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Urinuntersuchung in der Schwangerschaft

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2017

Die Urinuntersuchung ist ein fester Bestandteil der Schwangerschafts-Vorsorge. Sie wird bei der Erstuntersuchung und danach bei jeder weiteren Untersuchung vom Arzt durchgeführt.

Urinuntersuchung in der Schwangerschaft
Die abgegebene Urinprobe der Schwangeren wird im Labor untersucht
(c) Getty Images/iStockphoto

Im Urin lassen sich bestimmte Stoffe wie Eiweiß, Glukose oder Bakterien nachweisen. Der Nachweis gibt dem Arzt Hinweise über bestehende Infektionen oder mögliche Risiken, die den Verlauf der Schwangerschaft ungünstig beeinflussen könnten.

Ablauf einer Urinuntersuchung

Für die Urintests auf Eiweiß, Glukose oder Bakterien ist keine besondere Vorbereitung notwendig. Die Schwangere muss in ihrer Arztpraxis lediglich eine Urinprobe abgeben. Bei der Erstuntersuchung wird diese in ein Labor geschickt und dort auf eine bestehende Bakterieninfektion geprüft. Bei diesem und jedem weiteren Vorsorgetermin wird im Urin zusätzlich der Glukose- und Eiweißgehalt kontrolliert. Dazu wird ein speziell behandelter Teststreifen mit der Körperflüssigkeit benetzt. Das Ergebnis liegt nach kurzer Wartezeit vor. Der Eiweißtest kann von schwangeren Frauen auch am Tag der Untersuchung vor dem Termin zu Hause durchgeführt werden. In der Praxis wird das Ergebnis dann gemeinsam mit dem Arzt besprochen.

Wann ist die Urinuntersuchung in der Schwangerschaft sinnvoll?

Während der Schwangerschaft sind Frauen anfälliger für Nieren- und Harnwegsinfektionen. Da diese Infektionen verfrühte Wehen auslösen können, wird der Urin bei der Erstuntersuchung auf entsprechende Bakterien getestet. Auch der Eiweißgehalt im Urin könnte ein Anzeichen einer Infektion sein. Der Urintest auf Eiweiß wird jedoch auch durchgeführt, um Nierenleiden aufzudecken oder eine Schwangerschafts-Gestose aufzufinden. Der Glukosetest gibt dem Arzt Informationen darüber, ob die Frau an einem Schwangerschafts-Diabetes leidet.

Komplikationen und Risiken

Zwar birgt die Urinuntersuchung an sich keine gesundheitlichen Risiken, doch lässt sich mit den Testergebnissen eine Erkrankung nicht immer früh genug oder eindeutig erkennen.
Der Zuckergehalt des Urins spiegelt nicht die Verhältnisse im Blut wider. Denn vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel können die Nieren über den Urin Zucker ausscheiden, obwohl die Blutzuckerwerte der Norm entsprechen. Zum anderen scheidet der Körper Zucker erst bei hohen Blutzuckerwerten über den Urin aus, sodass sich ein Schwangerschaftsdiabetes mit einer Urinuntersuchung erst sehr spät entdecken lässt.

Der Eiweißgehalt im Urin kann von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Stress, Kälte oder körperlicher Aktivität beeinflusst werden. Deswegen wird die Treffsicherheit des Streifentests zur Feststellung von Eiweiß im Urin als "gering" eingestuft. Das bedeutet, dass sich eine Gestose und das HELLP-Syndrom mit dem Test nicht mit letzter Sicherheit erkennen lässt.

Alternativen zur Urinuntersuchung

Zur Früherkennung einer Schwangerschaftsvergiftung wird neben dem Urintest auf Eiweiß auch die Blutdruckmessung angewendet. Eine Diabeteserkrankung kann auch durch einen Bluttest ermittelt werden. Gleiches gilt für Infektionskrankheiten.

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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