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Dienstag, 25. April 2017
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Blutarmut (Anämie)

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Blutarmut (Anämie) tritt häufig bei Frauen auf und führt zu starker Müdigkeit
(c) iStockphotos/Squaredpixels

Eine Blutarmut ist - anders als der Begriff vermuten lässt - kein Blutmangel, sondern entweder eine zu geringe Konzentration des Blutfarbstoffs (Hämoglobin) im Blut, ein zu geringer Anteil der zellulären Bestandteile am gesamten Blutvolumen (Hämatokrit) oder eine zu geringe Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Bei der Frau liegt eine Blutarmut vor, wenn der Hämoglobingehalt des Bluts weniger als 12 g/dl beziehungsweise 7,4 mmol/l pro Liter beträgt oder der Hämatokrit-Wert unter 37 Prozent liegt. Beim Mann spricht man von einer Blutarmut, wenn der Hämoglobingehalt des Bluts weniger als 13,5 g/dl (Gramm pro Deziliter) beziehungsweise 8,3 mmol/l (Millimol pro Liter) beträgt oder der Hämatokrit-Wert unter 40 Prozent liegt.

Was sind die Ursachen von Blutarmut?

Grundsätzlich unterscheidet man abhängig von deren Ursachen zwischen drei verschiedenen Grundtypen der Anämie: der hypo- beziehungsweise aregenerativen Anämie, die aufgrund von Bildungsstörungen der Erythrozyten entsteht, der regenerativen Anämie bedingt durch einen erhöhten Abbau oder Verlust von Erythrozyten und der durch Verteilungsstörungen bedingten Anämie, meistens verursacht durch eine Erkrankung der Milz.

Aregenerative Anämie

Bei der aregenerativen Anämie wird abhängig vom Erscheinungsbild der im Blut enthaltenen Erythrozyten wiederum in drei Gruppen unterschieden:

  • Normochrome, normozytäre Anämie mit normal erscheinenden Zellen
  • Hypochrome, mikrozytäre Anämie mit vermindert erscheinenden Zellen
  • Hyperchrome, makrozytäre Anämie mit erhöht erscheinenden Zellen

Die Ursache für eine normochrome, normozytäre Anämie können Nierenerkrankungen, eine Schilddrüsenunterfunktion, Hypophyseninsuffizienz oder Eiweißmangel sein. Eine hyperchrome, makrozytäre Anämie kann infolge von Vitamin B12- oder Folsäuremangel (z.B. durch einseitige Ernährung, Schwangerschaft oder Krankheit) auftreten. Die hypochrome, mikrozytäre Anämie tritt oft infolge von Eisenmangel oder Problemen mit der Eisenverwertung des Körpers auf.

Regenerative Anämie

Regenerative Anämien werden unterschieden in Anämien, die nach akuten oder chronischen Blutungen auftreten (Blutungsanämien) und daher mit einem hohen Blutverlust einhergehen, und Anämien, die aus einer krankhaft bedingten Zerstörung der Erythrozyten resultieren (hämolytische Anämie).

Am verbereitetsten ist die durch Eisenmangel bedingte Blutarmut. Ein solcher Mangel kann durch eine einseitige, unausgewogene Ernährung entstehen oder sich aus einem größeren oder auch krankheitsbedingt schleichenden, inneren Blutverlust entwickeln.

Wie äußert sich Blutarmut?

Eine Blutarmut bedeutet eine Sauerstoffunterversorgung der Organe, die sich für den Betroffenen in Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Atemnot besonders bei Belastung, Konzentrationsstörungen und Herzklopfen äußern kann. Sind auch die weißen Blutzellen vermindert, wird zusätzlich die körperliche Abwehr geschwächt. Die Betroffenen leiden vermehrten unter Infekten.

Wie wird Blutarmut diagnostiziert?

Die Beschwerden der Betroffenen geben oft schon Hinweise auf eine bestehende Blutarmut. In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) befragt der Arzt deshalb den Betroffenen nach bestehenden Erkrankungen, ob er Medikamente einnimmt und wie er sich ernährt. Darauf folgt meistens eine körperliche Untersuchung. Um die Diagnose zu bestätigen und zu spezifizieren, wird eine Blutuntersuchung vorgenommen. Sie gibt Auskunft über den Hämoglobingehalt des Bluts und über die Anzahl und die Größe der einzelnen Blutzellen. Auch kann anhand des Blutbilds der Eisengehalt bestimmt werden.

Bei Verdacht auf innere Blutungen werden weitere Untersuchungen durchgeführt, die Hinweise auf mögliche Organerkrankungen geben. Dazu gehören ein Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl, ein Urintest und gegebenenfalls weitere urologische Untersuchungen.

Wie kann Blutarmut behandelt werden?

Die Art der Therapie der Blutarmut richtet sich nach deren Ursache. Sind Stoffwechselstörungen, Magen- oder Darmgeschwüre, Infektionskrankheiten oder Tumoren Ursache der Blutarmut, muss diese Grunderkrankung primär behandelt werden. Bei einer angeborenen Anämie, die auf einer krankhaften Zerstörung der roten Blutkörperchen beruht, wird unter Umständen die Milz operativ entfernt.

Ist die Ursache für die Blutarmut ein Eisen-, Vitamin B12- oder Folsäuremangel, kann diese durch eine erhöhte Zufuhr von Eisen beziehungsweise eisenhaltigen Stoffen behoben werden. Bei leichter Blutarmut reicht oft schon eine Anspassung der Ernährungsgewohnheiten. Bei stärkerer Blutarmut kann die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten erforderlich werden.

Wie ist der Verlauf einer Blutarmut?

Eine durch Eisen-, Vitamin B12- oder Folsäuremangel bedingte Blutarmut lässt sich durch eine entsprechende Ernährungsumstellung oder eine spezielle Eisen-, Vitamin B12- oder Folsäuregabe meistens sehr gut behandeln. Die Symptome sollten nach einiger Zeit regelmäßiger Einnahme spürbar nachlassen.

Liegt der Blutarmut eine Erkrankung zugrunde, ist die Prognose abhängig von der Therapie und der Heilung der Erkrankung. Generell gilt: Ist die Ursache gefunden und behoben, besteht auch keine Blutarmut mehr.

Wie kann man Blutarmut vorbeugen?

Krankheitsbedinter Blutarmut ist quasi nicht vorzubeugen. Hingegen kann man einer durch Eisen-, Vitamin B12- oder Folsäuremangel bedingten Blutarmut mit einer ausgwogenen, eisen- und vitaminhaltigen Kost gezielt entgegensteuern. Gute Eisenlieferanten sind:

  • Vollkornprodukte
  • Gemüse
  • Fleisch
  • Leber
  • Innereien
  • Schalentiere
  • Fisch
  • Kakao
  • Nüsse

Vitamin B12 ist vor allem enthalten in:

  • Fleisch
  • Fleischprodukten
  • Leber
  • Fisch
  • Ei
  • Milch
  • Sauerkraut

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. März 2017
Quellen: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Anämiediagnostik im Kindesalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/027 (Stand 01/2007); Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Aplastische Anämie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/019 (Stand 06/2006); Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Eisenmangelanämie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/021 (Stand 05/2006); Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Thalassämie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/017 (Stand 01/2006)

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