Ein Angebot von Lifeline
Donnerstag, 23. Mai 2019
Menu

Stillkissen Vergleich

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 13. Dezember 2018

 

Bezug, Form, Material: Kaufratgeber worauf es beim Stillkissen ankommt

Das Stillen eines Babys kann Arme und Rücken stark belasten. Für eine willkommene Erleichterung sorgen Stillkissen. Die vielseitigen Multitalente erlauben es Müttern, die für sich und ihr Kind komfortabelste Stillposition einzunehmen – je nach Situation im Sitzen oder Liegen. Neben verschiedenen Farben, Formen und Mustern bieten die Hersteller die praktischen Alltagshelfer mit unterschiedlichem Innenleben an. Da das Material von Kern und Bezug auch Einfluss auf die Handhabung und den Komfort des Stillkissens hat, sollten Mütter hierauf besonderes Augenmerk legen.

Was ist ein Stillkissen und wofür brauche ich das?

Stillkissen gibt es in vielen verschiedenen Formen. Typisch sind lange halbmond- oder U-förmige Kissen. Die spezielle Form dient dazu, den Körper von Mutter und Kind zu stabilisieren und beiden ein angenehmes und stressfreies Stillen zu ermöglichen. Die Notwendigkeit eines Stillkissens wird von Frauen ganz unterschiedlich eingeschätzt. Manche frischgebackenen Mütter fühlen sich mit dem riesigen Kissen überfordert. Sie sind sich unsicher, wie sie es richtig platzieren sollen. Doch die meisten Mütter, die einmal ein Stillkissen verwendet haben, möchten den vielseitigen Helfer nicht mehr missen. Denn das Kissen erleichtert auf vielerlei Art ihren Alltag – nicht nur beim Stillen, auch wenn das die Hauptanwendung ist.

Wie wird ein Stillkissen verwendet?

Dank seiner halbrunden Form lässt sich das Stillkissen in aufrechter Sitzposition ganz einfach um den Bauch oder – wer es lieber mag – auf die Beine legen. Auf dieser "Ablage" kannst du dein Baby beim Stillen bequem hin- und an die Brust anlegen. Für dein Kind ist diese Position optimal, denn so liegt es nah an der Brust, erreicht damit gut die Brustwarze und fühlt sich rundum sicher und geborgen. Praktisch für dich: Du hast beim Stillen die Hände frei und durch die Stabilisierung deiner Körperhaltung werden deine Arme, dein Nacken und Rücken über die gesamte Dauer der Stillmahlzeit entlastet. Das beugt einer falschen Stillhaltung vor, die Nackenverspannungen und Rückenschmerzen zur Folge haben kann. Durch die angenehme Stillposition entspannst du, was sich auf das Kind überträgt und für beide die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Stillen darstellt.

 

Tipp: Selbstverständlich eignet sich ein Stillkissen auch, wenn du deinem Kind ein Fläschchen gibst. Die Vorteile, die das Kissen beim Stillen bringt, kommen hier genauso zur Geltung.

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Nicht nur in der Stillzeit bietet das Stillkissen viele Vorteile. Schon in der Schwangerschaft kann es für eine bequeme Sitz- oder Liegeposition sorgen, in der du dich gut entspannen kannst. Vor allem gegen Ende der Schwangerschaft, wenn dein Bauch so groß ist, dass du nur mit Mühe noch eine angenehme Liege- und Schlafposition findest. Hier eignet sich das Stillkissen gut als Seitenschläferkissen. Viele Schwangere klemmen sich das untere Ende des Kissens zwischen die Knie, legen den Bauch auf dem Mittelteil und den Kopf auf dem oberen Ende ab. Das entlastet Rücken und Wirbelsäule und fördert einen erholsamen Schlaf.

 

Übrigens: Auch viele angespannte Männer / Väter lernen das Stillkissen als Rückenstütze oder Nackenrolle schätzen.

 

Während der Stillzeit kannst du das Kissen auch zur Lagerung deines Babys verwenden oder als Bettumrandung einsetzen. Für viele Kinder ist das Stillkissen ein ständiger Begleiter – auch über die Stillzeit hinaus. So kann es bei den ersten Sitzversuchen Halt geben oder auch als kuscheliges Nest jederzeit ein Ort besonderer Geborgenheit darstellen.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Ein Stillkissen ist sicher kein Muss, doch angesichts der vielen Vorteile und wenigen Nachteile kann sich die Investition in ein solches Kissen durchaus lohnen:

 

+ eignet sich auch als Seitenschläferkissen

+ angenehmes Liegen für das Baby beim Trinken

+ stabilisiert die Körperhaltung der Mutter

+ entlastet Arme, Nacken und Rücken

+ sorgt für eine entspannte Atmosphäre

+ je nach Bezug und Füllung sehr pflegeleicht

 

- sehr unhandlich (vor allem bei größeren Modellen)

- nur bedingt für unterwegs geeignet (vor allem bei größeren Modellen)

- je nach Bezug und Füllung für Allergiker nicht geeignet

 

Was du bei der Auswahl beachten solltest

Die Auswahl an Stillkissen ist riesig. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben, Formen und Materialien. Bei den Materialien ist zwischen dem Bezug und dem Inneren (Kern) zu unterscheiden. Während der Bezug meist aus Microfaser, Baumwolle, Plüsch oder Leder besteht, finden sich im Inneren der Stillkissen häufig Mikroperlen oder Hohlfaserkügelchen (PES), teilweise auch Naturmaterialien wie Dinkelspelz oder Wollkügelchen. Alle diese Materialien haben ihre individuellen Vor- und Nachteile, die du beim Kauf eines Stillkissens bedenken solltest.

 

Der Bezug

Der Bezug eines Stillkissens kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen:

  • Microfaser: fühlt sich sehr angenehm auf der Haut an, ist schmutzabweisend, kann aber keinen Schweiß aufsaugen

  • Baumwolle: sehr hygienisch, da sie sich bei hohen Temperaturen waschen lässt

  • Plüsch: sehr flauschig und kuschelig weich, allerdings häufig nur bei maximal 30 °C waschbar

  • Leder: sehr robust, das auch das Bespielen und Bekrabbeln von größeren Kindern problemlos mitmacht, leicht abwaschbar, aber teuer

     

Tipp: Aus hygienischen Gründen sollte der Bezug eines Stillkissens immer abnehmbar und waschbar sein. Entsprechende Pflegehinweise finden sich direkt am Bezug. Sollte der Bezug nicht abnehmbar sein, achte darauf, dass das Kissen insgesamt waschbar ist, oder schütze es vor (Milch-)Unfällen, indem du ein Extra-Tuch unterlegst.

 

Der Kern

Wichtiger noch als der Bezug ist der Kern, also die Füllung des Kissens. Sie kann aus synthetischen Materialien wie Mikroperlen oder PES-Hohlfaserkügelchen oder Naturmaterialien wie Dinkelspelz oder Wolle bestehen. Welches Material verwendet wurde, bestimmt unter anderem die Atmungsaktivität, Langlebigkeit, Flexibilität und den Preis des Kissens. Jedes Material hat seine eigenen Vor- und Nachteile, die es gegeneinander abzuwägen gilt.

Mikroperlen (EPS)

Die meisten Stillkissen besitzen eine Füllung aus expandiertem Polystyrolschaum (EPS). Dieser besteht aus kleinen Kugeln unterschiedlicher Größe. Standardperlen haben einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Millimeter, während Mikroperlen nur 0,5 bis 1,5 Millimeter groß sind. Die kleinen EPS-Perlen haben den Vorteil, dass sie sehr leicht und besonders anschmiegsam sind. Sie speichern weder Wärme noch Feuchtigkeit und sind deshalb besonders hygienisch und länger haltbar. Sie verursachen zudem kaum Geräusche, sind allerdings in der Anschaffung etwas teurer als andere Materialien.

PES-Hohlfaserkügelchen

Ebenfalls beliebt ist eine Füllung aus PES-Hohlfaserkügelchen. Diese Kügelchen aus einem watteähnlichen Polyester sind sehr leicht, weich, anschmiegsam und geräuscharm. Besonders praktisch und hygienisch: Diese Füllungen sind sowohl für Waschmaschine als auch für Trockner geeignet.

Dinkelspelz oder Wollkügelchen

Füllungen aus Naturmaterialien wie Dinkelspelz oder Wolle zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie frei von chemischen / künstlichen Schadstoffen sind. Sie sorgen für einen stabilen Halt, sind gleichzeitig anpassungsfähig und atmungsaktiv. Dinkelspelz kann gut Wärme aufnehmen und langsam wieder abgeben. Allerdings sind Naturfüllungen meist schwerer als synthetische Füllungen und nicht waschbar. Aus hygienischen Gründen müssen sie regelmäßig ausgelüftet werden, doch für Allergiker sind sie grundsätzlich nur bedingt geeignet.

 

Tipp: Im Laufe der Zeit kann die Qualität oder Flexibilität der Füllung nachlassen. In der Regel ist es jedoch möglich, diese einzeln nachzubestellen. So kannst du dein Kissen bei Bedarf auffüllen und es jahrelang weiter nutzen.

 

Größe und Form des Kissens

Stillkissen gibt es in den verschiedensten Größen und Formen. Welches die beste Form ist, lässt sich pauschal nicht beantworten, denn hier geht es vor allem um persönliche Vorlieben. Während manche Frauen möglichst gerade Stillkissen bevorzugen, schwören andere auf Modelle in Bananenform, und wieder andere fühlen sich am wohlsten mit ganz runden Kissen.

Stillkissen sind zwischen 80 und 190 cm groß beziehungsweise lang. Die ideale Größe des Stillkissens hängt vor allem von drei Faktoren ab: Deiner Körpergröße, der bevorzugten Stillposition und weiterer Anwendungsmöglichkeiten. Willst du das Stillkissen auch als Seitenschläferkissen für dich verwenden, solltest du ein größeres Kissen wählen. Möchtest du das Kissen beim Stillen über deine Beine legen oder es vor allem unterwegs nutzen, ist ein kleineres Modell besser geeignet.

Was sagen Stiftung Warentest und Öko-Test?

Bislang hat die Stiftung Warentest noch keinen Test mit Stillkissen durchgeführt (Stand: November 2018). Doch das Verbrauchermagazin Öko-Test hat die praktischen Begleiter von werdenden und/oder frischgebackenen Müttern schon mehrmals unter die Lupe genommen, zuletzt im Februar 2018. Die meisten der 9 getesteten Stillkissen erhielten die Note "gut" oder "sehr gut", da sie frei von Schadstoffen waren. Vor allem die Kissen mit Kunststofffüllung schnitten hier besser ab als in den Vorjahren, in denen teilweise noch hohe Schadstoffbelastungen nachgewiesen wurden. Optische Aufheller in den Bezügen sind allerdings negativ zu bewerten, da sie:

  • sich aus dem Gewebe lösen und dann in Kombination mit Sonnenlicht allergische Reaktionen auslösen können

  • die Umwelt belasten, wenn sie in das Abwasser gelangen

Ebenfalls negativ aufgefallen sind zwei mit Dinkelspelz gefüllte Kissen, da sie einen erhöhten Bakterien- und Pilzbefall aufwiesen, der für empfindliche Personen und Allergiker ein großes Risiko darstellt.

 

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 13. Dezember 2018

Zum Seitenanfang