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Darum ist Vitamin B9 so wichtig

Folsäure in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch

Folsäure gehört zu den wichtigsten Nährstoffen in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch. Grund ist ihre wichtige Rolle bei der Zellteilung und beim Wachstum.

Folsäure in Schwangerschaft und Stillzeit
Zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung sollte ein Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, um den erhöhten Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft zu decken.
© iStock.com/nd3000

Schwangere haben einen erhöhten Nährstoffbedarf. Eine qualitativ hochwertige Ernährung mit hoher Nährstoffdichte ist generell in der Schwangerschaft vorteilhaft: Zahlreiche Studien zeigen, wie sich äußere Einflüsse auf die Schwangerschaft sowie die Entwicklung des Babys im Mutterleib und darüber hinaus auswirken. Die Folsäure, einer synthetisch hergestellten Form des Nährstoffs Folat, hat dabei eine besondere Bedeutung.

In diesem Artikel lesen Sie:

Folsäure: Diese 15 Lebensmittel sind Toplieferanten!

Was ist Folsäure?

Folsäure ist die Bezeichnung für künstlich hergestelltes Folat, eher bekannt als Vitamin B9. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe, also Folsäure und Folat, meist synonym verwendet.

Der Körper kann Folat nicht selbst herstellen, deshalb müssen wir es über die Nahrung aufnehmen. Etwa 5-10 mg Folat kann der Körper speichern, also eine relativ kleine Menge, weshalb eine tägliche Versorgung wichtig ist.

Folat steckt vor allem in Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Auch Leber ist reich an Folsäure. Da sie aufgrund ihres hohen Vitamin-A-Gehalts zu schweren Entwicklungsschäden beim Baby führen kann, gehört Leber jedoch zu den Lebensmitteln, die in der Schwangerschaft nicht gegessen sollten.

Folat ist ein relativ lagerungs-, hitze- und lichtempfindlicher Nährstoff. Durch lange Lagerung, vor allem aber durch Kochen oder Erhitzen kann ein Lebensmittel einen großen Teil seines Folatgehaltes einbüßen: Bis zu 70 Prozent des Folats geht unter Umständen durch die Zubereitung eines Lebensmittels verloren.

Warum ist Folsäure in der Schwangerschaft so wichtig?

Folsäure ist an nahezu allen Stoffwechsel-, Zellteilungs- und Wachstumsprozessen im Körper beteiligt. Schon in der Frühschwangerschaft kommt der Folsäure deshalb eine besondere Bedeutung zu: Gerade in den ersten Wochen entwickeln sich Nervensystem und Wirbelsäule des Fötus und das Neuralrohr schließt sich. Dafür benötigt der Körper eine ausreichende Menge Folat.

Neuralrohrdefekte durch Folsäuremangel in der Schwangerschaft

Ist zu wenig Folat vorhanden, besteht die Gefahr, dass sich das Neuralrohr nicht richtig schließt. Man spricht dann von einem Neuralrohrdefekt (offener Rücken, Spina bifida): Das Nervensystem des Kindes kann sich nicht richtig entwickeln. Diese schwerwiegende Fehlbildung in unterschiedlicher Ausprägung betrifft eines bis fünf von 1.000 Neugeborenen in Deutschland. Zusätzlich sind weitere Defekte beim Baby durch Folsäuremangel in der Schwangerschaft möglich:

Lesen Sie hier mehr über die Gründe für Folsäuremangel.

Durch die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Folsäure (aktuelle Empfehlung: 400 Mikrogramm täglich) vier Wochen vor und in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft lassen sich laut Studien 50 bis 70 Prozent der Neuralrohrdefekte verhindern.

Auch für das Wachstum der Plazenta wird ausreichend Folat benötigt. Eine Unterversorgung mit Folsäure wird demnach auch mit Komplikationen wie einem niedrigen Geburtsgewicht und vorzeitiger Plazentaablösung in Verbindung gebracht.

Zudem ist der Nährstoff wichtig für die Blutbildung. Im Laufe der Schwangerschaft nimmt das Blutvolumen um 20 bis 30 Prozent, das Plasmavolumen sogar um 40 bis 50 Prozent zu.

Die besten Lebensmittel für die Schwangerschaft

Wie viel Folsäure sollten Schwangere zu sich nehmen?

Die aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Fachgesellschaften beziffern den Folsäurebedarf von Schwangeren auf 550 Mikrogramm (µg) pro Tag. Im Vergleich zu nicht Schwangeren ist der Bedarf in der Schwangerschaft damit um 250 Mikrogramm täglich höher.

Laut Nationaler Verzehrsstudie II lag die mittlere tägliche Folatzufuhr von Frauen (zwischen 14 und 80 Jahren) im Erhebungszeitraum 2005 und 2006 lediglich bei 184 Mikrogramm täglich. Durchschnittlich wird also nicht einmal die empfohlene Zufuhr für nicht Schwangere erreicht.

Folsäure-Tabletten vor und in der Schwangerschaft

Tatsächlich erfordert es einigen Aufwand, wenn man seinen Folatbedarf nur durch Lebensmittel decken möchte. Denn gerade durch die Zubereitung der Nahrungsmittel verlieren viele Lebensmittel einen erheblichen Anteil an Folat. Experten empfehlen deshalb Schwangeren die zusätzliche Einnahme von Folsäure-Tabletten mit einer Dosierung von 400 Mikrogramm Folsäure täglich zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung.

Schon vor der Schwangerschaft sollte mit der Einnahme begonnen werden: Idealerweise mindestens vier Wochen vorher, um einen guten Folsäure-Spiegel aufzubauen. Ist das nicht möglich, etwa, weil die Schwangerschaft nicht geplant war, empfehlen sich Nahrungsergänzungsmittel mit einer höheren Folsäuredosis.

Frauen, bei denen in einer vorangegangenen Schwangerschaft bereits Neuralrohrdefekte beim Baby aufgetreten sind, wird – nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin – die Einnahme von 4 bis 5 Milligramm (mg) Folsäure täglich empfohlen. Erneute Neuralrohrdefekte lassen sich dadurch zu mehr als 80 Prozent verhindern.

Kinderwunsch: Folsäure schon vor einer Schwangerschaft einnehmen

Gerade in der Frühschwangerschaft finden viele wichtige Zellteilungs- und Entwicklungsprozesse statt. Das Neuralrohr, aus dem sich später Gehirn, Nervensystem und Wirbelsäule des Babys entwickeln, schließt sich bereits bis zwischen dem 22. und 28. Tag der Schwangerschaft – ein Zeitpunkt, an dem viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind.

Zur Vorbeugung von Neuralrohrdefekten sollten Frauen mit Kinderwunsch zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung täglich ein Präparat mit 400 Mikrogramm Folsäure einnehmen – und zwar mindestens schon vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft.

Da der Körper Folsäure auch in geringen Mengen speichern kann, lässt sich so außerdem ein kleiner "Folsäure-Spiegel" aufbauen.

Auch die Spermien profitieren übrigens von einer ausreichenden Versorgung mit Folsäure: Studien zeigen, dass sich die Qualität der Spermien verbessern lässt, wenn Männer genügend Folsäure zu sich nehmen. Aber auch sie bleiben laut Nationaler Verzehrsstudie II mit durchschnittlich 207 Mikrogramm noch unter der empfohlenen Zufuhr von 300 Mikrogramm täglich.

Bedarf an Folsäure auch in der Stillzeit erhöht

Mit 450 Mikrogramm (µg) pro Tag liegt auch die empfohlene Zufuhr für Stillende höher als für nicht stillende Frauen. Der Nährstoffbedarf ist insgesamt in der Stillzeit etwas höher. Durchschnittlich 500 bis 600 Kilokalorien verbraucht das Stillen pro Tag, je nach Milchmenge. Wie in der Schwangerschaft empfiehlt es sich deshalb, auf eine besonders nährstoffreiche Ernährung zu achten.

Lesen sie hier mehr über Ernährung in der Stillzeit.

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