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Dienstag, 25. April 2017
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Unerfüllter Kinderwunsch

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Unerfüllter Kinderwunsch ist für viele Paare frustrierend - auch, wenn es schwer fällt: Geduld ist hier gefragt
(c) iStockphoto

Sie haben Kinderwunsch, aber dieser bleibt zunächst unerfüllt? Wir haben alle Ursachen zusammengestellt und bieten Ihnen viele Informationen zu Ursache und Behandlung sowie Hilfe.

Der Kinderwunsch muss nicht für immer unerfüllt bleiben

Wenn der Kinderwunsch zunächst einmal unerfüllt bleibt und die Frau nicht schwanger wird, kann es verschiedene Ursachen geben, die mithilfe verschiedener Untersuchungen geklärt und oft auch behandelt werden können. Die gute Nachricht ist: Fast alle Paare mit Kinderwunsch halten früher oder später ein Baby im Arm. Die wenigsten Paare bleiben nach der entsprechenden Behandlung wirklich kinderlos.

Ursachen für Kinderlosigkeit sind vielfältig

Unfruchtbarkeit muss also nicht die letzte Diagnose sein. Eine vorübergehende Unfruchtbarkeit kommt sowohl bei Männern (Sterilität) als auch bei Frauen vor. Die Ursachen für Unfruchtbarkeit sind vielfältig. Bei Frauen kann es häufig am PCO-Syndrom liegen, einer Gelbkörperschwäche oder weiteren Ursachen, die mit den Hormonen zusammenhängen. Die häufigste Ursache, warum es mit dem schwanger werden nicht klappt, ist der fehlende Eisprung (Anovulation).

Hier können Behandlungen mit Medikamenten, zum Beispiel Clomifen oder Mönchspfeffer zur Zyklusregulierung helfen. Um die zugrunde liegenden Aspekte für unerfüllten Kinderwunsch zu finden, können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Nicht zuletzt spielt aber auch das Fruchtbarkeit mit dem Alter abnimmt eine Rolle. So sinkt bei Frauen ab etwa 35 Jahren die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden.

Männer bleiben zwar bis ins hohe Alter theoretisch zeugungsfähig, aber auch sie können von unerfülltem Kinderwunsch betroffen sein. Anatomische Probleme, Chromosomenstörungen, Hormonstörungen oder früher durchgemachte Infektionen (wie etwa Mumps) können dazu führen, dass sie keine Kinder mehr zeugen können. Viele Probleme lassen sich aber behandeln. Einige kinderlose Paare entscheiden sich auch für eine Adoption.

Depression durch unerfüllten Kinderwunsch

Gerade Frauen leiden häufig darunter, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Wenn Sie spüren, dass sie depressive Phasen haben oder den Fokus nur noch auf den Kinderwunsch haben und dieses Thema sie so sehr beschäftigt, dass Sie die anderen, schönen Dinge im Leben nicht mehr genießen können, dann sollten Sie sich psychologische Hilfe suchen. Hierfür gibt es spezielle Kinderwunsch-Coachs. Leider erfüllt sich nicht bei allen Paaren irgendwann der Kinderwunsch. Depressionen treten im Verarbeitungsprozess häufig auf, bis die Kinderlosigkeit akzeptiert werden kann.

10 Fragen bei unerfülltem Kinderwunsch

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein Baby und trotzdem klappt es mit dem Schwanger werden einfach nicht. Jetzt kreisen viele Fragen im Kopf. Die wichtigsten Fragen zum unerfüllten Kinderwunsch möchten wir hier für Sie beantworten.

1. Schwanger werden: Wie viel „Wartezeit“ ist normal?

Gerade erst die Pille abgesetzt und schon schwanger. Wer sich ein Baby wünscht, hört bei diesen Geschichten im Bekanntenkreis immer ganz genau hin. Dabei sollte man nicht vergessen: Darüber, dass es auch eine Weile dauern kann, schweigen die meisten. Nach jahrelanger hormoneller Verhütung ist eine Wartezeit von einem halben bis zu einem Jahr sogar ganz normal. Weltweit treten bei jedem sechsten Paar innerhalb der ersten zwölf Monate Schwierigkeiten beim Schwanger werden auf. Nach einem Jahr regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr könnte eine Fruchtbarkeitsstörung vorliegen. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht man nach zwei Jahren von einer „sterilen Partnerschaft“.

2. Gründe für unerfüllten Kinderwunsch: Warum klappt das Schwanger werden einfach nicht?

Etwa 15 Prozent aller Paare haben Probleme damit, ein Kind zu zeugen – die Dunkelziffer der Betroffenen liegt aber noch weitaus höher. Oftmals ist keine vollständige Unfruchtbarkeit, sondern eine vorübergehende Fruchtbarkeitsstörung dafür verantwortlich. Die Ursachen für Unfruchtbarkeit liegen zu jeweils 30 bis 40 Prozent an biologischen Störungen bei Mann und Frau. Bei 20 Prozent der Paare mit Kinderwunsch liegt eine eingeschränkte Fruchtbarkeit beider Partner vor. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie können hormoneller, organischer oder seelischer Natur sein.

Einige Paare bleiben kinderlos, weil sie sich zu spät für ein Baby entschieden haben. Denn, dass die Fruchtbarkeit mit dem Alter abnimmt, wird oft unterschätzt. Je älter die Eizellen der Frau sind, desto häufiger treten Störungen der Eizellreifung auf. Beim Mann nimmt die Spermienqualität mit dem Alter kontinuierlich ab. Auch ein übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum kann die Fruchtbarkeit schädigen. Starkes Über- oder Untergewicht sowie exzessiver Sport und schwere körperliche Arbeit sind ebenfalls Risikofaktoren für Fruchtbarkeitsstörungen.

Medizinische Ursachen bei der Frau

Ist der Hormonhaushalt der Frau gestört, reifen nicht genügend Eizellen heran und der Eisprung bleibt aus (z. B. PCO-Syndrom). Erkrankungen wie eine gestörte Schilddrüsenfunktion oder ein gestörter Insulinstoffwechsel (z. B. bei Diabetes) können ebenfalls dazu führen. Organische Ursachen für Sterilität sind Defekte der Eierstöcke, Eileiter oder Gebärmutter – zum Beispiel, wenn ein Eileiterverschluss oder eine Verwachsung der Gebärmutter vorliegt. Bei Frauen über 30 treten außerdem häufiger gynäkologische Krankheiten, wie eine Endometriose, auf. Auch Entzündungen, Infektionen oder Operationen können zu einer Fruchtbarkeitsstörung führen. Selten liegen angeborene Fehlbildungen vor.

Medizinische Ursachen beim Mann

Der häufigste Grund für Sterilität beim Mann ist eine verminderte Spermienqualität – es werden nicht genügend intakte, bewegliche Samenzellen produziert (z. B. OAT-Syndrom). Die Zeugungsunfähigkeit kann durch Krankheiten wie Hodenhochstand, erworbene Hodenfehlfunktionen (z. B. nach einer Mumps-Erkrankung), eine Blockade der Samenwege oder eine hormonelle Störung infolge einer Chromosomenanomalie (z. B. das Klinefelter-Syndrom) hervorgerufen werden. Eine ungesunde Lebensweise mit starkem Nikotin- und Alkoholkonsum kann die Spermienproduktion ebenfalls negativ beeinflussen.

3. Spielt die Psyche bei unerfülltem Kinderwunsch eine Rolle?

In 10 bis 15 Prozent aller Fälle von ungewollter Kinderlosigkeit liegen keine biologischen Ursachen vor. Kommen Körper und Geist nicht zur Ruhe, verhindert der Körper selbst, dass es mit der Schwangerschaft klappt. Das seelische Befinden spielt beim Kinderwunsch also auch eine große Rolle. So haben Dauerstress und -belastungen im privaten oder beruflichen Bereich im Extremfall eine Störung des Hormonhaushalts zur Folge. Ein Teufelskreis: Denn, wird die Frau nicht schwanger, machen sich viele Paare noch mehr Stress.

4. Welche Untersuchungen führt ein Arzt bei Verdacht auf eine Fruchtbarkeitsstörung durch?

Frauen haben die Möglichkeit direkt mit ihrem Gynäkologen über ihre Sorgen zu sprechen und sich untersuchen zu lassen. Bei Männern ist der Urologe für die körperlichen Untersuchungen zuständig. Sie können auch Ihren Hausarzt bitten, dass er Sie an einen Facharzt verweist. Für Kinderwunschbehandlungen gibt es reproduktionsmedizinische Zentren und Spezialpraxen.

Ihr Arzt wird als Erstes eine ausführliche Anamnese durchführen. Das heißt, er befragt sie nach Ihrer Krankengeschichte (z. B. Krankheiten, Operationen, Schwangerschaften), Ihrer psychischen Verfassung (z. B. Stress, Ängste) und Ihrer Beziehung (z. B. Sexualleben). Im Anschluss können unterschiedliche körperliche Checks sinnvoll sein. Bei der Frau werden verschiedene Sterilitätstests, wie Untersuchungen des Urins, Ultraschall- und Hormonuntersuchungen ( Zyklusmonitoring), Bauch– oder Gebärmutterspiegelung, durchgeführt. Beim Mann werden u.a. Hoden und Prostata abgetastet, Ultraschalluntersuchungen der Geschlechtsorgane gemacht und ein Spermiogramm erstellt. Letzteres erfolgt, um die Anzahl der intakten Samenzellen und deren Beweglichkeit festzustellen. Über 40 Prozent der Spermien sollten beweglich sein und mehr als 32 Prozent vorwärtsbeweglich.

Im Anschluss an die Untersuchungen und deren Ergebnisse werden weiteres Vorgehen und Möglichkeiten der Kinderwunschbehandlungen besprochen.

5. Kann Unfruchtbarkeit vorgebeugt werden?

Sind organische Ursachen für die Unfruchtbarkeit verantwortlich, kann dem nicht vorgebeugt werden. Es empfiehlt sich aber die Umsetzung des Kinderwunschs nicht zu lange hinaus zu schieben. Statistisch gesehen haben jüngere Frauen bessere Chancen schwanger zu werden. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, sowie die Vermeidung von Über- und Untergewicht kann die Fruchtbarkeit außerdem erhalten. Nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahr. Krebspatienten können Samen- und Eizellen vor einer Chemotherapie für eine spätere Befruchtung per Kryokonservierung einfrieren lassen. Umstritten ist das Modell des „Social Freezing“, bei dem Eizellen ohne medizinische Notwendigkeit eingefroren werden, um sich den Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt zu erfüllen.

6. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei unerfülltem Kinderwunsch?

Die Behandlungsmethode bei unerfülltem Kinderwunsch richtet sich nach der Diagnose. In einigen Fällen kann schon ein Zyklusmonitoring, also die Beobachtung des Zyklus, weiterhelfen. Sind Hormonstörungen verantwortlich, werden Medikamente zur Normalisierung des Hormonhaushalts (z. B. mit dem Wirkstoff Clomifen) verschrieben. Sie stimulieren die Eierstöcke und können einen Eisprung auslösen, um dann auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Hierbei besteht das Risiko einer Überstimulation und die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlingsschwangerschaft steigt. Hormonbehandlungen gehen zur Vorbereitung auch häufig den Methoden zur künstlichen Befruchtung voraus.

Künstliche Befruchtung: Kinderwunschbehandlungen im Überblick

  • Samenübertragen (Intrauterine Insemination): Produziert der Mann zu wenige oder nicht ausreichend bewegliche Samenzellen, wird diese Kinderwunschbehandlung durchgeführt. Hierbei werden die Samenzellen aufbereitet und direkt mittels Katheter in die Gebärmutter der Frau übertragen, um so die Befruchtungschancen zu erhöhen. Die Erfolgsrate liegt pro Versuch bei fünf bis zehn Prozent.
  • In-vitro-Fertilisation (IVF): Bei dieser Behandlung werden der Frau Eizellen aus dem Eierstock entnommen und in einem Reagenzglas mit den Spermien des Mannes zusammengebracht. Nach einer erfolgreichen Befruchtung werden sie wieder in die Gebärmutter eingesetzt. Um die Chancen der Einnistung zu erhöhen, geschieht dies meist direkt mit zwei oder drei Embryonen. Die Erfolgsrate einer Behandlung liegt bei 25 bis 30 Prozent.
  • Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Diese Methode der künstlichen Befruchtung bei unerfülltem Kinderwunsch ist eine spezielle Art der In-vitro-Fertilisation. Ist die Spermienqualität des Mannes zu gering, kann eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert und befruchtet in die Gebärmutter übertragen werden.
  • Testikuläre Spermienextraktion (TESE) und Mikrochirurgische Epididymale Spermienaspiration (MESA): Wenn sich in der Samenflüssigkeit des Mannes keine Samenzellen befinden, gibt es Möglichkeiten diese operativ aus dem Hoden (TESE) oder dem Nebenhoden (MESA) zu entnehmen. Gelingt dies, kann im Anschluss eine künstliche Befruchtung mit der ICSI-Methode erfolgen.

7. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer künstlichen Befruchtung?

Klappt es mit dem Schwanger werden nicht, übernimmt die Krankenkasse die Untersuchungen zur Feststellung der Ursachen komplett. Bei den aufgeführten Methoden zur künstlichen Befruchtung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse 50 Prozent der Kosten, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Das Paar mit Kinderwunsch muss verheiratet sein.
  • Beide Partner müssen das Mindestalter von 25 Jahren erreicht haben. Die Frau darf maximal 40 Jahre alt und der Mann maximal 50 Jahre alt sein.
  • Die Behandlung muss medizinisch notwendig sein.
  • Es muss eine Beratung über die medizinischen, psychischen und sozialen Aspekte der künstlichen Befruchtung stattgefunden haben.
  • Aus ärztlicher Sicht muss eine hinreichende Aussicht auf Erfolg bestehen.

Die anteilige Kostenübernahme der Krankenkasse gilt für folgende Behandlungsanzahl:

  • Samenübertragung (Insemination) ohne hormonelle Stimulation der Eierstöcke bis zu achtmal, mit Hormonbehandlung bis zu dreimal.
  • IVF und ICSI bis zu drei Behandlungen. Aber die dritte wird nur übernommen, wenn es bei mindestens einer der ersten beiden Behandlungen zu einer Befruchtung der Eizelle im Glas kam.

Bei den privaten Krankenkassen variieren die Regelungen zur Kostenübernahme und sollten daher individuell erfragt werden. Handelt es sich um Spendersamen, werden die Kosten in der Regel weder von gesetzlichen noch privaten Krankenkassen übernommen.

8. Welche Methoden sind in Deutschland verboten?

Kinderwunschbehandlungen und Methoden zur künstlichen Befruchtung richten sich in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz und den von Ärztekammern erlassenen Handlungsrichtlinien. Im weltweiten Vergleich sind die Bestimmungen in Deutschland am strengsten. So dürfen bei der Befruchtung ausschließlich Samenzellen des Ehepartners verwendet werden. Leihmutterschaften, das Klonen von Embryonen sowie die Geschlechterauswahl oder die Untersuchung des Embryos auf Krankheiten vor der Übertragung in die Gebärmutter sind verboten.

9. Untersuchungsergebnis „Unfruchtbar“ – Wie verarbeitet man diesen Schock?

Dass der Kinderlosigkeit akzeptiert werden kann, ist für viele Paare immer noch ein Tabuthema. Häufig schämen sich Betroffene dafür, dass es nicht geklappt hat. Sie werden von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt. Die drängenden Fragen von Freunden und Familie verstärken diese Gefühle oft. Paare ziehen sich zurück, meiden soziale Kontakte, erleben Beziehungskrisen und trennen sich im Zweifelsfall sogar. Die tiefe Traurigkeit über den unerfüllten Kinderwunsch und das Gefühl der Machtlosigkeit sind schwer zu ertragen. Sprechen Sie mit Ihrer Umwelt über Ihre Probleme, Ängste und Gefühle. Sie sind nicht alleine! Nehmen Sie psychologische Hilfe in Anspruch und lassen Sie sich beraten. In einer Therapie können nicht nur die Gefühle aufgearbeitet, sondern auch neue Wege für die Zukunft entdeckt werden.

10. Trotzdem eine Familie werden – Welche Möglichkeiten gibt es für Sie bei unerfülltem Kinderwunsch?

Bleiben alle Kinderwunschbehandlungen ergebnislos, können Sie sich Ihren Wunsch nach einer Familie trotzdem erfüllen. Eine Möglichkeit ist die Embryonenspende. Kommt eine Adoption für Sie infrage, sollten Sie sich ausführlich darüber informieren. Ein Adoptionsverfahren in Deutschland dauert und ist mit Hürden verbunden, aber nicht aussichtslos. Sie haben außerdem die Möglichkeit Pflegekinder bei sich aufzunehmen und ihnen - (meist) mit einem zu Hause auf Zeit - ein familiäres Umfeld zu bieten. Beschäftigen Sie sich zudem mit der Frage „Wie könnte mein Leben ohne eigene Kinder aussehen?“. Sie können es trotzdem erfüllend gestalten und sich zum Beispiel ehrenamtlich für Kinder engagieren.

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Letzte Aktualisierung: 27. Oktober 2016

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