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Montag, 11. Dezember 2017
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Eineiige Zwillinge

Eineiige Zwillinge
Eineiige Zwillinge sehen identisch aus und haben das gleiche Geschlecht
Getty Images/iStockphoto

Eineiige Zwillinge sind Zwillinge, die aus einer befruchteten Eizelle entstehen, welche sich später vollständig teilt. Eineiige Zwillinge verfügen über die gleichen Erbanlagen sehen daher identisch aus.

Sie haben außerdem das gleiche Geschlecht. Damit unterscheiden sie sich von zweieiigen Zwillingen, die aus jeweils einer eigenen befruchteten Eizelle entstehen.

Sie verfügen daher lediglich über genetische Ähnlichkeiten, genau wie Geschwister, die zu verschiedenen Zeitpunkten geboren werden.

Vorkommen eineiiger Zwillinge

In Deutschland kommt auf 85 Geburten eine Zwillingsgeburt. Von allen Zwillingen sind nur etwa ein Viertel eineiig. Die Zahl der Mehrlingsgeburten ist insgesamt in den letzten Jahren gestiegen, allerdings trifft das nicht auf eineiige Mehrlinge zu. Der Anstieg der mehreiigen Mehrlingsschwangerschaften wird auf die Fortschritte bei der Reproduktionsmedizin wie künstliche Befruchtung oder Hormontherapie zurückgeführt. Dafür spricht, dass Mehrlingsschwangerschaften überproportional häufig bei Frauen über 35 Jahren vorkommen.

Auch unabhängig von reproduktionsmedizinischen Maßnahmen scheinen Frauen über 35 häufiger Mehrlinge zu bekommen als jüngere. Das ließe sich unter anderem mit einem Anstieg des Follikelstimulierenden Hormons (FSH) bei diesen Frauen erklären. Während die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, sinkt, steigt die Wahrscheinlichkeit auf Mehrlinge, da es innerhalb eines Zyklus’ zu mehreren Eisprüngen und damit zu mehreren befruchtungsfähigen Eizellen kommen kann.

Entstehung von eineiigen Zwillingen

Eineiige Zwillinge entstehen aus einer einzigen befruchteten Eizelle. Im Laufe der Schwangerschaft teilt sich diese Eizelle und es entstehen zwei genetisch identische Embryonen – das bedeutet: Beide haben die gleichen Erbanlagen.

Wann sich die Eizelle teilt, ist von Schwangerschaft zu Schwangerschaft verschieden. Vom Zeitpunkt der Eizellen-Teilung hängt die weitere Entwicklung der eineiigen Zwillinge im Mutterleib ab.

Eineiige Zwillinge mit je eigener Plazenta

Teilt sich die Eizelle in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft, wandern die beiden Eizellen getrennt voneinander in die Gebärmutter und nisten sich dort auch getrennt voneinander ein. Sie reifen also jede in der eigenen Fruchtblase mit eigener Plazenta heran.

Eineiige Zwillinge mit gemeinsamer Plazenta

Es ist auch möglich, dass sich die Eizelle erst nach der Einnistung in der Gebärmutterschleimhaut in ihrer Gesamtheit teilt (etwa ab dem dritten bis vierten Tag der Schwangerschaft). Die beiden Eizellen werden dann von einer Plazenta versorgt.

Sie können sich entweder gemeinsam in einer Fruchtblase entwickeln oder in jeweils einer eigenen. Etwa zwei Drittel aller eineiigen Zwillinge entwickeln sich mit gemeinsamer Plazenta und in getrennten Fruchthöhlen. Diese Form nennt man monochorial-diamnial.

Höchstwahrscheinlich handelt es sich um eineiige Zwillinge, wenn sich beide Kinder die Plazenta teilen. Dabei ist es unerheblich, ob beide in der gleichen Fruchtblase liegen oder jedes seine eigene hat. Es kann aber auch vorkommen, dass Zwillinge (eineiig oder zweieiig) zunächst jeweils über eine eigene Plazenta verfügen und dieseim Laufe der Schwangerschaft zusammenwachsen. Das Erkennen einer Zwillings-Schwangerschaft in einem frühen Stadium der Schwangerschaft ist daher besonders wichtig.

Geburt von eineiigen Zwillingen

Die Geburt von Mehrlingen stellt immer eine Herausforderung dar. In der Regel werden Mehrlinge vor dem errechneten Geburtstermin geboren, es kann sich dabei auch um Frühgeburten handeln. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Mehrlinge vaginal zu entbinden. Gelegentlich muss die Geburt auch eingeleitet werden, weil die Plazenta durch Gewicht und Anstrengung geschwächt ist.

Es kann aber auch ein Kaiserschnitt nötig werden, zum Beispiel, weil die Kinder ungünstig liegen, bei einem großen Gewichtsunterschied der Zwillinge oder wenn die Kinder zu klein sind.

Risiken einer Zwillingsschwangerschaft

Mehrlingsschwangerschaften werden generell als Risikoschwangerschaften eingestuft. Bei ihnen gibt es ein höheres Risiko für verschiedene Komplikationen:

Schwangerschaftsrisiko bei eineiigen Zwillingen mit einer Plazenta: Zwillingstransfusionsyndrom

Eineiige Zwillinge werden in den meisten Fällen über eine gemeinsame Plazenta im Mutterleib versorgt, die Blutkreisläufe der beiden Kinder sind miteinander verbunden. Statistisch gesehen kann es bei einer von 50 dieser Schwangerschaften zum Zwillingstransfusionssyndrom (fetofetales Transfusionssyndrom) kommen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Oktober 2017
Quellen: Beemsterboer, S.N. et. al: The paradox of declining fertility but increasing twinning rates with advancing maternal age. http://bit.ly/1jZhoSs (Stand: 2006) Gätje, R. u.a.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2011 Ulfig, N.: Kurzlehrbuch Embryologie. Thieme, Stuttgart 2009

Beiträge im Forum "Kinderwunsch: Ich will schwanger werden - wer noch?"
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