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Wellensittiche und die Papageienkrankheit (Zoonose)

Wellensittiche und die Papageienkrankheit (Zoonose)
Zoonosen sind Krankheiten, die vom Tier auf den Mensch übertragen werden
(c) iStockphoto/Lusyaya

Die Papageienkrankheit ist eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankeit (Zoonose), die für Kinder, geschwächte Personen und Schwangere gefährlich werden kann.

Wie kann man sich gegen Zoonosen schützen?

Der beste Schutz für Mensch und Tier sind gesunde, geimpfte und optimal gehaltene Tiere. Unter normalen hygienischen Haltungsbedingungen sind Infektionen zwischen Mensch und Tier extrem selten.

Erreger

Auslöser der Papageienkrankheit ist Chlamydia psittaci, ein den Bakterien bei Menschen verwandter Mikroorganismus.

Vorkommen und Verbreitung

Die Krankheit kommt bei Vögeln, vor allem bei Papageien, Wellensittichen und Tauben vor.

Übertragung

Die Hauptinfektionsquelle für den Menschen ist eingetrockneter, den Erreger enthaltender Kot der Vögel, der mit dem Staub aufgewirbelt wird.

Krankheitsbild beim Tier

Selten sind die Krankheitserscheinungen so offensichtlich, dass sie vom Besitzer erkannt werden. Häufig sind die Vögel nur latent erkrankt, d.h. sie machen einen gesunden Eindruck, sind aber schon Träger des Krankheitserregers und scheiden ihn mit dem Kot und dem Speichel aus. Gerade diese Tiere sind fähig zur Übertragung auf den Menschen. Symptome bei einem erkrankten Tier können sein:

  • starke Bindehautentzündung (eitrig oder nicht eitrig)
  • Anschwellung der Augenlider
  • verklebte Augen und Nasenlöcher
  • grüner Durchfall
  • erschwerte Atmung
  • Appetitlosigkeit
  • Abmagerung
  • Teilnahmslosigkeit
  • Tod nach ein bis drei Wochen

Diagnose beim Vogel

Der Tierarzt untersucht eine Kotprobe des erkrankten Tieres und kann damit den Erreger nachweisen.

Krankheitsbild beim Menschen

Nach einer Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen erkrankt der Mensch an grippeähnlichen Symptomen mit gleichzeitiger Störung des Allgemeinbefindens wie Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel und Schwäche. Dabei tritt anhaltend hohes Fieber (39 bis 40 Grad Celsius) auf, das häufig von starken Gliederschmerzen vor allem im Schultergürtel begleitet ist. Später tritt Reizhusten auf, wobei es ab der zweiten Woche zu einem zähen, glasigen Auswurf kommt.

Wenn die Ursache der Erkrankung in diesem Stadium nicht erkannt wird, kann es zu einer herdförmigen Lungenentzündung kommen. Die dann auftretenden toxisch bedingten Kreislaufstörungen können vor allem für Kinder und geschwächte Personen lebensgefährlich werden. Daher sollte der behandelnde Arzt bei derartigen Krankheitserscheinungen immer auf die Ansteckungsmöglichkeit durch gehaltene Sittichvögel hingewiesen werden.

Bei gezielter Behandlung kann dann der Erkrankte in kurzer Zeit genesen. Zum Krankheitsbild beim Menschen gehören:

  • hohes Fieber bis über 39 bis 40 Grad Celius
  • grippeähnliche Erscheinungen (Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen)
  • Bindehautentzündung,
  • atypische Lungenentzündung (Nichtansprechen auf gängige Therapie)
  • gelegentlich Todesfälle

Behandlung

Gegen die Erreger von Zoonosen helfen spezielle Antibiotika.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, sich beim Neukauf eines Wellensittichs mit der Papageienkrankheit anzustecken?

Höchst gering, wenn man folgendes beachtet: Man sollte möglichst ein Tier aus einem Zoogeschäft oder von einem anerkannten Wellensittichzüchter kaufen, denn diese unterliegen der amtstierärztlichen Überwachung. Wenn der Wellensittich beringt ist, ist das Risiko einer Papageienkrankheit höchst gering, weil der Zentralverband Zoologischer Fachgeschäfte Fußringe nur an Züchter abgeben darf, die eine Zuchterlaubnis nach §17g des Tierseuchengesetzes haben.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. Januar 2017

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