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Achtung, Baby trinkt mit

Stillen und Alkohol: Warum es nicht empfehlenswert ist

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 20. März 2019

Stillen und Alkohol passen nicht zusammen, denn Alkohol ist ein Genussgift, das aus dem mütterlichen Blut in vollem Maße in die Muttermilch übergeht. Wenn sich das Trinken von Alkohol nicht vermeiden lässt, empfiehlt es sich, vorher zu stillen und das Baby später mit abgepumpter Milch zu füttern.

Stillen und Alkohol: Warum es nicht empfehlenswert ist
Ein Gläschen in Ehren ... aber bitte nicht in der Stillzeit, denn über die Muttermilch erreicht der Alkohol auch das Baby.
© iStock.com/RomanovaAnn

Stillen und Alkohol: Studie klärt auf

Lange herrschte der Irrglaube, dass ein Gläschen Sekt die Milchproduktion anrege. Heute wissen wir: Das Gegenteil ist der Fall. Eine amerikanische Studie fand heraus, dass der Milchfluss durch Alkoholkonsum sogar vermindert wird. Denn Alkohol führt dazu, dass der Oxytocin-Spiegel sinkt, welcher für den Milchfluss verantwortlich ist. Daher besteht in Sachen „Stillen und Alkohol“ eher die Gefahr, dass es zu Stillproblemen kommt.

Bereits 30 bis 60 Minuten nach Genuss lässt sich der Alkohol in der Muttermilch nachweisen. Der Promillegehalt in der Milch ist dabei genauso hoch wie der im Blut.

Stillen und Alkohol: Folgen für Mutter und Kind

Trinkt eine stillende Mutter Alkohol steigt bei ihr nicht nur der Blutalkoholspiegel, sondern auch der Alkoholgehalt in der Muttermilch. Stillen Sie Ihr Baby nach dem Genuss von Alkohol, gelangt dieser also auch in den Organismus des Kindes. Da die Leber von Säuglingen allerdings noch nicht ausgereift ist, können sie den Stoff viel langsamer abbauen als Erwachsene.

Alkohol wirkt wie ein Stoffwechselgift und es besteht die Möglichkeit, dass er Schaden anrichtet. Bei Ihrem Baby können durch den Alkoholgehalt in der Muttermilch rauschähnliche Zustände ausgelöst werden. Der Such-, Saug- und Schluckreflex des Babys verlangsamt sich. Der Säugling könnte sich zudem an den Geschmack der alkoholhaltigen Muttermilch gewöhnen. Es besteht sogar die Gefahr, dass Ihr Kind später eine Alkoholabhängigkeit entwickelt. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann Alkohol während der Stillzeit außerdem zu einem veränderten Schlafverhalten mit kürzeren Schlafphasen und leichterem Schlaf führen. Das Bundesministerium für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) empfiehlt einen Alkoholverzicht der Mutter für einen erholsamen Schlaf-Wach-Rhythmus beim Kind.

Hat eine Mutter Alkohol in der Blutbahn, vermindert dieser ihr Reaktionsvermögen. Im Umgang mit Babys ist ein klarer Kopf aber besonders wichtig. Langsame und verzögerte Reaktionen unter Alkoholeinfluss sollten besser vermieden werden.

Empfehlungen zum Thema „Stillen und Alkohol“

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt an, dass die Datenlage nicht ausreicht, um eine Dosis-Wirkung-Beziehung des Alkoholkonsums in der Stillzeit abzuleiten. Fest steht aber, dass Alkohol in die Muttermilch übergeht und die Alkoholkonzentration in Milch und Blut annähernd parallel ansteigen. Der Abfall der Konzentration hängt von der Menge des aufgenommen Alkohols ab.

Auf Basis der vorhandenen Daten lassen sich keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung und Gesundheit treffen. Das Bundesministerium für gesundheitliche Aufklärung bekräftigt, dass auf Alkohol in der Stillzeit – so wie auf Alkohol in der Schwangerschaft – unbedingt verzichtet werden sollte.

Tipps um die Milchbildung anzuregen

Stillen und Alkohol: Tipps

Gelegentlich und in geringen Mengen wird Alkohol in der Stillzeit toleriert. Beachten Sie dabei, dass es sich nur um eine Ausnahme handelt und der Alkoholkonsum nicht zur Gewohnheit wird. Auf Getränke mit hohem Alkoholgehalt sollte unbedingt komplett verzichtet werden.

Stillen: Alkohol abgebaut - wann ist es soweit?

Eine Frage, die sich viele Mütter zum Thema Stillen und Alkohol stellen: Wie lange dauert es, bis der Alkohol im Blut abgebaut ist? Bedenken Sie: Selbst ein kleines Gläschen braucht 1,5 bis 2 Stunden, bis es vollständig abgebaut ist. Egal ob schwarzer Kaffee oder kalte Dusche – mit diesen Tricks mag man sich vielleicht nüchterner fühlen, sie beschleunigen den Abbau des Alkohols im Blut aber nicht. Nach dem Konsum von Alkohol sollten Sie eine ausreichende Pause bis zum nächsten Stillen einplanen. Auch das Abpumpen der Muttermilch nach dem Genuss von Alkohol beschleunigt seinen Abbau nicht.

Grundsätzlich gilt: Es ist sehr unterschiedlich, wie schnell der Alkohol abgebaut ist und Sie wieder stillen können. Faktoren, die dies beeinflussen, sind zum Beispiel die aktuelle körperliche Verfassung, das Gewicht, ob und was Sie gegessen haben, der Alkoholgehalt Ihres Getränks und wie schnell Sie trinken. Das alles sind Einflussfaktoren, die nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch von Tag zu Tag schwanken können. Richtig berechnen lässt sich also nicht, wann Sie nach dem Genuss von Alkohol wieder bedenkenlos stillen können.

Stillen und Alkohol: Abpumpen vorher möglich?

Die Muttermilch vorher abzupumpen und dem Baby dann beispielsweise in der Nacht das Fläschchen zu geben, kann eine Möglichkeit sein, eine Stillmahlzeiten zu überbrücken. Generell lässt sich aber nicht bestimmt sagen, wann wirklich gar kein Alkohol mehr im Blut ist. Auf Nummer sicher gehen Sie daher nur, wenn Sie nichts trinken.

Wird Ihr Kind ausschließlich gestillt, sollten Sie versuchen gar keinen Alkohol zu trinken. In der Anfangsphase müssen Mutter und Kind häufig erst ihren Rhythmus entwickeln. Wenn Sie noch schwer abschätzen können, wann Ihr Kind das nächste Mal Hunger bekommt, wissen Sie auch nicht, ob der Alkohol bis dahin schon vollständig abgebaut ist.

Beachten Sie außerdem: Schläft Ihr Baby im Elternbett, sollte Ihr Partner keinen Alkohol trinken. Denn nicht nur Ihr Reaktionsvermögen ist nun herabgesetzt, sondern Sie schlafen auch tiefer und nehmen die kindlichen Signale möglicherweise schlechter wahr.

Stillen und Ernährung: Diese Lebensmittel sind besonders reich an jetzt wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen
Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 20. März 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Babyernährung"
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