Montag, 20. Mai 2013

Beschwerden in der Schwangerschaft

schwanger_036.jpg
Eine der häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft ist Übelkeit - dagegen hilft bei vielen Frauen nur essen
fStop

Beschwerden in der Schwangerschaft können unterschiedlicher Art sein. Manche Frauen registrieren lediglich, dass es zu körperlichen Veränderungen durch die Schwangerschaft kommt, aber nehmen dies nicht negativ wahr. Andere hingegen leiden unter den extremen Veränderungen und den Beschwerden, die dadurch verursacht werden.

Doch oft können schon einfache Maßnahmen gegen diese schwangerschafts-typischen Beschwerden helfen. Zu den häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft zählen:

Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Ein frühes Symptom in der Schwangerschaft ist die stärkere Müdigkeit als sonst. Die Müdigkeit ist in den ersten drei Monaten völlig normal und kommt durch die veränderte Hormonsituation sowie durch die körperlichen Veränderungen. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel lässt die Müdigkeit häufig wieder nach, um dann im letzten Drittel der Schwangerschaft wieder aufzutreten. Der Körper muss in dieser Zeit mehr Gewicht herumtragen und braucht entsprechende Ruhephasen. Schwangere Frauen sollten sich so oft wie möglich Pausen gönnen, in denen sie sich ausruhen und akzeptieren, dass sie mehr Ruhe brauchen als sonst. Ausreichender Schlaf ist wichtig. Jeden Tag etwas Bewegung und moderater Sport kann helfen, die Müdigkeit etwas zu lindern.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sind häufige Beschwerden. Die Übelkeit wird oft auch als Morgenübelkeit bezeichnet, obwohl sie zu jeder Tageszeit auftreten kann. 75 Prozent der Frauen leiden ab der 5. oder 6. Woche darunter. In den meisten Fällen verschwindet die Übelkeit gegen Ende des dritten Monats oder lässt zumindest stark nach. Es ist nicht ganz klar, wodurch die Übelkeit und das Erbrechen verursacht werden, aber es wird vermutet, dass das Schwangerschaftshormon HCG daran schuld ist. In sehr seltenen Fällen sind die Übelkeit und das Erbrechen so schlimm, dass die Frau keine Nahrung mehr bei sich behalten kann und es zu einem starken Gewichtsverlust kommt. Dann handelt es sich vermutlich um eine Hyperemesis gravidarum, die ärztlich behandelt werden muss.

Tipps gegen die Übelkeit

  • Mahlzeiten auf viele kleine Einheiten aufteilen, sodass der Magen nie leer ist. Meistens verschwindet die Übelkeit durch Nahrungsaufnahme.
  • Zitronenbonbons
  • Ingwertee oder Ingwerbonbons
  • Cracker oder Zwieback und süßen Tee auf dem Nachttisch deponieren und morgens vor dem Aufstehen davon trinken und essen
  • Armbänder zur Akupressur (in Apotheken und Naturläden erhältlich)
  • Mittel der Homöopathie: Arsenicum album, Cocculus, Ipecacuanha, magnesium carbonicum, Nux vomica, Phosphor, Pulsatilla, Sepia, Tabacum
  • Ätherische Öle in kleinem Fläschchen in der Handtasche bei sich tragen und bei Bedarf daran riechen: Bergamotte, Grapefruit, Mandarine, Neroli, Pfefferminze, Zitrone

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft kommen häufig und aus den unterschiedlichsten Gründen vor. Starke Rückenschmerzen in der Schwangerschaft sollten - wenn auch ohne Röntgen-Untersuchung - abgeklärt werden, um eine ernste Ursache auszuschließen.

Im ersten Drittel der Schwangerschaft sind Rückenschmerzen häufig verursacht durch:

  • schnell wachsende Gebärmutter
  • eine nach hinten abgeknickten Gebärmutter (Retroflexio uteri)
  • hormonell bedingte Lockerung des Beckenbereichs

Gegen eine nach hinten abgeknickte Gebärmutter kann der Vierfüßlerstand zur Entlastung eingenommen werden.

Im zweiten und letzten Drittel der Schwangerschaft kommen als Ursache für Rückenschmerzen infrage:

  • Auflockerung des Beckens, der Gelenke, Bänder und Muskulatur durch die Schwangerschaftshormone als Vorbereitung auf die Geburt
  • Schmerzhafte Gebärmutterkontraktionen (Wehen)
  • Nierenerkrankungen
  • Druck des kindlichen Kopfes und der Gebärmutter auf die Nerven des kleinen Beckens
  • veränderte Körperhaltung durch die Schwangerschaft

Gefühlsschwankungen

Auch an häufig vorkommenden Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft sind die Hormone schuld. Gegen Ende der Schwangerschaft leiden die meisten Frauen darunter, aber wenige sprechen darüber, da in unserer Gesellschaft immer noch das Bild der glücklichen werdenden Mutter zu erfüllen ist. Oft können die Stimmungsschwankungen in Absprache mit der Hebamme durch homöopathische Mittel gelindert werden.

Schlafstörungen

Auch Schlafstörungen kommen häufig in der Schwangerschaft, besonders gegen Ende vor. Der große Bauch, häufiger Harndrang oder auch das Nachdenken über die sich bald ändernde Lebenssituation kann Schwangeren den Schlaf rauben. Mithilfe eines Stillkissens kann die Schlafposition verbessert werden, manchmal hilft auch ein Entspannungsbad vor dem Schlafengehen. Abends keine schweren Mahlzeiten zu sich nehmen, sondern leichte Kost. Zudem kann eine Tasse warme Milch beim Einschlafen helfen.

Sodbrennen

Sodbrennen betrifft viele Frauen in der Schwangerschaft - besonders im zweiten und dritten Trimenon. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen entspannt der steigende Progesteronspiegel im Blut den Magenpförtner, wodurch Magensäure aufsteigen kann. Außerdem ist die Verdauung insgesamt verlangsamt. Zusätzlich drückt die immer größer werdende Gebärmutter auch auf den Magen.

Tipps gegen Sodbrennen sind:

  • viele kleine Mahlzeiten statt einer großen
  • Vermeiden fettiger und scharfer Speisen
  • ausgiebig kauen
  • Genussgifte vermeiden (Zigaretten, Kaffee, Alkohol)
  • Oberkörper etwas erhöht lagern beim Schlafen
  • Evtl. kann Akupressur helfen

Hier finden Sie mehr Tipps gegen Sodbrennen.

Verstopfung

Verstopfung in der Schwangerschaft entsteht häufig durch das erhöhte Progesteron im Blut, der die Darmtätigkeit extrem verlangsamt. Dadurch kann dem Stuhl mehr Wasser entzogen werden und es kommt zu seltenerem, hartem, trockenem Stuhlgang der schmerzhaft sein kann. Zusätzlich braucht die Gebärmutter im Laufe der Schwangerschaft mehr und mehr Platz und verdrängt den Darm. Zusätzliche Einnahme von Eisenpräparaten kann diese Probleme verschlimmern.

Tipps gegen die Verstopfung in der Schwangerschaft:

  • Trinken von Schwangerschaftstee
  • Essen von Roter Beete
  • Ausreichend Wasser, Milch, Tee und verdünnte Fruchtsäfte trinken
  • Getrocknete Pflaumen oder ein Glas Pflaumensaft
  • Regelmäßige Bewegung regt die Darmtätigkeit an

Hämorrhoiden

Viele Frauen leiden unter Hämorrhoiden in der Schwangerschaft. Die Haut um den Anus kann dann jucken oder schmerzen. Es kann auch Blut am Toilettenpapier entdeckt werden. Schmerzlindernd wirkt ein mit kaltem Wasser gefülltes Kondom. Auch eine Kompresse mit einer Kartoffelscheibe über 20 Minuten kann Linderung verschaffen. Warme Sitzbäder mit Kamille wir ken sich ebenfalls positiv aus. Anschließend kann Hamamelissalbe auf die Hämorrhoiden gegeben werden. Wichtig ist ein weicher Stuhlgang, um die Hämorrhoiden nicht noch weiter rauszupressen. Auch sollte nicht auf Teufel komm raus gepresst werden. Oft kann die Hebamme auch hier mit Homöopathie weiterhelfen.

Krampfadern

Krampfadern gehören zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden. In der Regel verschwinden sie nach dem Wochenbett wieder. Sie entstehen durch den erhöhten Druck in den Gefäßen. Um sie zu vermeiden beziehungsweise nicht zu verschlimmern sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • Beine mehrmals am Tag hochlegen
  • Nicht zu lange Stehen
  • Bei langem Sitzen Füße und Beine regelmäßig bewegen
  • Keine einschnürenden Socken tragen, evtl. Stützstrümpfe
  • Morgens Wechselduschen und im Laufe des Tages kalte Güsse der Unterschenkel

Weitere mögliche Beschwerden

Jede Frau ist individuell und hat auch individuelle Beschwerden in der Schwangerschaft. Außer den hier genannten Beschwerden können auftreten: Ödeme, Krämpfe in den Beinen, Kurzatmigkeit, Schwindel und Ohnmachtsanfälle. Alle diese Symptome treten nur vorübergehend auf und können in der Regel, wenn sie die Frau sehr belasten, mit einfachen Hausmittelchen oder Homöopathie behandelt werden. Wichtig ist, dass die Frau keine Selbstmedikation betreibt, da viele Medikamente in der Schwangerschaft tabu sind. Die Frau sollte sich immer Rat bei ihrem Arzt oder der Hebamme einholen.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 04. April 2013
Quellen: Deans, Dr. A.: Die Schwangerschafts-Bibel. Südwest Verlag, München 2007 Höfer, S. und Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer, München 2007 Stradelmann, I.: Der Hebammen-Expertenrat. Stadelmann Verlag, Wiggensbach 2007

Drucken Als E-Mail versenden

Neuste Artikel in dieser Rubrik

Allergie in der Schwangerschaft
Beschwerden & Erkrankungen

Allergie in der Schwangerschaft

Fast jede 5. Schwangere ist von einer oder mehreren Allergien betroffen. Frauen, die unter Allergien leiden, sind in der Schwangerschaft oft ratlos, ob und welche Medikamente sie nehmen dürfen. Mehr...

Asthma in der Schwangerschaft
Schwangere mit chronischer Erkrankung

Asthma in der Schwangerschaft

Wird eine Frau mit Asthma bronchiale schwanger, kann dies eine Anpassung der Medikation erforderlich machen. Mehr...

Toxoplasmose
Beschwerden & Erkrankungen

Toxoplasmose

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii ausgelöst wird. Sie gehört zu den Zoonosen und ist besonders gefährlich für Schwangere. Zoonosen sind... Mehr...

Foren 9monate

Hier finden Sie eine Übersicht aller Foren, in denen Sie sich mit anderen Frauen austauschen können.

Zur Forenübersicht
Experten-Talk 9monate

Hier finden Sie eine Übersicht der Experten-Talks, in denen Sie sich mit Experten unterhalten können.

Zum Experten-Talk
Ratgeber: Folsäure und Omega-3-Fettsäuren

Mit der Einnahme von Folsäure und Omega-3-Fettsäuren verhindern Sie Krankheiten.

mehr lesen...
Weitere interessante Themen
  • PlazentainsuffizienzPlazentainsuffizienz

    Plazentainsuffizienz bezeichnet eine Leistungsschwäche der Plazenta, die den Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind beeinträchtigt und so zu einer Mangelversorgung des ungeborenen...

  • Röteln in der SchwangerschaftRöteln in der Schwangerschaft

    Röteln sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung und gehören zu den klassischen Kinderkrankheiten. Aber auch Erwachsene können sich mit dem Virus, das über eine Tröpfcheninfektion...

Zum Seitenanfang