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Freitag, 22. Juni 2018
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Probleme beim Stillen

Häufige Probleme beim Stillen sind wunde Brustwarzen, Milchstau und die Sorge um zu wenig Milch. Frauen, die stillen möchten, sollten sich von Schwierigkeiten jedoch nicht entmutigen lassen, denn oft sind es nur Kleinigkeiten, die zu den Problemen führen.

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Das richtige Anlegen ist oft entscheidend, um Probleme beim Stillen zu vermeiden
© Jasmina81/iStock

Hebammen und Stillberaterinnen können dabei helfen, Ursachen zu klären und individuell geeignete Lösungen zu finden.

Häufiges Stillproblem: wunde Brustwarzen

Besonders in den ersten Tagen der Stillzeit leiden viele Mütter unter wunden Brustwarzen, da sich die Haut erst an die neue Belastung gewöhnen muss. Aber auch später können die Brustwarzen durch verschiedene Fehler beim Stillen übermäßig beansprucht werden. Viele Frauen neigen aus diesem Grund dazu, vorzeitig abzustillen. Doch es lohnt sich den möglichen Ursachen auf den Grund zu gehen. Oft lassen sich die Unannehmlichkeiten vermeiden, indem man die Still- und Anlegetechnik ein wenig verändert.

Ursachen wunder Brustwarzen

Meistens entstehen wunde Brustwarzen durch Fehler beim Anlegen des Kindes. Denn in einer ungünstigen Stillposition können Babys nicht richtig saugen und beanspruchen so die Brustwarze stärker. Aber auch die Form der Brustwarze kann, beispielsweise bei Hohlwarzen, zu Problemen bei Saugen führen.

Was hilft bei wunden Brustwarzen?

Um wunde Brustwarzen zu vermeiden, muss die Stillposition dem Kind ein entspanntes und einfaches Saugen ermöglichen. Dafür ist es wichtig, dass der Mund des Babys nicht nur die Brustwarze umschließt, sondern den gesamten Warzenvorhof. Konkrete Anleitungen und Kurse zum Stillen werden von Hebammen und Stillberaterinnen angeboten. Wichtig ist auch, die Stillposition und die Brust nach Möglichkeit regelmäßig zu wechseln. So lässt sich die Belastung gleichmäßiger verteilen. Stillhütchen sollten am besten gar nicht oder nur kurzzeitig verwendet werden, da sie das Saugverhalten des Babys langfristig beinträchtigen können.

Zur Behandlung wunder Brustwarzen können in verschiedene Salben oder Öle in Absprache mit einer Stillexpertin verwendet werden. Um die Wundheilung zu unterstützen, kann es außerdem hilfreich sein, einen Tropfen Muttermilch auf Brustwarze und Vorhof antrocknen zu lassen. Eine Infektion in Folge wunder Brustwarzen muss ärztlich mit Medikamenten behandelt werden.

Tipps bei wunden Brustwarzen 

Milchstau

Beim Milchstau kann die Milch nicht aus den Brüsten oder aus einzelnen Milchgängen abfließen. Dadurch können sich die Brüste verhärten, spannen und sehr druckempfindlich werden. Außerdem bilden sich zum Teil rote Flecken über gestauten Milchgängen und es treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Abgeschlagenheit auf. Ein Milchstau, der länger als ein bis zwei Tage anhält, kann zu einer Brustentzündung (Mastitis) und Abszessen führen.

 

Ursachen eines Milchstaus

Oft entsteht ein Milchstau durch Stress, Ängste oder Anspannung, aber auch ein zu eng sitzender BH, eine ungünstige Stillposition oder eine längere Stillpause können verstopfte Milchkanäle verursachen. Nur in seltenen Fällen wird Milchstau durch eine Überproduktion von Milch verursacht.

Was hilft bei Milchstau?

Meistens hilft es bei einem Milchstau, die Brust oder einzelne Milchgänge beim Stillen mit der Hand vorsichtig auszustreichen. Eine Milchpumpe ist nur eingeschränkt geeignet, da der Milchfluss durch häufiges Abpumpen zusätzlich angeregt wird. Als nützlich gelten außerdem feuchtwarme Wickel, sanfte Massagen und verschiedene homöopathische Mittel. Schmerzen beim Anlegen lassen sich nach dem Stillen durch kühle Wickel lindern. Um einem Milchstau nach dem Einschießen der Milch vorzubeugen, sollte das Baby in dieser Zeit häufig angelegt werden.

Milchstau - was tun? 

Zu wenig Milch

Häufig sorgen sich Mütter, sie könnten Weitere Tipps, wie Sie die Milchbildung anregen, lesen Sie hier. haben und stillen aus diesem Grund frühzeitig ab. In den meisten Fällen ist dies jedoch unbegründet. Beispielsweise wird oft das Weichwerden der Brüste nach dem Einschießen der Milch fälschlicherweise als "Versiegen" der Milch gedeutet, oder das Schreien nach dem Stillen als nicht gestilltes Hungergefühl. Ein echter Milchmangel liegt aber erst dann vor, wenn ein Säugling sehr stark an Gewicht verliert oder weniger als fünf nasse Windeln am Tag produziert.

Tipps zur Milchbildung für frischgebackene Mütter

 

Ursachen von zu wenig Milch

Milchmangel kann unter anderem durch eine ungünstige Stillposition, längere Stillpausen sowie durch Stress und fehlende Ruhe verursacht werden. Weitere mögliche, aber seltene Ursachen auf Seiten der Mutter sind eine ungünstige Ernährung, eine komplizierte Geburt (ggf. mit Kaiserschnitt) oder die Einnahme von Medikamenten. Eine Unterversorgung des Kindes mit Muttermilch kann aber auch durch anatomische Fehler in der Kieferregion des Kindes entstehen, zum Beispiel in Folge eines verkürzten Zungenbändchens, wodurch das Baby nicht richtig saugen kann.

Was hilft bei zu wenig Milch?

Ein Verdacht auf Milchmangel sollte in jedem Fall mit einer Hebamme oder Stillberaterin geklärt werden, da meistens kein echter Milchmangel vorliegt. Häufig reicht es aus, die Stillposition zu verändern oder sich mehr Zeit und Ruhe beim Stillen zu nehmen, um die Probleme zu lösen. Wenn tatsächlich zu wenig Milch gebildet wird, kann die Milchmenge durch häufigeres Anlegen, durch Abpumpen oder verschiedene milchbildende Mittel wie Bockshornkleesamen, Malzbier oder Geißraute-Tee gesteigert werden.

Weitere Tipps, wie Sie die Milchbildung anregen, lesen Sie hier. 

Anlaufstelle bei Stillproblemen: www.lalecheliga.de

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. August 2017
Durch: Miriam Funk
Quellen: Geist, C. et al.: Hebammenkunde. Hippokrates, Stuttgart 2007 Höfer, S. und Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer, München 2007 Lothrop, H.: Das Stillbuch. Kösel, München 2007 Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA): http://www.kindergesundheit-info.de (Stand: Dezember 2012)

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