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Symphysen-Fundus-Abstand (SFA)

Die Messung des Symphysen-Fundus-Abstands (SFA) wird während der Schwangerschaftsvorsorge vom Frauenarzt oder der Hebamme durchgeführt, um das kindliche Wachstum im Mutterleib zu überprüfen.

Symphysen-Fundus-Abstand (SFA)
Bei der Vorsorgeuntersuchung misst der Arzt den Symphysen-Fundus-Abstand (SFA)
(c) iStockphoto/Steve Debenport

Da der Uterus im Verlauf der Schwangerschaft immer weiterwächst, sich ausdehnt und nach oben wandert, wird davon ausgegangen, dass das Wachstum der Gebärmutter auch Rückschlüsse auf die Größe des Ungeborenen zulässt. Der Symphysen-Fundus-Abstand gibt Auskunft über diese Entwicklung: Er bezeichnet die Länge zwischen der Symphyse (Schambein) und dem höchsten Punkt der Gebärmutter (Fundus uteri).

In der fortgeschrittenen Schwangerschaft ertastet der Arzt in den Vorsorgeuntersuchungen dazu die Lage der Gebärmutter und misst mithilfe eines Maßbands über dem Bauch die kindliche Längsachse aus. Die ermittelten Werte zeigen von Untersuchung zu Untersuchung, wie sich das Wachstum des Kindes entwickelt. Vergrößert sich der Uterus stetig weiter, deutet dies auf ein normales Wachstum hin. Kommt es zu Abweichungen in der Entwicklung können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Die heutigen Werte, an denen sich Ärzte und Hebammen beim Symphysen-Fundus-Abstand orientieren, wurden in verschiedenen Studien entwickelt. Als Erster hielt der schwedische Geburtshelfer Prof. Dr. Björn Westin im Jahre 1977 nach wissenschaftlichen Untersuchungen Mittelwerte fest.

Symphysen-Fundus-Länge ermitteln – so geht’s

Bevor die Messung des Symphysen-Fundus-Abstands durchgeführt wird, sollte die Frau ihre Blase entleeren. Im Anschluss legt sie sich mit ausgestreckten Beinen auf den Rücken – der Oberkörper ist leicht erhöht. Nun wird die Lage der Gebärmutter per Tastuntersuchung festgestellt und das Maßband entsprechend angelegt. Der Arzt trägt den festgestellten Symphysen-Fundus-Abstand anschließend im Mutterpass ein.

Symphysen-Fundus-Abstand (SFA) in der Schwangerschaft: Fundusstand-Tabelle in Zentimetern (cm)

Als derzeit anerkannte Durchschnittswerte gelten die Angaben von Håkansson et al. (1995):

Schwangerschaftswoche (SSW) Symphysen-Fundus-Abstand (SFA) in Zentimetern (cm)
20 19
24 23
28 27
32 30,5
36 33,5
40 35,5
Schwangerschaftswoche (SSW) Fundusstand
Ende 20 zwischen Nabel und Symphyse
Ende 24 am Nabel
Ende 28 drei Querfinger über dem Nabel
Ende 32 zwischen Nabel und Sternum
Ende 36 am Rippenbogen
Ende 40 ein bis zwei Querfinger unter dem Rippenbogen

Fundusstand, Symphyse, Fundus uteri – was ist das eigentlich?

Um verstehen zu können, was der Arzt im Mutterpass zum Fundusstand einträgt, helfen folgende Erklärungen weiter:

Fachbegriff/Abkürzung im Mutterpass Erklärung
Fundusstand Höhenstand der Gebärmutter; wird durch Tastuntersuchung von Arzt oder Hebamme ermittelt
Fundus uteri Höchster Punkt der Gebärmutter
QF Querfinger; Maßeinheit für den Fundusstand
Symphysen-Fundus-Abstand Abstand in Zentimetern zwischen oberstem Punkt der Gebärmutter und Symphyse, Nabel oder Rippenbogen; spiegelt die Scheitel-Steiß-Länge des Kindes wieder.
Symphyse/S Schambeinkochen
N Nabel
Rb Rippenbogen
S oder auch: S/0 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich am Schambein.
S+2 oder auch: 2/S Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich zwei Querfinger über dem Schambein.
N-3 oder auch: N3 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich drei Querfinger unter dem Nabel.
N oder auch: N/0 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich auf Höhe des Nabels – dies ist meist in der 24. SSW der Fall.
N+3 oder auch: Rb/N Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich zwischen Rippenbogen und Nabel.
Rb-2 oder auch: Rb/2 Der höchste Punkt der Gebärmutter befindet sich zwei Querfinger unter dem Rippenbogen.

Symphysen-Fundus-Abstand zu groß oder zu klein?

Bei den Mittelwerten handelte es sich um eine Orientierung für den Arzt. Sie dienen ihm dazu, die Werte der jeweiligen Schwangerschaftswoche im Verlauf miteinander zu vergleichen, um Abweichungen zu erkennen. Bei der Messung des Symphysen-Fundus-Abstands geht es nicht darum, dass ein bestimmter „Normalwert“ erreicht sein müsste. Vielmehr hat der Arzt durch die Erfassung des Symphysen-Fundus-Abstands die Möglichkeit, die Entwicklung zu beobachten. Die Veränderung von einer Messung zur anderen spielt also eine größere Rolle als die Zahl der gemessenen Zentimeter.

Symphysen-Fundus-Abstand: Kurve dient zur Überprüfung

Den Symphysen-Fundus-Abstand in eine Kurve einzutragen und ihn dort auch mit den Durchschnittswerten zu vergleichen, kann dem Arzt bei seiner Beurteilung helfen. Auf einen Blick ist dort zu erkennen, ob das Wachstum chronologisch ansteigt oder stagniert. Bei eindeutigen Abweichungen werden weiterführende Untersuchungen eingeleitet, da eine Wachstumsverzögerung vorliegen könnte.

Symphysen-Fundus-Abstand und Bauchumfang – Indikatoren für das Gewicht?

Während der Vorsorgeuntersuchungen wird auch der Bauchumfang gemessen. Um das ungefähre Gewicht des Kindes zu schätzen, kann der Bauchumfang mit dem Wert des Symphysen-Fundus-Abstands multipliziert werden (Bauchumfang x Symphysen-Fundus-Abstand = Gewicht des Ungeborenen). Zwar wird diese Methode durchaus öfter angewandt, bisher fehlen jedoch wissenschaftliche Studien über dessen Aussagekraft. Außerdem gilt zur Verfolgung des kindlichen Wachstums der Symphysen-Fundus-Abstand im Vergleich zum Bauchumfang als zuverlässiger.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. September 2017
Quellen: Geist, C.; Harder, U.; Stiefel, A.: Hebammenkunde. Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2013; Mändle, C.; Opitz-Kreuter, S.: Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag, Stuttgart 2014; Online-Informationen des Bundesverbands der Frauenärzte e.V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 05.09.207)

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