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4D-Ultraschall: Was Gesichtsausdrücke des Ungeborenen verraten

Gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels erwarten viele Eltern gespannt den Ultraschall, um ihr Kind zu sehen. Wenn es dann noch lächelt, ist das Glück perfekt. Experten raten jedoch von solchen Untersuchungen zum reinen Zweck des "Babyfernsehens" ab.

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Der Gesichtsausdruck des Babys ist ein Reflex, bei dem die Gesichtsmuskeln trainiert werden
© iStock.com/valentinarr

Eltern sollten in diese Momente nicht zu viel hineininterpretieren, rät die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Veränderungen des Gesichtsausdrucks spiegelten nicht etwa die Gefühle des Feten wieder, sondern sind vielmehr das Ergebnis unwillkürlicher, reflexhafter Bewegungen, berichten die Experten.

Lächeln des Ungeborenen im 4D-Ultraschall

Wenn Ärzte ein Ungeborenes mit 4D-Ultraschall untersuchen, schließen sie dabei nicht nur mögliche Fehlbildungen aus. Sie können auch live beobachten, wie das Kind Körper und Gesicht bewegt und die Mimik des Kindes beobachten. Die Technik ermöglicht es den Ärzten heute sogar, das Farbspektrum der menschlichen Haut anzupassen und mit einer beweglichen virtuellen Lichtquelle Effekte von Licht und Schatten an der Oberfläche des Kindes zu erzeugen. Dadurch erscheinen die Bilder sehr lebensecht und berühren die werdenden Eltern stärker. Dennoch bedeute ein Lächeln nicht, dass ein Baby glücklich ist und eine traurige Mine verrate nichts über schlechte Gefühle des Ungeborenen. Die Bewegungen sind eher eine Art Training, denn die Entwicklung komplexer Gesichtsbewegungen vor der Geburt ist für viele Funktionen nach der Geburt wichtig. Denn von Anfang an kommuniziert das Baby auch über seine Gesichtsausdrücke mit den Eltern und weint zum Beispiel, wenn es unzufrieden ist. Das erste echte Lächeln allerdings lässt etwas auf sich warten: Das „Engelslächeln“ von Neugeborenen stufen Entwicklungspsychologen noch als reflexhaft ein; erst zum Ende des zweiten Lebensmonats hin lächeln Babys ihre Mitmenschen bewusst an.


Mimik gibt Aufschluss über neurologische Entwicklung

Pränatalmediziner können am Gesicht des Ungeborenen dennoch etwas ablesen, denn die Beobachtung der Gesichtsstrukturen und des Gesichtsausdrucks liefert zusätzliche Erkenntnisse über die neurologische Entwicklung des Ungeborenen. Unabhängig von der Mimik sei das Gesicht eine grundlegende Informationsquelle. Denn anhand der Mimik können verschiedene Erkrankungen und Syndrome erkannt werden. So lässt sich im 4D-Ultraschall besser herausfinden, ob mögliche Fehlbildungen vorliegen.

4D-Ultraschall nur zu medizinischen Zwecken

Laut Experten sollten Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft nur dann durchgeführt werden, wenn dies medizinisch begründet ist. Die DEGUM spricht sich ausdrücklich gegen alleinige Ultraschalluntersuchungen aus, die nur zum Zwecke des "Babyfernsehens" auf Wunsch der Eltern durchgeführt werden. Mit dem Einsatz der aussagekräftigen und zugleich schonenden Diagnostik müsse stets ein medizinisch relevanter Zweck verbunden sein.

Mit dem neuen Strahlenschutzgesetz hat der Gesetzgeber die Durchführung von 3D- und 4D-Ultraschall ohnehin eingeschränkt: Ab 2021 sind diese nur noch erlaubt, wenn dafür es dafür eine medizinische Notwendigkeit gibt. Diese kann etwa im Rahmen der pränatalen Diagnostik gegeben sein.

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