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Montag, 28. Mai 2018
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Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft?

Wurzelbehandlunden (eigentlich Wurzelkanalbehandlungen) sind zahnärztliche Behandlungen, bei denen Zähne mit entzündetem Zahninneren oder bakteriellen Infektionen behandelt werden sollen. Auch in der Schwangerschaft können akute Entzündungen auftreten oder chronische Infektionen plötzlich starke Beschwerden verursachen.

Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft?
Eine Wurzelbehandlung sollte nur im Notfall in der Schwangerschaft erfolgen - idealerweise im 2. Trimester
(c) iStockphoto

Um eine Behandlung während der Schwangerschaft zu vermeiden, sollte bei bestehendem Kinderwunsch der Zustand der Zähne zahnärztlich überprüft werden. So können bestehende Karies und Entzündungen an den Wurzelspitzen rechtzeitig erkannt und eine Behandlung vor Beginn der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Schwangere: Nur absolut notwendige Behandlungen beim Zahnarzt durchführen

Während der Schwangerschaft sollten nur unbedingt notwendige zahnärztliche Behandlungen durchgeführt werden, beispielsweise bei akuten Schmerzen. Alle weiteren zahnärztlichen Behandlungen sollten nach Beendigung der Schwangerschaft und Stillzeit erfolgen. Besonders während des ersten Trimesters ist das Kind gefährdet und das Risiko einer Fehlgeburt erhöht. Außerdem kann es zu einer Schädigung des Fötus durch Röntgenstrahlen und verwendete Medikamente kommen.

Wenn nötig, dann im 2. Trimester der Schwangerschaft

Auch trotz vorheriger zahnärztlicher Untersuchung können spontan starke Zahnschmerzen während einer Schwangerschaft auftreten, die eine Wurzelbehandlung unvermeidbar machen. Das Problem besteht darin, dass für eine Wurzelbehandlung das Anfertigen von Röntgenbildern ein wichtiger Schritt ist, um die Qualität der Wurzelbehandlung abschließend beurteilen zu können. Sollte eine Wurzelbehandlung in der Schwangerschaft notwendig werden, wird empfohlen, diese während des 2. Trimesters durchzuführen. Zur Bestimmung der Arbeitslänge wird die Verwendung von Endometrie-Geräten empfohlen, um das Anfertigen von Röntgenbildern zu vermeiden. Die Wurzelkanäle können erweitert und anschließend eine medikamentöse Einlage in die Wurzelkanäle eingebracht werden. So kann die Wurzelfüllung für einige Zeit hinausgezögert und nach dem Ende der Schwangerschaft durchgeführt werden. Ebenfalls ist es sinnvoll, medikamentöse Einlagen, die Tetrazyklin enthalten, während der Schwangerschaft zu vermeiden. Zur Betäubung der Schmerzen ist eine Anästhesie auch während der Schwangerschaft möglich, ebenso kann Paracetamol zur Schmerzlinderung eingenommen werden. Eine Antibiotikagabe ist bei dringender Indikation möglich, allerdings sollten hier ebenfalls keine Tetrazykline verabreicht werden, da diese zu Zahnverfärbungen beim ungeborenen Kind führen können.

Wurzelbehandlung im Notfall möglich

Prinzipiell ist eine Wurzelbehandlung bei dringenden Fällen auch während der Schwangerschaft möglich. Zahnärzte empfehlen eine gründliche zahnärztliche Untersuchung vor einer Schwangerschaft, wodurch Zahnschmerzen in der Schwangerschaft oft vermieden werden kann. Alle zahnärztlichen Eingriffe und Medikamente sowie das Röntgen stellen ein Risiko für das Kind dar. Da das Anfertigen von Röntgenbildern wichtig ist für eine qualitativ hochwertige Wurzelbehandlung, sollte die Wurzelfüllung erst nach Beendigung der Schwangerschaft erfolgen, wenn das Anfertigen von Röntgenbildern wieder möglich ist. Eine Beseitigung der Schmerzen ist durch eine ausreichende Desinfektion und Präparation der Wurzelkanäle jedoch in den meisten Fällen möglich.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. April 2016
Quellen: Pressemitteilung der Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V.: Ist eine Wurzelkanalbehandlung während der Schwangerschaft möglich? / Gibt es Gefahren für das ungeborene Kind? vom 20. Juli 2015

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