgegeben wurden. Sie regeln die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft... Mehr...