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Ab 2021 nur noch eingeschränkt

3D-Ultraschall in der Schwangerschaft: Nur zu medizinischen Zwecken

Gestochen scharfe Bilder vom Baby im Bauch dank 3D-Ultraschall: Das sogenannte Babyfernsehen ist in Deutschland ab 2021 nur noch zu medizinischen Zwecken erlaubt.

3D-Ultraschall: Kosten und Auswirkungen auf das Baby
Eine schöne Erinnerungen sind die beim 3D-Ultraschall produzierten Bilder allemal, die Untersuchung sollte aber nur von Fachpersonal durchgeführt werden.
© iStock.com/fotostorm

Als Screening, das den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklungen des Babys überwachen soll, sind nach den Mutterschaftsrichtlinien drei Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft vorgeschrieben. Diese Ultraschall-Untersuchungen werden als diagnostische Untersuchungen von der Krankenkasse bezahlt und in der Regel mit einem herkömmlichen Ultraschallgerät angefertigt.

Alles, was darüber hinausgeht und medizinisch nicht notwendig ist, ist ab 2021 in Deutschland nicht mehr erlaubt. Das betrifft vor allem den bei vielen Schwangeren bislang so beliebten 3D-Ultraschall, auch als "Babyfernsehen" oder "Baby-TV" bekannt.

Ursachen für einen harten Bauch in der Schwangerschaft

Ultraschalluntersuchungen zur Diagnostik in der Schwangerschaft

Bereits in der achten bis zwölften Woche lassen sich bei einer Ultraschall-Untersuchung rund 20 chromosomale Entwicklungsstörungen erkennen. Zwischen der elften und vierzehnten Woche können die ultraschallenden Gynäkologen nach einem Marker fahnden, der transparenten Nackenfalte, um einen Hinweis auf eine mögliche Fehlbildung – zum Beispiel die Trisomie 21 – zu erhalten.

Mit besonders lebensechten Abbildungen vom Baby im Bauch konnten bislang auch 3D-Ultraschallbilder angefertigt werden, wenn diese nicht medizinisch notwendig waren. Der 3D-Ultraschall bietet räumliche Ansichten des Babys im Bauch. Das ist 2021 allerdings nur noch eingeschränkt – nämlich zu medizinischen Zwecken – erlaubt.

3D-Ultraschall nur noch zu medizinischen Zwecken

Wer einen 3D-Ultraschall als Babyfernsehen nutzen wollte, konnte bislang eine solche Zusatzleistung beim Gynäkologen oder bei der Gynäkologin in der Regel problemlos "dazubuchen". Der 3D-Ultraschall wurde dann als Leistung der Individuellen Gesundheitsvorsorge (IGeL) abgerechnet.

Manche Ärzte boten auch "Paketpreise" oder "Abonnements" für 3D-Ultraschall an. Dies ist seit 2021 nicht mehr möglich. Künftig darf ein 3D-Ultraschall nur noch zu medizinischen Zwecken durchgeführt werden.

Das ist beispielsweise der Fall, wenn über die reguläre Diagnostik hinaus weitere, dreidimensionale Ansichten erforderlich sind. Das passiert häufig im Rahmen der pränatalen Diagnostik.

Das Verbot gilt auch für den medizinisch nicht notwendigen 4D-Ultraschall, und unabhängig davon, wie viel Energie für den Ultraschall aufgewendet wird.

Video eines 3D-Ultraschalls in der 36. Schwangerschaftwoche

3D-Ultraschall in der 36. SSW

2D oder 3D?

In ihrer Doktorarbeit stellte Dr. med. Irina-Brigitte Ziegelmüller-Uhlmann fest, dass "der routinemäßige Einsatz des 3D-Gerätes bei jeder Schwangeren nicht sinnvoll ist." Eine Studie mit 120 Schwangeren zeigte, dass der dreidimensionale Ultraschall bei der Erstdiagnose von fetalen Fehlbildungen keine Vorteile gegenüber dem konventionellen Ultraschall hat, wenn dieser von einem erfahrenen Untersucher durchgeführt wird. Eine Indikation für den Einsatz des dreidimensionalen Ultraschalls ist gegeben, wenn es schon einen Hinweis auf eine fetale Missbildung gibt. So zieht Dr. Ziegelmüller-Uhlmann die Schlussfolgerung, dass sich "der Einsatz in der Pränataldiagnostik, welchen man sich zu Anfang versprochen hatte, [...] bislang noch nicht erfüllt" hat.

Eine weitere Studie von Clementschitsch G., Hasenöhrl G., Schaffer H., Steiner H. in der Frauenklinik der LKA Salzburg, Salzburg; Österreich verglich 2- und 3-dimensionale Untersuchungen der Nackentransparenz. Ein Ergebnis dieser Untersuchung an 150 Patientinnen: "Ein signifikanter Unterschied der Messwerte war nicht festzustellen."

Erfahrung ist wichtig

Der Ultraschall – und das gilt besonders für die neue Technik des 3D-Ultraschall – gewährleistet nicht per se Erkenntnisgüte, sondern ist in starkem Maße von der Qualifikation des Anwenders abhängig. Ein erfahrener Arzt, der die DEGUM-Ausbildung Stufe II hat, wird bei der Diagnostik auf seine langjährige und umfangreiche Erfahrung und Schulung zurückblicken können. Gerade die Diagnostik der Nackenfalte setzt viel einschlägige Erfahrung voraus, weil die Eihäute die fragliche Nackenfalte imitieren und den Arzt irreführen können.

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