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Montag, 20. November 2017
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Salmonellen

Salmonellen
Bei einer Infektion mit Salmonellen kommt es zu schlimmem Durchfall und einem starken Krankheitsgefühl
(c) iStockphoto/kicsiicsi

Salmonellen sind eine Bakteriengattung. Sie gehören zu den so genannten stäbchenförmigen Bakterien. Erkrankungen durch Salmonellen bezeichnet man als Salmonellosen. Im Volksmund spricht man oft von einer Salmonellenvergiftung.

Man unterscheidet zwei Gruppen von Salmonellen:

  • Enteritische Salmonellose (enteral = die Eingeweide betreffend): Bei dieser Lebensmittelvergiftung kommt es zu starken Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen. Mehrere Salmonellenarten können diese Erkrankung verursachen. Wenn im Volksmund von Salmonellen-Krankheit oder schlicht von Salmonellose die Rede ist, ist die enteritische Salmonellose gemeint.
  • Typhöse Salmonellose: Hierzu zählt man die Krankheitsbilder Typhus, Paratyphus und Paratyphus. Diese können zahlreiche weitere Symptome verursachen. Die typhöse Salmonellose kann aber nur von wenigen Salmonellenarten ausgelöst werden und wird in Deutschland nur noch sehr selten beobachtet.

Meldepflicht für Salmonellen

Für eine Infektion mit Salmonellen besteht Meldepflicht durch den behandelnden Arzt. In den letzten Jahren ging die Zahl der Infektionen mit Salmonellen in Deutschland leicht zurück. Allerdings besteht eine hohe Dunkelziffer, da nicht bei jeder Durchfallserkrankung eine Stuhluntersuchung auf Salmonellen erfolgt und dadurch nicht alle Salmonellen-Infektionen erfasst werden. Im Jahr 2008 wurden etwa 42.000 enteritische Salmonellen-Erkrankungen gemeldet.

Wie kommt es zu einer Salmonellen-Infektion?

Die Ursache für eine Salmonellenvergiftung ist der Verzehr verseuchter Lebensmittel (vor allem Geflügel-, Schweine- und Rinderprodukte). Besonders häufig finden sich Salmonellen auch in Produkten mit rohen Eiern wie beispielsweise Mayonnaise, Speiseeis oder Tiramisu. Selten werden die Erreger über Trinkwasser übertragen. Werden Hygienemaßnahmen nicht eingehalten (ungekühlte oder zu lange Aufbewahrung der Lebensmittel), kann dies zur Vermehrung der Salmonellen führen. So kann eine Infektion begünstigt werden.

Bei Menschen mit gesundem Immunsystem sind in der Regel hohe Keimzahlen (ca. 105 Salmonellen) für eine Infektion nötig. Anders stellt sich die Situation bei Säuglingen, Kleinkindern sowie abwehrschwachen und alten Menschen dar. Hier kann eine kleine Erregermenge bereits zum Ausbruch der Salmonellen-Erkrankung führen.

Außerdem ist es möglich, sich über salmonelleninfizierte Tiere und direkt von Mensch zu Mensch anzustecken. Beides ist jedoch sehr selten.

Symptome einer Salmonellen-Infektion?

Die typischen Symptome einer Salmonellenvergiftung sind sehr plötzlich auftretender wässriger Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und starkes Krankheitsgefühl. Dazu kommt häufig Erbrechen und Fieber bei Kindern bis zu 40°. Die Symptome treten normalerweise nach wenigen Stunden bis zu drei Tagen nach dem Verzehr verseuchter Lebensmittel auf.

Die Salmonellen-Erkrankung kann allerdings auch deutlich milder verlaufen.

Inkubationszeit einer Salmonellen-Infektion

Die Inkubationszeit bei Salmonellen kann 6-72 Stunden betragen. Meistens liegt sie bei 12-36 Stunden - je nachdem, wie viele Salmonellen mit der Nahrung aufgenommen wurden und um welche Salmonellen-Art es sich handelt.

Ärztliche Diagnose bei einer Infektion

Salmonellen lassen sich anhand der Symptome nur schwer von anderen Erregern, die eine Magen-Darm-Infektion verursachen, unterscheiden. Daher sollte bei entsprechender Symptomatik ein Nachweis des Erregers erfolgen. Nur so kann die jeweils adäquate Therapie eingeleitet werden. Salmonellen werden über den Stuhl ausgeschieden. Dadurch können sie im mikrobiologischen Labor mithilfe einer Stuhlprobe leicht nachgewiesen werden. Auch Erbrochenes kann hierzu verwendet werden. Zuvor werden durch die körperliche Untersuchung seitens des Arztes ganz akut behandlungsbedürftige Erkrankungen ausgeschlossen. Dazu gehört beispielsweise eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) (Appendizitis).

Therapie des Infekts

Im Vordergrund der Therapie bei einer Salmonellen-Infektion steht der Ausgleich des starken Flüssigkeits- und Mineralverlusts. Erkrankte sollten deshalb trotz des starken Unwohlseins viel trinken. Außerdem können zur Besserung der Symptomatik Mittel gegen Durchfall und Erbrechen eingenommen werden.

In Einzelfällen, beispielsweise bei immunschwachen Menschen, werden vom Arzt auch Antibiotika verordnet.

Verlauf der Salmonellen-Infektion

In der Regel klingt die Symptomatik der Salmonellen-Infektion nach etwa einer Woche folgenlos ab. Der Allgemeinzustand bessert sich rasch. Gelegentlich gelangen die Salmonellen im Rahmen der Infektion in die Blutbahn. Es kann dann zu sehr hohem Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufkollaps und weiteren Komplikationen kommen, die sehr ernst genommen werden sollten. Ein solcher Verlauf ist in ca. fünf Prozent der Fälle zu beobachten. Gefährdet sind vor allem sehr kleine Kinder und abwehrschwache Menschen. Typhöse Salmonellosen spielen zwar in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle, können aber wesentlich langwieriger, gravierender und komplikationsreicher verlaufen. Häufig wird diese Erkrankung durch Fernreisen eingeschleppt. Eine intensive Therapie ist dann in jedem Fall notwendig.

Wie kann man vorbeugen?

Einer Infektion mit Salmonellen kann mit einfachen Maßnahmen vorgebeugt werden. Hygienische Regeln, die immer eine Übertragung der Salmonellen verringern, sollten beachtet werden. Dazu gehört das gründliche Waschen der Hände nach dem Toilettenbesuch, nach der Bearbeitung von rohem Fleisch und vor der Zubereitung von Speisen. Im Umgang mit Lebensmitteln sollten bestimmte Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden und Schneidebretter und ähnliches nach Gebrauch gründlich gereinigt werden. Nahrungsmittel, die Salmonellen enthalten könnten, sind ausreichend lange und heiß zu garen. Ihre sachgerechte Lagerung und Kühlung trägt ebenfalls zur Verhinderung einer Infektion bei.

Bei warmen Temperaturen können sich Salmonellen besonders gut vermehren. In heißen Monaten muss man daher besonders achtsam sein. Zum Schutz der Allgemeinbevölkerung gibt es zudem Richtlinien für bestimmte Berufsgruppen. So haben beispielsweise Menschen in Pflegeberufen oder in lebensmittelverarbeitenden Betrieben, die mit Salmonellen infiziert sind, ein vorläufiges Berufsverbot. In Krankenhäusern und anderen Stätten gelten außerdem spezielle Hygienemaßnahmen. Nach überstandener enteritischer Salmonellose besteht kein Immunschutz, sodass eine erneute Erkrankung möglich ist. Zudem werden die Salmonellen noch für ca. sechs Wochen nach der Infektion über den Stuhl ausgeschieden.

Salmonellen in der Schwangerschaft

Durch die veränderte Situation einer Schwangerschaft sind die Abwehrkräfte allgemein schwächer als sonst. Dadurch sind Schwangere anfälliger für Salmonellen. Die Salmonellen-Infektion selber ist direkt nicht schädlich für das Ungeborene. Der Flüssigkeitsverlust durch die Durchfälle muss bei Salmonellen in der Schwangerschaft besonders gut durch Wasser und evtl. Elektrolyte aus der Apotheke ausgeglichen werden, damit es nicht zu einer Unterversorgung des Kindes kommt. Eine Unterversorgung könnte im schlimmsten Fall zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Besteht die Salmonellenvergiftung über mehrere Tage, sollte die Schwangere unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Um Salmonellen in der Schwangerschaft vorzubeugen, sollte sich die Frau an die Richtlinien zur Ernährung in der Schwangerschaft bezüglich roher Lebensmittel halten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2017
Quellen: Hof, Dörries.: Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2005; Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: Salmonellose: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Salmonellose.html (Abruf: März 2017); Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme, Stuttgart 2006

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