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Blutuntersuchung in der Schwangerschaft

Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft werden meist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Blutuntersuchungen (serologische Untersuchungen) sind medizinische Untersuchungen, mit deren Hilfe Krankheiten oder Entwicklungsstörungen bereits frühzeitig entdeckt werden sollen.

Blutuntersuchung in der Schwangerschaft
Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft können viele wertvolle Informationen liefern
(c) Getty Images/iStockphoto

Sie werden relativ häufig durchgeführt. Ziel ist es, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zur Gesundherhaltung von Mutter und Kind einleiten zu können. Einige der Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft sind in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben. Andere können durchgeführt werden, sofern dies im individuellen Fall notwendig wird oder sinnvoll erscheint. Der Arzt vermerkt im Mutterpass, welche Tests durchgeführt werden und notiert auch die Ergebnisse.

Vorbereitung und Durchführung einer Blutuntersuchung

Das Blut für eine Untersuchung wird gewöhnlich mit einer Hohlnadel aus einer Vene des Arms entnommen - nicht anders als bei Nicht-Schwangeren. Zuvor wird die Hautstelle, die eingestochen werden soll, gründlich gereinigt. Das Blut wird anschließend in ein Labor transportiert und auf bestimmte Kriterien hin untersucht. Die Ergebnisse werden dann vom behandelnden Arzt bewertet. Er stellt auch die Diagnose und kann sie der Schwangeren bereits wenige Tage nach der Blutuntersuchung mitteilen.

Welche Blutuntersuchungen werden in der Schwangerschaft durchgeführt?

Nachdem die Schwangerschaft mittels Bluttest bei einem Arzt sicher festgestellt wurde, stehen weitere Blutuntersuchungen an:

Es werden folgende Tests auf Infektionen/Antikörper durchgeführt:

Blutgruppe, Rhesusfaktor und Antikörper-Suchtest

Während der Schwangerschaft kann eine Unverträglichkeitsreaktion zwischen dem Blut der Mutter und dem Blut des Ungeborenen eintreten. Das ist dann möglich, wenn das Blut der Frau rhesus-negativ und das ihres Babys rhesus-positiv ist und das Blut der Frau mit dem des Kindes in Kontakt kommt. Eine solche Situation kann beispielsweise bei einer Chorionzotten-Biopsie, Fruchtwasser-Untersuchung oder bei der Geburt eintreten. Folgen für das Kind können von einer leichten Blutarmut bis hin zur Gelbsucht reichen. Schlimmstenfalls kann Blutflüssigkeit aus den Gefäßen in die Organe austreten, das Hirn schädigen und zum Tod führen.

Mittels Bluttest wird im Blut der Mutter nach Antikörpern gesucht, die beim Kind gesundheitlichen Schaden anrichten können. Sind keine vorhanden, wird eine Schutzmaßnahme durchgeführt, die das Kind vor Schäden weitestgehend bewahrt. Falls sich jedoch bereits Antikörper gebildet haben, ist eine Schutzmaßnahme nicht mehr möglich. Daher werden die Schwangerschaft und die Entwicklung des Ungeborenen vom Arzt nun besonders gut überwacht.

Bestimmung des Hämoglobinwerts

Der Körper einer Frau benötigt während der Schwangerschaft besonders viel Eisen, weil das Ungeborene dieses Spurenelement zur Bildung roter Blutkörperchen braucht. Leidet eine Schwangere an Eisenmangel, wird ihr Kind möglicherweise nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und bleibt im Wachstum zurück. Sauerstoff bindet sich im Blut an den Farbstoff Hämoglobin, dessen wichtiger Bestandteil Eisen ist. Die Bestimmung des Hämoglobinwerts im Blut kann daher Aufschluss über die Versorgung der Schwangeren mit Eisen liefern. Bei Mehrlingsschwangerschaften, Erstgebärenden und sehr jungen Schwangeren ist eine ausreichende Eisenversorgung besonders wichtig.

Blutuntersuchung auf Antikörper für Syphilis

Die Syphilis (Lues) gehört zu den Geschlechtskrankheiten. Sie verläuft in mehreren Stadien und kann betroffene Menschen schwer krank machen. Vom vierten bis zum fünften Schwangerschaftsmonat können die Erreger der Syphilis von der Mutter auch auf das Ungeborene übertragen werden. Geschieht dies, wird die Entwicklung des Ungeborenen gestört. Wenn ein Kind mit Syphilis geboren wird, kann das verschiedene Komplikationen wie Veränderungen an der Haut oder vergrößerte Organe nach sich ziehen. Wird der Erreger der Syphilis mittels Blutuntersuchung erkannt, kann die Frau mit Penicillin behandelt und eine Übertragung der Krankheitserreger auf das Kind verhindert werden.

Überprüfung der Rötelnimmunität

Die als harmlose Kinderkrankheit geltende Rötelninfektion kann - sofern sich eine Frau während der Schwangerschaft mit dem Virus infiziert - auch das ungeborene Kind erreichen. Die Folgen für das Ungeborene sind unter Umständen massiv. Mögliche Komplikationen sind Herzfehler (Ventrikelseptumdefekt (VSD), Persistierendes Foramen ovale (PFO), TGA, Fallot-Tetralogie, Aortenisthmusstenose (ISTA)), Taubheit und getrübte Augenlinsen. Bei starker Organschädigung ist eine Fehlgeburt möglich. Gegen eine Infektion mit dem Rötelnvirus schützt eine Impfung. Diese muss jedoch vor Beginn der Schwangerschaft stattfinden, denn während der Schwangerschaft kann gegen Röteln nicht mehr geimpft werden.

Hepatitis B

Schwangere können Hepatitis-B-Viren (HBV) während der Geburt auf ihr Kind übertragen. Bei den so angesteckten Kindern verläuft die Infektion oft chronisch und kann lebensgefährliche Folgen haben. Liegt die Infektion der Mutter erst kurze Zeit zurück, so steigen die Risiken für das Baby. Der Bluttest dient dazu, die Gesundheit des Kindes durch Maßnahmen gleich nach der Geburt zu schützen. Gegen eine Infektion mit HBV schützt eine Impfung. Frauen lassen sich bei vorausschauender Planung bereits vor Schwangerschaftseintritt dagegen impfen, denn während der Schwangerschaft ist dies nicht mehr möglich.

HIV-Test

Eine mit dem HI-Virus infizierte Frau kann die Krankheitserreger während der Schwangerschaft oder der Geburt auf ihr Kind übertragen. Infizierte Ungeborene bleiben manchmal in ihrem Wachstum zurück oder entwickeln sich so schlecht, dass die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet. Infizierte Kinder zeigen nach der Geburt oft Anzeichen einer starken Immunschwäche. Knapp die Hälfte der infizierten Kinder stirbt bis zum Alter von vier Jahren. Wird das HI-Virus rechtzeitig mittels Blutuntersuchung bei einer Schwangeren erkannt, können Medikamente und weitere Maßnahmen dazu beitragen, eine Infektion beim Kind zu verhindern. Der Bluttest wird nur nach Beratung und mit Zustimmung der Schwangeren durchgeführt.

Toxoplasmose

Kommt eine Frau während der Schwangerschaft zum ersten Mal mit den Erregern der Toxoplasmose in Kontakt, können diese auf das Ungeborene übertragen werden. Gesundheitliche Folgen für das Kind sind beispielsweise entzündliche Veränderungen an den Augen, Hörschäden, Organschäden an Gehirn, Leber und Milz sowie Fehl- oder Totgeburt. Mit Bluttests kann herausgefunden werden, ob eine Frau bereits Antikörper gegen die Krankheitserreger gebildet hat und wie lange die Infektion zurückliegt. Bei einer frischen Infektion versuchen die Ärzte, die Übertragung der Erreger auf das Kind mittels Medikamentengabe zu verhindern, beziehungsweise größere Schäden vom Kind abzuwenden. 

Weitere mögliche Bluttests während der Schwangerschaft

Neben den in den Mutterschaftsrichtlinien festgehaltenen Blutuntersuchungen können während der Schwangerschaft jedoch noch weitere Bluttests durchgeführt werden. Dies geschieht, um den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Kindes zu kontrollieren, wenn im individuellen Fall der Verdacht auf eine Erkrankung der Mutter oder des Ungeborenen besteht oder wenn durch eine Infektion der Mutter Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes vermutet werden.

Blutuntersuchung zum Verlauf der Schwangerschaft:

Blutuntersuchung auf Erreger von Krankheiten (Beispiele):

Blutuntersuchung auf anlagebedingte Störungen:

Risiken und Komplikationen von Bluttests während der Schwangerschaft

Das gesundheitliche Risiko einer einfachen Blutabnahme ist sehr gering und im Regelfall sind keine Komplikationen zu erwarten. Liegt eine Infektion mit einem Krankheitserreger erst kurze Zeit zurück, so kann es allerdings vorkommen, dass durch einen Bluttest noch kein Merkmal hierfür gefunden werden kann.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2017
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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