Mittwoch, 22. Mai 2013

Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft

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Während der Schwangerschaft sind drei Ultraschall-Untersuchungen üblich (Foto: AOK-Mediendienst)

Ultraschall-Untersuchungen werden während der Schwangerschaft im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Die Untersuchungsmethode liefert dem Arzt Informationen zum Verlauf der Schwangerschaft und zur Entwicklung des Kindes.

Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft dienen dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und den voraussichtlichen Geburtstermin festzulegen, den Gesundheitszustand, die Entwicklung und Lage des Kindes zu prüfen sowie den Verlauf der Schwangerschaft zu überwachen.

Die Ultraschall-Untersuchungen auf einen Blick

Drei Ultraschall-Untersuchungen oder Ultraschallscreenings sind Bestandteil der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung. Die Kosten werden von der Krankenkasse getragen:

  • Erste Ultraschall-Untersuchung in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche
  • Zweite Ultraschall-Untersuchung in der 19. bis 22. Schwangerschaftswoche
  • Dritte Ultraschall-Untersuchung in der 29. bis 32. Schwangerschaftswoche

Bei der ersten Ultraschall-Untersuchung handelt es sich üblicherweise um eine vaginale Ultraschall-Untersuchung (auch Vaginalsonographie oder Transvaginalsonographie), bei welcher der Schallkopf in die Scheide eingeführt wird. Auf diese Weise lässt sich ein besonders klares Bild des Fötus erstellen. Bei den beiden folgenden Untersuchungen bevorzugen Ärzte in der Regel den Bauch-Ultraschall, bei dem der Schallkopf über die Bauchdecke der Mutter bewegt wird (abdominal). Hierbei können größere Abstände betrachtet werden. Der Gynäkologe entscheidet auch anhand der anatomischen Gegebenheiten der Frau, wann welche Methode zum Einsatz kommt.

Wie wird die Ultraschall-Untersuchung vorbereitet und durchgeführt?

Sowohl bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall liegt die Frau auf dem Rücken.

Bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung wird ein stabförmiger Schallkopf in die Scheide der Frau eingeführt. Beim Bauch-Ultraschall wird zunächst der Bauch der Schwangeren mit einem kühlen Gel bestrichen. Durch das Gel können die Schallwellen des Ultraschalls leichter in das Innere des Körpers gelangen. Anschließend bewegt der Arzt den Schallkopf über den Bauch. Die Signale des Geräts werden auf einen Bildschirm übertragen, auf dem ein Bild der inneren Organe dargestellt wird.

Auch wenn schwangere Frauen während einer Ultraschall-Untersuchung nicht mit Schmerzen zu rechnen brauchen, kann es doch sein, dass die vaginale Untersuchung oder das Auftragen des kühlen Gels auf den Bauch als unangenehm empfunden werden.

Warum werden Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt?

Die drei Ultraschall-Untersuchungen, die im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt werden, dienen dem Arzt dazu

  • den Verlauf der Schwangerschaft,
  • die Lage des Kindes
  • sowie die Entwicklung und Versorgung des Kindes

zu überprüfen und zu überwachen. Außerdem kann mittels Ultraschall eine Mehrlingsschwangerschaft festgestellt und der voraussichtliche Geburtstermin ermittelt werden. Alle Ergebnisse dokumentiert der Arzt im Mutterpass.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es notwendig sein, mehr als drei Ultraschall-Untersuchungen durchzuführen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn

  • die Schwangere Blutungen hat
  • es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt
  • vermutet wird, der Fötus könnte für sein Alter zu groß oder zu klein sein
  • vermutet wird, dass die Schwangere zu viel oder zu wenig Fruchtwasser hat
  • das Risiko einer Frühgeburt besteht
  • die Schwangere unter Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Krankheiten leidet

Von den Ultraschall-Untersuchungen zur Schwangerschaftsvorsorge müssen die Ultraschall-Untersuchungen zur pränatalen Diagnostik unterschieden werden. Dabei handelt es sich um

  • die Dopplersonographie: Sie wird durchgeführt, wenn es in einem der Screenings Auffälligkeiten gab. Sie dient dazu, den Blutfluss in den Gefäßen und die Entwicklung des Herzens zu untersuchen
  • den Organultraschall (Feinultraschall): Die Untersuchung wird eingesetzt, um mögliche Fehlbildungen an Gliedmaßen und Organen des Kindes zu erkennen
  • den Nackentransparenz-Test: Hierbei wird die Nackenfalte (Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Nackens des Ungeborenen) gemessen. Die Untersuchung gibt Hinweise auf eine mögliche Chromosomenabweichung, zum Beispiel das Down-Syndrom

Auch die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sowie die Chorionzotten-Biopsie, zwei weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik, werden mit Ultraschall überwacht.

Risiken und Grenzen einer Ultraschall-Untersuchung

Die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind werden sowohl bei der vaginalen Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall als "gering" eingestuft.

Der Aussagekraft von Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft sind jedoch Grenzen gesetzt. Der Geburtstermin kann beispielsweise nur in den ersten sechs bis zwölf Schwangerschaftswochen relativ sicher bestimmt werden. Eine genauere Untersuchung der kindlichen Organe ist erst etwa ab der 19. Schwangerschaftswoche möglich.

Liegt das Kind in einer ungünstigen Position oder ist die Schwangere übergewichtig, kann die Ultraschall-Aufnahme nicht deutlich auf dem Bildschirm abgebildet werden und Fehlinterpretationen sind möglich.

Treten bei einer Ultraschall-Untersuchung im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorge Auffälligkeiten auf, so sind oft weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik notwendig, um genauere Erkenntnisse über eine mögliche Erkrankung des Kindes zu erhalten.

Alternativen zur Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft

Alternativ zur Bestimmung des Geburtstermins eines Kindes mittels einer Ultraschall-Untersuchung gibt es noch die Möglichkeit, den voraussichtlichen Geburtstermin anhand des ersten Tages der letzten Menstruation zu berechnen.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann der Arzt die Lage des Kindes auch durch Abtasten des Bauchs der Schwangeren ermitteln.

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2013
Quellen: Deans, Dr. A.: Die Schwangerschafts-Bibel. Südwest Verlag, München 2007; Holzgreve, Dr. med. Brigitte.: 300 Fragen zur Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München 2003; Herbst, V.: Untersuchungen zur Früherkennung. Für Schwangere. Stiftung Warentest Berlin (Hrsg.), Berlin 2007; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.schwanger-info.de (Stand: Mai 2008)

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