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Montag, 11. Dezember 2017
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Ringelröteln

Ringelröteln
In Schulen und Kindergärten verbreiten sich Ringelröteln besonders schnell
Getty Images/iStockphoto

Ringelröteln sind eine weltweit vorkommende Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird. In den Industrieländern infizieren sich etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mit Ringelröteln, bei Kindern im Vorschulalter liegt der Verbreitungsgrad bei fünf bis zehn Prozent.

Ringelröteln sind gekennzeichnet durch großflächige Rötungen der Haut, die den gesamten Körper betreffen. Ringelröteln, nicht zu verwechseln mit normalen Röteln, werden von dem Parvovirus B19 verursacht. In den meisten Fällen infizieren sich Kinder.

Ursache von Ringelröteln

Ursache für die Erkrankung an Ringelröteln ist die Aufnahme der Parvoviren in den Körper. Die häufigste Form der Übertragung ist die Tröpfcheninfektion, eine weitere mögliche Infektionsquelle kann der Handkontakt mit Infizierten sein. Eher selten erfolgt die Ansteckung im Rahmen einer Bluttransfusion. Schwangere Frauen, die vor der Schwangerschaft noch nicht selbst an Ringelröteln erkrankt waren, können die Infektion auf ihr ungeborenes Kind übertragen.

Ringelröteln in der Schwangerschaft 

Ansteckung mit Ringelröteln

Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) beträgt sieben bis 14 Tage. In dieser Zeit ist der Betroffene auch Überträger der Krankheit. Sobald sich die typischen Hautrötungen zeigen, ist die Erkrankung für andere Personen nicht mehr ansteckend.

Da die Viren sehr einfach und schnell zwischen Menschen übertragen werden, verbreiten sich Ringelröteln besonders schnell innerhalb von Familien, Kindergärten, Kinderheimen und Schulen. Alle vier bis fünf Jahre kommt es in Regionen mit gemäßigtem Klima zu Epidemien, die hauptsächlich zwischen Winter und Frühjahr auftreten.

Ringelröteln im Anfangsstadium

Da Ringelröteln im Anfangsstadium keine Symptome zeigen, kann man sie erst entdecken, wenn die Erkrankung schon ausgebrochen ist. Im Anfangsstadium - also in den ersten sieben bis 14 Tagen nach der Ansteckung - sind Ringelröteln allerdings schon sehr ansteckend. Das ist auch der Grund dafür, warum sie sich so rasch verbreiten.

Ringelröteln im Kindergarten - was tun?

Da Ringelröteln in vielen Fällen gar keine typischen Symptome verursachen, verbreiten sie sich im Kindergarten oder in der Grundschule besonders schnell. Hinzu kommt: Erst, wenn sich der charakteristische Hautausschlag zeigt, werden Ringelröteln häufig erst entdeckt. Bis dahin ist die Infektion aber ansteckend.

Schwangere Erzieherinnen, die nicht gegen Ringelröteln immun sind (zur Sicherheit sollte man sein Blut auf Antikörper untersuchen lassen), erhalten vom Arzt in der Regel ein Beschäftigungsverbot, sobald Ringelröteln im Kindergarten auftauchen.

Welche Symptome verursachen Ringelröteln?

Bei der Mehrzahl der Betroffenen verlaufen Ringelröteln ohne klinische Symptome. Kurz nach der Ansteckung zeigt sich ein allgemeines Krankheitsgefühl in Form von Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, vergleichbar mit einem grippalen Infekt. Nur bei etwa 15 bis 20 Prozent der Infizierten treten die typischen Hautrötungen auf. Sie beginnen im Gesicht, wobei Kinn, Nasenspitze und die Lippenregion ausgenommen sind. Die Gesichtsrötung erinnert daher an die Form eines Schmetterlings. Im weiteren Verlauf der Erkrankung breiten sich die Rötungen auf den Rumpf und die Extremitäten aus. Sie haben dort ein ring- und girlandenförmiges Aussehen, dem die Krankheit ihren Namen verdankt. Weitere Symptome können Juckreiz und Erbrechen sein.

Bei Erwachsenen können Ringelröteln zusätzlich Gelenkschmerzen (Arthralgie) sowie Gelenkentzündungen (Arthritis) verursachen. Bei Kindern kommen diese Symptome nur bei zehn Prozent der Erkrankten vor und hinterlassen keine Folgeschäden.

Wie erfolgt die Diagnose von Ringelröteln?

Ringelröteln werden anhand der typischen Hautrötung diagnostiziert. In unklaren Fällen und bei Bestehen einer Schwangerschaft kann das Blut der Betroffenen auf bestimmte Antikörper untersucht werden, die vom menschlichen Immunsystem zur Abwehr der Parvoviren gebildet werden. Ungeborene im Mutterleib bilden diese Antikörper häufig nicht. Um dennoch festzustellen, ob der Fötus ebenfalls infiziert ist, können die Viren mittels verschiedener labortechnischer Untersuchungsmethoden auch direkt nachgewiesen werden. Darüber hinaus lassen sich die Viren in Gewebeproben von geröteten Hautstellen der Betroffenen sowie in deren Speichel nachweisen, bei Ungeborenen auch im Fruchtwasser.

Wie erfolgt die Therapie bei Ringelröteln?

Ringelröteln selbst können nicht behandelt werden, da es sich um eine Virusinfektion handelt. Gegen die auftretenden Symptome können schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente gegeben werden sowie Mittel gegen den Juckreiz. Außerdem empfehlenswert sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Einhaltung von Bettruhe. Nach dem Abklingen der Haurötungen kann die Verwendung von Pflegeprodukten sinnvoll sein, welche die Haut regenerieren.

Nach einer Ansteckung mit Ringelröteln vermehrt sich das Virus in den Vorstufen von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und hemmt so deren Bildung im Knochenmark. Die Anzahl der Erythrozyten im Blut ist daher während der sieben bis elf Tage andauernden so genannten Erythropoese-Hemmung vermindert.

Ist ein Fötus im Mutterleib infiziert, benötigt das Ungeborene mehrfach Bluttransfusionen, damit eine ausreichende Anzahl von roten Blutkörperchen in seinem Blutkreislauf gewährleistet ist. Die Übertragung erfolgt mittels einer Injektion der Erythrozyten in die Nabelschnur oder in die Bauchhöhle des Ungeborenen.

Wie ist der Verlauf bei Ringelröteln?

Ringelröteln verlaufen in den meisten Fällen unkompliziert. Innerhalb von zehn bis 14 Tagen heilt die Erkrankung von selbst ab, und die Hautrötungen verschwinden. Nach einer Infektion mit den Parvoviren besteht abgesehen von sehr seltenen Ausnahmefällen ein lebenslanger Schutz davor, erneut an Ringelröteln zu erkranken.

Die Infektion des Fötus bei schwangeren Frauen führt hingegen schnell zu Komplikationen. Die verminderte Bildung von roten Blutkörperchen bedingt eine Blutarmut und kann für das Ungeborene lebensbedrohlich werden. Als Folge der Blutarmut bilden sich im Gewebe und in den Hohlorganen des Fötus bei etwa 20 Prozent der Betroffenen Wasseransammlungen (Hydrops fetalis). Die rechtzeitige Therapie mittels Erythrozyten-Transfusion ist daher entscheidend für den weiteren Verlauf. Unbehandelt führt dieser Zustand in zehn bis 15 Prozent der Fälle zum Fruchttod.

Personen, die bereits vor der Infektion mit dem Parvovirus an Blutarmut gelitten haben, sind durch Ringelröteln ebenfalls besonders gefährdet. Die reduzierte Produktion von Erythrozyten bei Ringelröteln verschlimmert den vorhandenen Zustand noch und kann zu einer so genannten transienten aplastischen Krise (TAC) führen. Darunter werden mehrere Symptome zusammengefasst, die mit dem Fehlen beziehungsweise der eingeschränkten Produktion von roten Blutkörperchen und deren Vorstufen in Verbindung stehen. Transient bedeutet, dass der Zustand nur vorübergehend besteht.

Als Folge einer TAC kann das an der Bildung von Erythrozyten beteiligte Knochenmark des Betroffenen geschädigt werden. Häufig ist dann eine lebensrettende Knochenmarkübertragung erforderlich.

Weiterhin gefährdet sind Menschen, bei denen das Immunsystem aufgrund einer anderen Erkrankung nicht oder nur eingeschränkt funktionsfähig ist, beispielsweise Personen mit HIV (AIDS) oder Leukämie-Erkrankte. Im Gegensatz zu einer TAC kann sich in diesen Fällen die Blutarmut dauerhaft (chronisch) ausbilden, da der Körper nicht in der Lage ist, Antikörper gegen die Viren zu bilden.

Wie kann man Ringelröteln vorbeugen?

Gegen Ringelröteln gibt es bislang keinen Impfstoff. Forscher arbeiten an einer Methode, durch die Gabe von so genannten Immunglobulinen einen vorbeugenden Schutz gegen eine Infektion zu erzielen. Die Wirksamkeit der Immunglobuline ist jedoch noch nicht nachgewiesen. Personen mit erhöhtem Risiko aufgrund bestehender Blutarmut oder eingeschränktem Immunsystem sollten den Kontakt zu Betroffenen unbedingt vermeiden, gleiches gilt für Schwangere. Bei erfolgtem Kontakt mit Infizierten empfiehlt sich gründliches Händewaschen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. November 2016
Durch: Karin Wunder
Quellen: Sitzmann, F.C. et al.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2007; Renz-Polster, H., Menche, N., Schäffler, A.: Gesundheit für Kinder. Kösel, München 2007; Epidemiologisches Bulletin Nr. 46/99 des Robert-Koch-Instituts: Parovirus-B19-Infektionen (Stand: 19.11.1999); Robert-Koch-Institut: Stellungnahme des Arbeitskreises Blut - Parovirus B19 http://www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/technik/download/seuchen/viru/parvo/pvb19_01.pdf

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