Die häufigsten Fragen zu Eisen und Eisenmangel in der Schwangerschaft und Stillzeit
Wieso kann es in der Schwangerschaft zu einem Eisenmangel kommen?
Wie äußert sich ein Eisenmangel in der Schwangerschaft?
Wie wird ein Eisenmangel diagnostiziert?
Wie häufig ist ein Eisenmangel in der Schwangerschaft?
Kann durch eine eisenreiche Ernährung ein Eisenmangel in der Schwangerschaft behoben werden?
Wenn ich in der Stillzeit unter Eisenmangel leide, bekommt mein Säugling trotzdem genug Eisen?
 
Wieso kann es in der Schwangerschaft zu einem Eisenmangel kommen?
In der Schwangerschaft besteht ein wesentlich höherer Eisenbedarf. Während Frauen bis zu den Wechseljahren nur etwa ein bis zwei Miligramm Eisen täglich benötigen, um ihren Eisenhaushalt im Gleichgewicht zu halten, steigt der Eisenbedarf zum Ende der Schwangerschaft auf über sieben Miligramm pro Tag an. Das zusätzliche Eisen wird für den Fötus, die Plazenta und die Nabelschnur, aber auch für die Ausweitung des Blutvolumens in der Schwangerschaft benötigt. Oft kann diese Menge nicht alleine durch die Nahrung gedeckt werden. Dann ist eine Therapie mit einem hoch dosierten, gut bioverfügbaren Eisenpräparat ratsam.
 
Wie äußert sich ein Eisenmangel in der Schwangerschaft?
Eisenmangel kann mit Müdigkeit, allgemeiner Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungskraft, Schwäche, Nervosität, blasser und spröder Haut, brüchigen Fingernägeln und vielen anderen Symptomen einhergehen. Eine eindeutige Diagnose kann allerdings nur der Arzt anhand einer Blutuntersuchung stellen.
 
Wie wird ein Eisenmangel diagnostiziert?
Die Konzentration des roten Blutfarbstoffs, des Hämoglobins, kann Aufschluss über einen Eisenmangel geben. Hämoglobin transportiert den Sauerstoff von den Lungen in die Organe und Gewebe und enthält an zentraler Stelle Eisen. Bei fortgeschrittenem Eisenmangel fällt die Hämoglobinkonzentration im Blut ab. Noch wichtiger - gerade bei Schwangeren - ist die Bestimmung des Serum-Ferritins. Dieser Wert gibt Aufschluss über den Füllungszustand der Eisenspeicher. Liegt er unter 12 µg/l sind die Speicher völlig leer und es sollte über mehrere Wochen ein gut bioverfügbares Eisenpräparat eingenommen werden.
 
Wie häufig ist ein Eisenmangel in der Schwangerschaft?
Wie einige Untersuchungen zeigen konnten, haben, auch in Deutschland, schon vor einer Schwangerschaft, 40 Prozent der Frauen erschöpfte Eisenreserven. Ursachen sind in einer unausgewogenen, oft hypokalorischen oder streng vegetarischen Ernährung vieler junger Frauen zu sehen. Aber auch Blutverluste, wie bei starken Regelblutungen, können eine Ursache sein. Eine Eisenmangelanämie im Verlauf einer Schwangerschaft, wo noch wesentlich mehr Eisen benötigt wird, ist die Folge. Das ist vor allem für das Kind im Mutterleib nicht ganz ungefährlich, da es durch eine zu geringe Eisen- bzw. Sauerstoffzufuhr bei der Geburt untergewichtig sein kann.
 
Kann durch eine eisenreiche Ernährung ein Eisenmangel in der Schwangerschaft behoben werden?
Stellt der Arzt vor einer Schwangerschaft anhand einer Blutuntersuchung verminderte Eisenreserven (Serum-Ferritin), aber eine noch normale Hämoglobin-Konzentration fest, so können Sie versuchen, einen normalen Eisenstatus mit einer eisenreichen Diät, die auch Fleisch und Fisch enthält, zu erreichen. Sind die Eisenspeicher völlig leer und ist die Hämoglobin-Konzentration schon abgefallen, ist eine Eisentherapie notwendig. Sind während einer Schwangerschaft die Eisenreserven vermindert, können mittels eisenreicher Ernährung bis zur Geburt die Speicher in der Regel nicht mehr aufgefüllt werden. Dann ist eine hochdosierte Eisentherapie mit einem gut bioverfügbaren Präparat notwendig.
 
Wenn ich in der Stillzeit unter Eisenmangel leide, bekommt mein Säugling trotzdem genug Eisen?
Eine stillende, eisenverarmte Mutter kann über die Muttermilch kein Eisen an den Säugling weitergeben. Selbst, wenn der Säugling nach der Geburt gefüllte Eisenspeicher aufweist, sind diese beim Stillen mit der dann praktisch eisenfreien Muttermilch nach spätestens sechs Monaten aufgebraucht. Das Kind entwickelt eine Eisenmangelanämie und muss hochdosiert Eisen zugeführt bekommen.
 
Autor: Qualimedic.com AG
Letzte Änderung am: 08.04.2008
