Ein Angebot von Lifeline
Mittwoch, 28. September 2016
Menu

Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft

Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft
Für Eltern gibt es meist ein Bild ihres Babys nach der Ultraschall-Untersuchung zur Schwangerschaftsvorsorge
iStock/Abel Mitja Varela

Ultraschall-Untersuchungen werden während der Schwangerschaft im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Die Untersuchungsmethode liefert dem Arzt Informationen zum Verlauf der Schwangerschaft und zur Entwicklung des Kindes.

Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft dienen dazu, die Schwangerschaft zu bestätigen und den voraussichtlichen Geburtstermin festzulegen, den Gesundheitszustand, die Entwicklung und Lage des Kindes zu prüfen sowie den Verlauf der Schwangerschaft zu überwachen.

Die Ultraschall-Untersuchungen auf einen Blick

Drei Ultraschall-Untersuchungen oder Ultraschallscreenings sind Bestandteil der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchung. In den Mutterschaftsrichtlinien sind drei Ultraschall-Untersuchungen (oder auch Ultraschallscreenings) zur Vorsorge vorgesehen. Die Kosten werden von der Krankenkasse getragen. Die Krankenkasse trägt die Kosten für diese Termine. Nur wenn Komplikationen vorliegen oder der Arzt Auffälligkeiten feststellt, werden weitere Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt.

Erste Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft

Die erste Ultraschall-Untersuchung während der Schwangerschaft findet zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche statt. Die Untersuchung ist für die werdenden Eltern oft ein Moment großer Gefühle, weil sie das Ungeborene zum ersten Mal auf dem Monitor sehen können.

In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft wird die Ultraschall-Untersuchung in den meisten Fällen vaginal vorgenommen (Vaginalsonographie) und der Schallkopf in die Scheide eingeführt wird. In der Frühschwangerschaft kann so ein genaueres Bild des ungeborenen Kindes dargestellt werden. Bei den beiden folgenden Untersuchungen bevorzugen Ärzte in der Regel den Bauch-Ultraschall, bei dem der Schallkopf über die Bauchdecke der Mutter bewegt wird (abdominal). Hierbei können größere Abstände betrachtet werden. Der Gynäkologe entscheidet auch anhand der anatomischen Gegebenheiten der Frau, wann welche Methode zum Einsatz kommt.

Was untersucht der Arzt bei der ersten Ultraschall-Untersuchung?

Bei der ersten Ultraschall-Untersuchung achtet der behandelnde Arzt besonders auf

Außerdem bestimmt der Arzt bei dieser ersten Ultraschall-Untersuchung den voraussichtlichen Geburtsstermin des Kindes. Um die Dauer der Schwangerschaft anzugeben, misst er folgende Werte:

  • Die Scheitel-Steiß-Länge (SSL): Sie gibt die Größe des Fötus vom äußersten Kopfende zum äußersten Steißende an.
  • Den biparietalen Durchmesser (BPD): Dieser gibt den Abstand von der linken zur rechten Schläfe des Kindes an.
  • Den Fruchtsackdurchmesser (FS): Dieser Wert kann nur sehr früh (in der fünften bis sechsten Schwangerschaftswoche) ermittelt werden.

Die Treffsicherheit dieser Methode zur Bestimmung des Geburtsdatums gilt als relativ hoch, sofern die Schwangere genaue Angaben zu ihrer letzten Menstruation machen kann. Alle Ergebnisse der Untersuchung hält der Arzt im fest.

Falls während des Screenings Auffälligkeiten auftreten, können weitere Ultraschall-Untersuchungen notwendig werden, zum Beispiel bei

  • einem Verdacht auf Eileiterschwangerschaft
  • bei Unfällen oder Verletzungen der Mutter, die den Verlauf der Schwangerschaft stören könnten.

Die zweite Ultraschall-Untersuchung zur Schwangerschafts-Vorsorge

Zwischen der 19. und 23. Schwangerschaftswoche findet das zweite Ultraschallscreening statt. Die Untersuchung wird in der Regel abdominal durchgeführt. Das bedeutet, dass der Arzt den Schallkopf über die Bauchdecke der Frau bewegt, um ein Bild ihres ungeborenen Kindes auf einem Monitor zu erzeugen. Ab 1.Juli 2013 haben Schwangere dabei Anspruch auf eine erweiterte Untersuchung, was bedeutet, dass der Körper des Babys auf Fehlbildungen am Kopf, wie Hirnkammern und Kleinhirn, Rücken, Magen, Blase und Herz untersucht wird. Sollten hierbei etwas auffällig sein, wird die Schwangere zum so genannten Feinultraschall überwiesen. Für die Kinder kann eine vorgeburtliche Diagnose lebensrettend sein, weil man die Wahl der Entbindungsklinik dann danach ausrichten kann.

Was untersucht der Arzt während des zweiten Screenings?

Bei der zweiten Ultraschall-Untersuchung achtet der behandelnde Arzt besonders auf:

  • Einling oder Mehrlinge
  • Lebenszeichen wie Herzaktionen und Bewegungen des Ungeborenen
  • eine zeitgerechte Entwicklung des Ungeborenen
  • die körperliche Entwicklung und den Körperumriss des Ungeborenen
  • die Menge des Fruchtwassers
  • Lage und Struktur des Mutterkuchens (Plazenta)

Alle Ergebnisse werden im Mutterpass festgehalten. Zusätzliche Ultraschall-Untersuchungen können notwendig werden, wenn

  • die Schwangere mehr als ein Kind erwartet
  • eine Fehllage der Plazenta (Placenta praevia) erkannt wurde oder der Verdacht einer Plazentalösung besteht
  • eine Erkrankung der Mutter das Wachstum und die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen könnte
  • der Arzt vermutet, dass die Entwicklung des Ungeborenen gestört ist
  • Auffälligkeiten des bisherigen Schwangerschaftsverlaufs neu- oder nachbeurteilt werden sollen
  • der Verdacht auf Tod des Kindes besteht (intrauteriner Fruchttod)

Stößt der Arzt während der zweiten Ultraschall-Untersuchung auf Auffälligkeiten, können Untersuchungen der pränatalen Diagnostik dabei helfen, genauere Diagnosen zu stellen. Möglich sind beispielsweise:

Die dritte Ultraschall-Untersuchung zur Schwangerschafts-Vorsorge

Das dritte Ultraschallscreening findet zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche statt. Die Untersuchung wird in der Regel über die Bauchdecke der Schwangeren durchgeführt.

Was wird untersucht?

Der behandelnde Arzt achtet während des Screenings besonders auf:

  • eine mögliche Merhrlingsschwangerschaft
  • Lebenszeichen des Ungeborenen (Bewegungen, Herzschlag)
  • eine zeitgerechte Entwicklung des Ungeborenen
  • die körperliche Entwicklung und den Körperumriss des Ungeborenen
  • die Lage des Kindes
  • die Menge des Fruchtwassers
  • die Lage und Struktur des Mutterkuchens (Plazenta)

Alle Ergebnisse werden im Mutterpass festgehalten. Zusätzliche Ultraschall-Untersuchungen können ab Beginn der 36. Schwangerschaftswoche notwendig werden, wenn das Kind die Geburtsposition nicht einnimmt oder generell der Verdacht auf eine ungünstige Lage des Kindes besteht.

Wie wird die Ultraschall-Untersuchung vorbereitet und durchgeführt?

Sowohl bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall liegt die Frau auf dem Rücken.

Bei der vaginalen Ultraschall-Untersuchung wird ein stabförmiger Schallkopf in die Scheide der Frau eingeführt. Beim Bauch-Ultraschall wird zunächst der Bauch der Schwangeren mit einem kühlen Gel bestrichen. Durch das Gel können die Schallwellen des Ultraschalls leichter in das Innere des Körpers gelangen. Anschließend bewegt der Arzt den Schallkopf über den Bauch. Die Signale des Geräts werden auf einen Bildschirm übertragen, auf dem ein Bild der inneren Organe dargestellt wird.

Auch wenn schwangere Frauen während einer Ultraschall-Untersuchung nicht mit Schmerzen zu rechnen brauchen, kann es doch sein, dass die vaginale Untersuchung oder das Auftragen des kühlen Gels auf den Bauch als unangenehm empfunden werden.

Warum werden Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft durchgeführt?

Die drei Ultraschall-Untersuchungen, die im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt werden, dienen dem Arzt dazu

  • den Verlauf der Schwangerschaft,
  • die Lage des Kindes
  • sowie die Entwicklung und Versorgung des Kindes

zu überprüfen und zu überwachen. Außerdem kann mittels Ultraschall eine Mehrlingsschwangerschaft festgestellt und der voraussichtliche Geburtstermin ermittelt werden. Alle Ergebnisse dokumentiert der Arzt im Mutterpass.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es notwendig sein, mehr als drei Ultraschall-Untersuchungen durchzuführen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn

  • die Schwangere Blutungen hat
  • es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt
  • vermutet wird, der Fötus könnte für sein Alter zu groß oder zu klein sein
  • vermutet wird, dass die Schwangere zu viel oder zu wenig Fruchtwasser hat
  • das Risiko einer Frühgeburt besteht
  • die Schwangere unter Bluthochdruck, Diabetes oder anderen Krankheiten leidet

Von den Ultraschall-Untersuchungen zur Schwangerschaftsvorsorge müssen die Ultraschall-Untersuchungen zur pränatalen Diagnostik unterschieden werden. Dabei handelt es sich um

  • die Dopplersonographie: Sie wird durchgeführt, wenn es in einem der Screenings Auffälligkeiten gab. Sie dient dazu, den Blutfluss in den Gefäßen und die Entwicklung des Herzens zu untersuchen
  • den Organultraschall (Feinultraschall): Die Untersuchung wird eingesetzt, um mögliche Fehlbildungen an Gliedmaßen und Organen des Kindes zu erkennen
  • den Nackentransparenz-Test: Hierbei wird die Nackenfalte (Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Nackens des Ungeborenen) gemessen. Die Untersuchung gibt Hinweise auf eine mögliche Chromosomenabweichung, zum Beispiel das Down-Syndrom

Auch die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sowie die Chorionzotten-Biopsie, zwei weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik, werden mit Ultraschall überwacht.

Risiken und Grenzen einer Ultraschall-Untersuchung

Die gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind werden sowohl bei der vaginalen Untersuchung als auch beim Bauch-Ultraschall als "gering" eingestuft.

Der Aussagekraft von Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft sind jedoch Grenzen gesetzt. Der Geburtstermin kann beispielsweise nur in den ersten sechs bis zwölf Schwangerschaftswochen relativ sicher bestimmt werden. Eine genauere Untersuchung der kindlichen Organe ist erst etwa ab der 19. Schwangerschaftswoche möglich.

Liegt das Kind in einer ungünstigen Position oder ist die Schwangere übergewichtig, kann die Ultraschall-Aufnahme nicht deutlich auf dem Bildschirm abgebildet werden und Fehlinterpretationen sind möglich.

Treten bei einer Ultraschall-Untersuchung im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorge Auffälligkeiten auf, so sind oft weitere Untersuchungen der pränatalen Diagnostik notwendig, um genauere Erkenntnisse über eine mögliche Erkrankung des Kindes zu erhalten.

Alternativen zur Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft

Alternativ zur Bestimmung des Geburtstermins eines Kindes mittels einer Ultraschall-Untersuchung gibt es noch die Möglichkeit, den voraussichtlichen Geburtstermin anhand des ersten Tages der letzten Menstruation zu berechnen.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann der Arzt die Lage des Kindes auch durch Abtasten des Bauchs der Schwangeren ermitteln.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. September 2016
Quellen: Huch R., Ochsenbein N., Largo R.: Ich bin schwanger. TRIAS Verlag, Stuttgart 2015; Höfer, S., Scholz, A.: Meine Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2014; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.schwanger-info.de (Stand: Mai 2016)

Beiträge im Forum "Ultraschall in der Schwangerschaft"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Untersuchungen

Schwangerschaftsvorsorge kann auch durch eine Hebamme durchgeführt werden. Im Idealfall arbeiten Hebammen und Ärzte bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft Hand in Hand, aktuell wird aber ein... Mehr...

Untersuchungen

Die Dopplersonographie ist eine besondere Form der Ultraschall-Untersuchung. Sie wird in der Schwangerschaft vor allem zur Kontrolle der Blutflussgeschwindigkeit in der Nabelschnur eingesetzt. Mehr...

Untersuchungen

In der Schwangerschaft können während des gesamten Schwangerschaftsverlaufs mehr oder weniger starke Blutungen auftreten. Sie können harmlos sein, aber auch auf eine Erkrankung oder eine Notfallsituation... Mehr...

Weitere interessante Themen
  • Nabelschnurpunktion (Chordozentese,...

    Die Nabelschnurpunktion (auch Chordozentese oder Cordozentese) ist ein Untersuchungs-Verfahren der pränatalen Diagnostik. Nach einem Einstich in die Bauchdecke der Frau wird eine... Mehr...

Zum Seitenanfang