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Stilleinlagen und Stillhütchen im Vergleich

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 13. Dezember 2018

Stillen gilt als gesündeste und natürlichste Ernährungsform für Babys. Damit ein guter Einstieg in die Stillphase gelingt, steht die Hebamme oder Stillberaterin mit guten Tipps unterstützend zur Seite. Die Stillzeit ist eine innige Zeit, die Mütter gemeinsam mit dem Baby verbringen. Es geht nicht nur um Nahrung, sondern auch um Liebe und Zuwendung. Sinnvolle Produkte wie Stilleinlagen und Stillhütchen geben zusätzlich Sicherheit. Nachfolgend findest du viele Infos, welche Arten von Stilleinlagen zur Verfügung stehen und wie du mit Stillhütchen kleine Probleme beim Stillen überwinden kannst

Kaufberatung: Warum Stilleinlagen wichtig sind

Junge Mütter stellen sich oft die Frage: Wofür brauche ich Stilleinlagen? Ganz einfach: Die Einlagen werden in den Still-BH eingelegt. Sie saugen austretende oder überschüssige Muttermilch auf. Das ist aus mehreren Gründen wichtig. Gerade in den ersten Wochen kann es zu einem ungeplanten Milchaustritt kommen. Manchmal reicht es schon, dass das Baby weint, damit die Milch zu laufen beginnt. Ebenfalls häufig: Während an der einen Seite gestillt wird, tropft die andere Brust ungewollt. Mit Einlagen kann nichts durchsickern, Wäsche und Kleidung bleiben sauber. Außerdem sorgen Stilleinlagen für Hygiene. Muttermilch an sich ist zwar steril, da kann eigentlich nichts passieren. Damit es aber nicht zu Verklebungen, Hautreizungen und einem unangenehmen Gefühl auf der Haut kommt, ist der Gebrauch von Stilleinlagen auf jeden Fall sinnvoll. Ein weiterer Punkt: Während der gesamten Stillzeit sind die Brustwarzen empfindlich, da tut eine besonders weiche Umgebung richtig gut.

Welche Arten von Stilleinlagen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man waschbare Einlagen, die mehrfach verwendet werden können, und Einmal-Produkte. Beide Arten haben ihre Berechtigung, entscheidend sind der Verwendungszweck (zu Hause oder unterwegs) und die persönlichen Vorlieben. Wir alle möchten wahrscheinlich, dass sich die tägliche Produktion von Abfall in Grenzen hält. Deshalb bevorzugen sehr viele Frauen waschbare Stilleinlagen. Trotzdem: Auch Einlagen, die nur einmal verwendet und dann weggeworfen werden, können sinnvoll sein.

Wegwerf-Stilleinlagen: In bestimmten Situationen die bessere Wahl!

Stilleinlagen für den einmaligen Gebrauch zeigen ihre Vorzüge:

- in der Klinik nach der Entbindung

- unterwegs

- im Urlaub

- wenn die Energie zum Wäschewaschen fehlt

- als "Reserve", falls die waschbaren Einlagen gerade in der Maschine sind

- wenn Hygiene besonders wichtig ist

Auf Dauer gesehen kosten Einwegstilleinlagen mehr als wiederverwendbare. Es ist aber dennoch wichtig, besonders auf eine gute Qualität zu achten. Die Einwegprodukte sind aus einem weichen Innenvlies und einer wasserundurchlässigen Außenschicht hergestellt. Im Inneren befindet sich ein Saugkern, der aus einem flüssigkeitsabsorbierenden Material besteht. Ein Vorteil ist bei Einwegstilleinlagen, dass sie besonders hygienisch sind. Bei wunden oder rissigen Brustwarzen sind hochwertige Einwegprodukte die beste Wahl.

Ein Preisvergleich zwischen Einweg- und Mehrweg-Stilleinlagen

Bei Wegwerfeinlagen sind 60 Stück in einer Packung eine gängige Packungsgröße. Der Preis dafür beträgt je nach Marke zwischen 5 und 15 Euro. Bei Mehrwegeinlagen sind, marken- und materialabhängig, für ein Paar mindestens fünf Euro fällig. Zweimal pro Tag sollten die Einlagen mindestens gewechselt werden, außerdem sind immer welche in der Wäsche oder müssen trocknen. Man braucht also mindestens sechs bis acht Paar. Die Anschaffungskosten betragen bei günstigen Mehrwegeinlagen für acht Paar etwa 40 Euro. Wer die gesamte Stillzeit über Mehrwegeinlagen verwendet, kann einiges sparen.

Wiederverwendbare Einlagen – gut für Brust und Umwelt

Waschbare und somit mehrfach verwendbare Einlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur Müllvermeidung und zum Umweltschutz. Diese Stilleinlagen gibt es aus verschiedenen Materialien. Im Handel sind Einlagen aus diesen Materialien erhältlich:

- Baumwolle

- Wolle

- Seide

- Bambusfasern

- Materialmix mit synthetischen Fasern

Baumwolle ist am hygienischsten, denn solche Stilleinlagen sind kochfest. Die Hautverträglichkeit ist bei allen Naturmaterialien gut. Wolle und Seide besitzen außerdem keimabweisende Eigenschaften. Seide ist sehr gut geeignet, wenn die Haut an den Brustwarzen sehr empfindlich, gerötet oder gereizt ist. Wer sich für Einlagen aus einer Materialmischung entscheidet, sollte auf einen hohen Anteil an Naturfasern achten. Um bei Baumwolle die Saugfähigkeit zu erhöhen, wird oft ein synthetisches Material beigemischt.

Wichtig bei allen wiederverwendbaren Einlagen: Vor der ersten Verwendung unbedingt waschen! Ungefärbte Materialien und ungebleichte Materialien sind besser als farbige Einlagen – je weniger Chemikalien bei der Herstellung eingesetzt werden, umso besser! Ein weiterer Punkt: Manche Frauen reagieren auf Naturfasern allergisch. Am besten testet man das Material auf Verträglichkeit, bevor ein größerer Bestand an Stilleinlagen angeschafft wird.

Waschbarkeit in der Praxis

  • Stilleinlagen aus Baumwolle sind kochfest oder bei 60 Grad waschbar.

  • Einlagen aus Wolle oder Seide dürfen nur bei niedrigeren Temperaturen gewaschen werden.

  • Teilweise ist bei Wolleinlagen oder Produkten aus Seide sogar Handwäsche gefordert.

  • Waschbare Stilleinlagen sollen nicht in den Wäschetrockner.

Mehrweg-Stilleinlagen bestehen aus mehreren Stofflagen, damit eine gute Saugfähigkeit gewährleistet ist. Die Auswahl reicht von zweilagigen bis zu mehrlagigen Produkten. Welche Variante die richtige ist, hängt von der Intensität des Milchflusses ab. Bei längeren Stillpausen, weil das Baby vielleicht nachts schon mehrere Stunden am Stück schläft, können dickere Einlagen günstig sein.

Stilleinlagen aus Silikon

Wer sich über Stilleinlagen informiert, trifft irgendwann auch auf Einlagen aus Silikon. Das Material ist nicht saugfähig, die Verwendung funktioniert so, dass das geformte Silikon auf die Brustwarzen gedrückt wird und damit ein Milchaustritt verhindert werden soll. Silikon ist nur bedingt empfehlenswert. Darunter kann sich ein feuchtwarmes Klima entwickeln. Die Silikonschalen müssen regelmäßig gereinigt werden, es kann sonst zu Infektionen kommen.

Milchauffangschalen sind ebenfalls umstritten. Dabei handelt es sich um halbrunde Schalen aus Silikon, die über den Brustwarzen angedrückt werden und austretende Milch auffangen sollen. Stillberaterinnen empfehlen diese Schalen nur vorübergehend bei einem sehr starken Milchfluss. Die aufgefangene Milch ist nicht in jedem Fall keimfrei, von einem Füttern der Milch wird abgeraten.

Entscheidungshilfen für den Kauf von Stilleinlagen

Einweg- und Mehrwegstilleinlagen gibt es in mehreren Größen, angegeben wird jeweils der Durchmesser. Achte beim Kauf darauf, dass sich die Einlagen gut im BH einlegen lassen. Gut ist auch eine Kombination von Einweg- und Mehrwegprodukten, damit bist du für alle Fälle gut ausgerüstet. Kaufe zunächst nur wenige Einlagen und probiere aus, ob du mit dem Material und der Größe gut zurecht kommst.

Was können Stillhütchen und wann brauche ich sie?

Stillhütchen bestehen aus Silikon oder Kautschuk und dienen als Anlegehilfe bei bestimmten Stillproblemen. Die Form der Brustwarze wird nachgebildet, dadurch soll sich das Kind beim Saugen leichter tun. Die Brustwarze wird geschont. Im Hütchen sammelt sich die Milch, dadurch wird der Saugreflex angeregt. Infrage kommen Stillhütchen in folgenden Fällen:

  • Das Baby verweigert die Brustwarze.

  • Das Kind wurde in den ersten Lebenstagen mit der Flasche gefüttert.

  • Die Brustwarze ist zu flach oder nach innen gezogen (sogenannte Flach-, Hohl- oder Schlupfwarzen).

  • Die Brustwarzen sind wund oder rissig.

Die richtige Anwendung von Stillhütchen

Das Hütchen wird auf den Warzenhof gesetzt. Es bildet sich ein Unterdruck, wodurch das Stillhütchen hält. Nach dem Anlegen müssen Stillhütchen gründlich gereinigt werden.

Ob die Verwendung von Stillhütchen für dich und dein Kind die richtige Lösung ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Experimentiere am besten nicht selbst, sondern lass dich von einer erfahrenen Stillberaterin oder Hebamme beraten. Wichtig ist in jedem Fall, die passende Größe und Form zu wählen.

Vorsicht, wenn bereits eine Brustentzündung vorliegt! Der Einsatz von Stillhütchen kann helfen, sollte aber nicht auf eigene Faust ohne eine gute Beratung stattfinden. Die Ursache muss ärztlich behandelt werden.